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Flettner Fl 282

Die Geschichte einer erfolgreichen Hubschrauberentwicklung

 - Flettner Fl 282

Zusammenfassung:

Autor:Manfred Franzke, Theodor Mohr
Verlag:UNITECH Medienvertrieb
ISBN:Ohne
Erscheinungsjahr:2017
Sprache:Deutsch
Inhalt:
  • 50 Seiten
  • 66 s/w-Fotos
  • 14 Farbfotos
  • 26 Zeichnungen und Tabellen 
  • 6 Modellfotos 
Preis:UVP 11,80 EUR

Besprechung:

Die Flettner 282 war der erste Hubschrauber, der im 2. Weltkrieg mit nennenswerten Leistungen gebaut, eingehend getestet und kurz vor der Serienfertigung stand. Doch die Geschichte des „Kolibri" kann nicht erzählt werden, ohne über die Vorläufermodelle, den Konstrukteur und den Einfluss seiner Erfindungen bis in die heutigen Tage zu berichten.

Anton Flettner wurde am 01. November 1885 in Eddersheim / Main geboren. Er wurde Lehrer, doch er verschrieb sich bald der Technik, Mechanik, Physik und Strömungslehre. Eine seiner ersten Erfindungen sollte ein neuartiger Antrieb für Schiffe werden. Dabei sollte der Wind spezielle Metallröhren antreiben und dabei den Magnus-Effekt ausnutzen. Die Machbarkeit wurde bei Testfahrten zwischen 1924-26 zwar bewiesen, jedoch erwies sich die Konstruktion als nicht effektiv genug.

Anschließend entwickelte er ab 1927 für Flugzeug-Steuerflächen Hilfsruder, die die Arbeit des Piloten erheblich unterstützten. Der Name und die Technik des „Flettner-Ruder" ist bis heute ein fester Bestandteil der Luftfahrt. In den 1930er Jahren interessierte er sich für Drehflügelflugzeuge. Dies gab es zwar schon länger in Form von Tragschraubern (z.B. von Cierva). Jedoch waren diese Konstruktionen keine echten Helikopter und konnten z.B. nicht in der Luft stehenbleiben.

 - Flettner Fl 282

Die ersten erfolgversprechenden Maschinen Fl 184, Fl 185 oder Fl 265 wiesen den Weg zur Fl 282. Ab der Fl 185 hatten die Maschinen ein technische Merkmal, welches bis heute Anwendung findet: Die Rotorblätter drehen sich ineinander. Der große Vorteil dieser Konstruktion ist, dass auf auf einen zusätzlichen Rotor an einem Heckausleger verzichtet werden konnte, der sonst das Drehmoment ausgleichen musste.

Erst mit dem „Kolibri" wurde das Interesse an einer militärischen Verwendung geweckt. Nicht von der Luftwaffe, sondern bei der Marine und beim Heer. Es folgten umfangreiche Tests unter Einsatzbedingungen und verschiedenen Bauausführungen der Fl 282. So gab es Versionen mit einem zusätzlichen Beobachter an Bord, Flüge mit Schleppkörpern und Landescheinwerfer. Es gab auch Starts und Landungen auf stehenden und fahrenden Schiffen. Bei einem Scheinangriff durch eine Fw 190 konnte ein „Kolibri" dank seiner Manövrierfähigkeit mühelos entkommen.

Für die geplante Serienfertigung des Hubschraubers war die Firma Flettner jedoch personell und maschinell nicht geeignet. Auch fiel es Anton Flettner schwer, seine technisch anspruchsvolle Erfindung in, nach seiner Meinung, weniger qualifizierte Hände abzugeben. Auch wurde der Motor, ein BMW 314 E, gar nicht mehr gebaut und musste als Lizenzbau aus Ungarn beschafft werden.

 - Flettner Fl 282

Aufgrund der Kriegslage wurde Mitte 1944 das Testprogramm eingestellt. Insgesamt sind etwa 23 Versuchsmaschinen der Flettner Fl 282 hergestellt worden. Nach Kriegsende wurden zwei „Kolibri" in den USA intensiv erprobt. Eine weitere Maschine ging nach England und ist in Teilen dort heute noch erhalten. Mindestens eine Maschine wurde in der Sowjetunion getestet.

1947 ging Anton Flettner auf Einladung der Firma Kaman in die USA. Dort wurde er Chefkonstrukteur. So trägt z.B. der HH-43 Huskie mit seinen Doppelrotoren die deutliche Handschrift Flettners. Die derzeit modernste Entwicklung ist die K-MAX, die heute bei verschiedenen Firmen zivil genutzt wird. Aber auch als Drohnen-Version beim US-Militär in Afghanistan.

Anton Flettner starb am 29.12.1961 in New York. Er war vielleicht keine schillernde Persönlichkeit wie z.B. ein Willy Messerschmitt oder Wernher von Braun, aber seine Erfindungen werden bis heute genutzt und haben deshalb einen festen Platz in der Geschichte der Luftfahrt verdient.

 - Flettner Fl 282

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 - Flettner Fl 282

Stärken:

Gelungende Zusammenfassung zum Thema

Schwächen: Keine augenscheinlichen Schwächen erkennbar

Fazit:

Das Heft gibt einen guten Überblick über die Arbeiten von Flettner. Der Schwerpunkt liegt bei der Fl 282. Die erhaltenen Besprechungsprotokolle des Militärs geben einen Blick hinter die Kulissen. Die verwendeten Fotos sind größtenteils bekannt. Hervorzuheben sind die sechs Farbaufnahmen bei der Erprobung in den USA. Ergänzt wird der Inhalt durch mehrere Farbzeichnungen, Risszeichnungen, Tabellen und Modellfotos.

Weitere Infos:

Anmerkungen:

Eine mögliche Bezugsquelle direkt bei Verlag gibt es hier.

Bereits mit dem Heft 14 (1991) aus der gleichen Serie wurden vom gleichen Verfasser die Varianten der Fl 282 vorgestellt. Somit kann man Heft 59 als Fortsetzung verstehen.

 - Flettner Fl 282

Diese Besprechung stammt von Bernd Heller - 17. April 2017

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