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Die Deutschen Luftstreitkräfte im Einsatz

1956 - heute

 - Die Deutschen Luftstreitkräfte im Einsatz

Zusammenfassung:

Autor:Gerhard Lang
Verlag:Unitec-Medienvertreib
ISBN:ohne
Erscheinungsjahr:2017
Sprache:Deutsch
Inhalt:
  • 50 Seiten
  • 103 Abbildungen, davon 43 in Farbe
Preis:11,80 Euro

Besprechung:

 - Die Deutschen Luftstreitkräfte im Einsatz

Im Dezember 1952 beschloss die NATO die Strategie der Vorwärtsverteidigung, was bedeutete, dass man den Gegner soweit östlich wie möglich bekämpfen wollte, also auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland. Das führte zwangsläufig zur Wiederbewaffnung Deutschlands. Zuvor hatte man bereits Verhandlungen zur Bildung einer europäischen Verteidigungsgemeinschaft geführt. Diese kam jedoch letztlich nicht zustande und so wurde Deutschland Mitglied in der NATO. Die deutschen Streitkräfte sollten zunächst eine Stärke von 500.000 Mann haben. Die Planungen für die Luftwaffe sah die Beschaffung von nicht weniger als 1.746 Flugzeugen vor. Man einigte sich mit den Alliierten schließlich auf 1.326 Flugzeuge, bestehend aus einer gemischten Flotte aus Abfangjägern, Jagdbombern, taktischen Aufklärern, Allwetterjägern, leichten Bombern und natürlich einigen Transportflugzeugen. Das Gros der Flugzeuge sollte im Rahmen des Mutual Defense Assistance Program (MDAP) von den USA bereitgestellt werden.

 - Die Deutschen Luftstreitkräfte im Einsatz

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Zur Erstausstattung der neuen Luftwaffe gehörten zunächst 40 Piper L-18C, 135 CCF Havard Mk.4, 192 Lockheed T-33A, 450 Republic F-84F und 108 RF-84F. Diese wurden von den USA per Schiff geliefert und in Deutschland wieder flugklar gemacht. Aus Kanada kamen 75 Canadair Sabre Cl.13B Mk.5 als Geschenk, weitere 225 Sabre Mk.6 wurden regulär erworben. Für die Allwetterjagd wurden 88 North American F-86K aus Italien beschafft und die Transportaufgaben übernahmen 20 Douglas C-47D sowie 187 Nord N.2501 Noratlas aus Frankreich. Ab 1956 begann man mit Unterstützung der USAF mit der Pilotenausbildung. Die ersten Geschwader wurden in der Zeit von 1957 bis 1958 aufgestellt, der erste fliegende Verband der Luftwaffe war ab 24. August 1957 das LTG 61 in Erding mit ihren Douglas C-47D. Der erste Kampfverband folgte im Juni 1958 in Form des JaboG 31 in Nörvenich. Weitere Beschaffungsmaßnahmen in den Anfangsjahren waren die Lockheed F-104 Starfighter und die Fiat G.91. Beide Typen wurden zum Teil in Deutschland gefertigt, um wieder Anschluss an die moderne Luftfahrtindustrie zu gewinnen und natürlich um heimische Arbeitsplätze zu schaffen. Bis Ende 1959 waren neun Geschwader aufgestellt, zwei Transportgeschwader, ein Aufklärungsgeschwader, zwei Jagdgeschwader und vier Jagdbombergeschwader.

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Die Planungen zur Aufstellung der Bundeswehr sahen auch fliegende Verbände bei der Marine und beim Heer vor. Die Heeresflieger wurden mit leichten Verbindungs- und Transportflugzeugen sowie einigen Hubschraubern für unterschiedlichste Aufgaben ausgerüstet. Dazu gehörten unter anderem die Do-27, die Hunting Pembroke, die Sikorsky H-21 "Fliegende Banane" & H-34G, die Bell 47G, die britische Saro Skeeter und die französische S.O. Djinn. Die Aufstellung der Marineflieger als eigene Teilstreitkraft erfolgte nicht zuletzt aus den im Zweiten Weltkrieg heraus gemachten (schlechten) Erfahrungen im Zusammenspiel zwischen Marine und Luftwaffe. Zunächst wurde von den deutschen Vertretern bei den entsprechenden Verhandlungen ein Bedarf von 30 Aufklärern, 30 Kampf- und U-Jagdflugzeuge sowie 84 Jagdflugzeugen gemeldet. Wie schon bei der Luftwaffe wurden diese Forderungen wegen der Intervention Frankreichs nicht ganz erfüllt. Am Ende konnte man sich auf 58 Flugzeuge festlegen, zuzüglich einer Einsatzreserve von 30 Prozent. Eigentlich wollte man die Marineflieger mit modernem amerikanischen Gerät ausstatten, jedoch gab es dazu kein "Go" von amerikanischer Seite, weshalb man sich für britisches Material entschied. So wurden 1957 die Verträge zur Beschaffung von 68 Armstrong Withworth Seahawk und 16 Fairey Gannett (davon 1 Trainer) unterschrieben. Für Verbindungs- und Transportaufgaben wurden Do-27 und die Piaggio P.149 eingesetzt während die SAR Rolle zunächst von Bristol Sycamore und Saro Skeeter übernommen wurde. Da man mit der Skeeter nicht zufrieden war wurden im Frühjahr einige Grumman Hu-16 Albatross beschafft.  

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Mit diesem Heft eröffnet UNITEC eine neue Profile Reihe. Da es ja bereits die Luftwaffen-Profile gibt stellte ich mir natürlich die Frage, worin nun der Unterschied zwischen beiden Formaten liegen mag und vor allem wie man ein so umfangreiches Thema, wie es der Titel verspricht, auf 50 Seiten unterbringen will. Die Frage hat sich beim Durchblättern dann ganz schnell geklärt. Das Ganze ist wohl als Fortsetzungsreihe angelegt, in der die Geschichte der Luftwaffe in zeitliche Abschnitte untergliedert "abgearbeitet" wird. In Heft 1 starten wir bei den Anfängen im Jahre 1956 und "arbeiten" uns bis zum Ende des Jahres 1959 vor. Das Heft ist thematisch in mehrere Abschnitte untergliedert. Die einzelnen Teilstreitkräfte Luftwaffe, Heeresflieger und Marineflieger werden einzeln und unabhängig voneinander betrachtet. Für die beiden erstgenannten zeichnet sich der Autor Gerhard Lang verantwortlich, das Kapitel über die Marineflieger hat Karl Keller geschrieben. Zur Auflockerung zwischen diesen drei Hauptthemen sind drei Spezialthemen eingearbeitet, nämlich ein Artikel über den "Fliegerhorst Fürstenfeldbrück - Die Wiege der deutschen Luftwaffe" von OTL a.D. Harald Meyer, ein Beitrag von Gerhard Lang über die "Zwei einsamen Mohikaner" der Heeresflieger (Grumman Mohawk) und last but not least eine kleine Monografie über die "Fairey Gannett A.S.4 / T.5" von Autor Hans-Jürgen Becker. Alle Kaptitel sind mit reichlich zeitgenössischem Bildmaterial in Farbe und Schwarz-Weiß ausgetattet, welches sicherlich auch einige bisher unbekannte Aufnahmen enthält. Der Text ist sehr informativ und hält sich mit den Bildern sehr gut die Waage, nicht zu knapp aber auch nicht überladen. Was mir am Ende fehlt ist eine kleine Zusammenfassung des Standes der Dinge am Ende des betrachteten Zeitraumes. Ansonsten ein rundum gelungenes Heft, wir sind gespannt wie es weitergeht! 

Stärken:

  • Viele zeitgenössische Aufnahmen von guter Qualität
  • Interessante Spezialkapitel

Schwächen:

  • Eigentlich keine, ich hätte mir zum Abschluss des betrachteten Zeitrahmens vielleicht noch eine "Order of Battle" gewünscht, wo alle Daten und Fakten wie Geschwaderübersicht und Ausrüstung nochmal übersichtlich zusammengestellt sind.

Fazit:

Der Anfang ist schon mal sehr vielversprechend. Das Heft enthält eine ganze Reihe von sehr schönen zeitgenössischen Aufnahmen von den Anfängen der modernen deutschen Luftwaffe. Wir sind sehr gespannt wie es weitergeht, und vor allem wann!

 - Die Deutschen Luftstreitkräfte im Einsatz

Diese Besprechung stammt von Frank Richter - 30. Mai 2017

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