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Russian Aviation Colours 1909-1922

Volume 3: Red Stars

 - Russian Aviation Colours 1909-1922

Zusammenfassung:

Autor:Marat Khairulin
Verlag:MMP Books
ISBN:978-83-65281-64-7
Erscheinungsjahr:2017
Sprache:Englisch
Inhalt:
  • 167 Seiten mit knapp 300 Abbildungen
  • über 100 Farprofile
  • Tabellen, Abdrucke von Befehlen und Anweisungen durch die Führung
Preis:ca. 48 Euro

Besprechung:

 - Russian Aviation Colours 1909-1922

Am Vorabend der Oktoberrevolution von 1917 war die russische Luftwaffe eine beeindruckende Streitmacht. Sie bestand aus über 300 verschiedenen Einheiten, darunter 14 Luftwaffendivisionen, 91 Fliegerstaffeln, 4 schwere Bomberstaffeln "Ilya Muromets", 32 Staffeln mit Wasserflugzeugen, 87 Ballon-Staffeln, 11 Flugschulen und vielen weiteren Institutionen. Die Personalstärke lag bei gut 35.000 Mann, man konnte über 1.500 Flugzeuge der unterschiedlichsten Typen verfügen. Schon kurze Zeit später versank das Land im Chaos, es herrschte bisweilen Anarchie und post-revolutionäres Chaos. Außerdem tobte noch immer der 1. Weltkrieg und Russland wurde auch von Außen angegriffen. Hinzu kamen noch Unabhängigkeitsbestrebungen der Ukraine. All diese Faktoren führten praktisch zum Niedergang der einst so stolzen (zaristischen) Luftwaffe. Diejenigen Einheiten, denen die Verlegung oder besser gesagt die Flucht ins tiefere russische Hinterland gelang, sahen sich nun einer geänderten Staatsordnung unter der Führung der Bolschewiken gegenüber. Diese Einheiten bildeten am Ende die Grundlage für die Rote Arbeiter- und Bauernluftflotte.  

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Die neue Staatsordnung verlangte auch nach neuen Erkennungsmerkmalen für die Flugzeuge. Das hatte nicht nur ideologische sondern auch ganz einfache praktische Gründe. Sehr oft war es sehr schwierig, wenn nicht gar unmöglich, Freund und Feind auseinander zu halten. Deshalb begann man schon sehr früh damit, einheitliche und vor allem eindeutige Markierungen für die Flugzeuge vorzugeben. In der Theorie war das natürlich wesentlich leichter gesagt als in der Praxis umgesetzt. Tatsächlich gab es in der Anfangszeit ein regelrechts Sammelsurium an unterschiedlichen Markierungen. Oft war dies verursacht durch den schlichten Mangel an der benötigten Menge Farbe. Zunächst sollten die bisher getragenen, dreifarbigen Roundels einfach mit roter Farbe übermalt werden. Das sah dann in etwa aus wie japanische Hinomarus. Später, so etwa Anfang 1919, wurde der fünfeckige Stern mit gerundeten Zacken als neues Symbol für die Streitkräfte eingeführt. Auch er sollte eigentlich rot auf weißem Grund sein, was aber nicht an allen Fronten umgesetzt wurde. Oft waren die Sterne Schwarz. Mangels Farbe wurden die Sterne bisweilen auch in die vorhandenen, dann teilweise übermalten Roundels integriert. Unnötig zu erwähnen, dass es noch viele weitere, lokal oft stark begrenzte Variationen der Sterne und Hintergrundfarben gab. Um die einzelnen Einheiten besser voneinander unterscheiden zu können wurden noch individuelle Staffelmarkierungen eingeführt, die frei wählbar waren und von einfachen Symbolen bis hin zu aufwändig gestalteten Emblemen reichten.

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Das sehr ansprechend gestaltete Buch versucht nun ein wenig Klarheit in dieses Wirrwarr an Markierungen zu bringen, die an den russsichen Flugzeugen kurz nach der Oktoberrevolution zu finden waren. Nach einer kurzen Einführung in den geschichtlichen Hintergrund werden in der Folge alle vorgekommenen Arten der Kennungen behandelt. Als Belege für das Geschriebene sind die entsprechenden Order der jeweiligen Führung abgedruckt, mit Angabe von Datum und Verfasser. Außerdem werden alle Variationen durch entprechende Farbprofile und meist auch mit zeitgenössischen Fotos belegt. Es ist wirklich erstaunlich, wie viele Fotos aus dieser Zeit noch erhalten geblieben sind. Die Qualität der Bilder ist dabei gar nicht mal so schlecht, oft ist sie derart gut, dass der Autor sogar noch Ausschnittvergrößerungen der für die Markierungen interessanten Bereiche anfertigen konnte.

Die Tatsache, dass es von Einheit zu Einheit unterschiedliche Markierungen gegeben hat, wird in dem Buch ausführlich besprochen, auf gut 80 Seiten werden 17 verschiedene "Otryads" abgehandelt. Außerdem widmet sich das Buch auf seinen letzten Seiten nochmal explizit den persönlichen Markierungen und Emblemen ausgewählter Piloten. Innerhalb der einzelnen Kapitel sind einige Überlieferungen aus dieser Zeit abgedruckt, Ereignisse die in irgendeiner Form mit den Markierungen zu tun haben, sowohl in der Luft als auch am Boden. Die über 100 Farbprofile sind mit ausführlichen Beschreibungen versehen, ebenso die Bilder. So sollten eigentlich keine Fragen offen bleiben, wenn man ein entsprechendes Modell bauen möchte. Interessante Vorlagen sind jedenfalls zur Genüge vorhanden!

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Fazit:

Das Buch bringt Licht in die Wirren der vielen unterschiedlichen Markierungen russischer Flugzeuge dieser Epoche. Zahlreiche Bilder und dazu passende Farbprofile belegen das Geschriebene. Trotz des leicht erhöhten Preises für interessierte Leser (und Modellbauer mit diesem Themenschwerpunkt) uneingeschränkt empfehlenswert!

Weitere Infos:

Anmerkungen:

Das Buch auf der Verlagsseite könnt ihr euch hier noch einmal anschauen, inklusive einem "Durchblättervideo":

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Diese Besprechung stammt von Frank Richter - 09. Oktober 2017

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