Du bist hier: Home > Presse-Ecke > Mil Mi-24/35 HIND

Mil Mi-24/35 HIND

Yellow Series 39

 - Mil Mi-24/35 HIND

Zusammenfassung:

Autor:Jakub Fojtík
Verlag:MMPBooks
ISBN:978-83-65281-53-1
Erscheinungsjahr:2017
Sprache:Englisch
Inhalt:
  • 216 Seiten
  • unzählige Schwarz-Weiß- und Farbfotos
  • Farbprofile
  • Maßstabsgetreue Profilzeichnungen
Preis:29,90 €

Besprechung:

HIND! Bei diesem Ausruf könnte es auf dem Gefechtsfeld ungemütlich werden. Wegen seiner starken Bewaffnung, seiner Überraschungstaktik und seiner Wiederstandsfähigkeit ist der Mi-24 nicht nur im Kalten Krieg ein gefürchteter Gegener gewesen, er ist es auch heute noch. Der tschechische Autor Jakub Fojtík greift die Entwicklungsgeschichte dieses fliegenden Schlachtrosses in einer 216-seitigen Monographie detailliert auf. Erschienen ist das Buch im polnischen Verlag MMPBooks. 

Am Anfang wrd dargestellt, wie die sowjetische Armee nach geeigneten Möglichkeiten suchte, bestehende Hubschraubermuster zu bewaffnen und wie es letztlich zu Projektstudien und dann zum Projekt W-24 kam. Am Rande wird an dieser Stelle auch auf bewaffnete Mi-1, Mi-4 und Mi-8 eingegangen, am interessantesten sind jedoch die Aufnahmen des Mock-Ups der Projektstudie: Ganz am Anfang sah die Auslegung noch einen Hubschrauber mit Kufen vor, der Ähnlichkeiten mit Mustern der Bell UH-1-Reihe nicht ganz leugnen kann.

Im weiteren Verlauf wird auf die Mi-24A eingegangen, die sich von späteren Varianten durch ihr "Gewächshaus"-Cockpit deutlich abhebt. Hier werden auch recht seltene Bilddokumente der Nutzerstaaten Vietnam, Algerien und Äthiopien gezeigt, bevor der Wechsel zum gewohnten Tandem-Cockpit dargestellt wird.

 - Mil Mi-24/35 HIND

Im Hauptteil des Buches geht es um die am meisten verbreiteten Varianten D sowie V und die Entwicklung der Bewaffnung. In den ausführlichen Texten geht der Autor dabei auch auf die praktischen Erfahrungen und Modifikationen (z.B.) zum Eigenschutz ein.

Immer wieder, wenn eine neue Variante wie die P Erwähnung im Text findet, wird auch eine neue Risszeichnung im Maßstab 1:72 gezeigt. Diese sind sehr fein und verdeutlichen auch die Vernietung auf dem Rumpf. Zahlreiche Detailfotos und seltene Aufnahmen auch aus den exotischsten Ländern runden das Werk ab, bevor es zu einer ersten Reihe von Farbprofilen kommt. Hier wird kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben, sondern viel mehr eine repräsentative Auswahl getroffen.

Hochspannend ist das nachfolgende Kapitel über zahlreiche und wenig bekannte Sondervarianten wie z.B. zur Erkundung von verstrahlten sowie mit Chemiewaffen verseuchten Gebieten, zur Artillerie-Feuerleitung, zur Überwachung von Umweltverschmutzung und Waldschäden und Polizeieinsätze (!). Auch die Schulungsversionen mit Doppelsteuer werden in einem seperatem Kapitel gewürdigt. 

 - Mil Mi-24/35 HIND

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion ist die Geschichte der Mi-24 nicht zu Ende, ganz im Gegenteil. Neue politische und wirtschaftliche Möglichkeiten brachten neue Versionen wie z.B. die "Super Hind", Mi-24VM und Mi-35 hervor. In diesem Band werden sowohl die Maßnahmen der Nachfolgeunternehmen des ursprünglichen Konstruktionsbüros Mil als auch die Kooperationen mit westlichen Ausstattern (insb. BAE Systems) beschrieben. Zudem werden auch die Modifikationen beschrieben, die die Nutzer in Eigenregie an ihren Flotten vorgenommen haben. Dies führt zu vielen "Aha-Momenten", beispielsweise wenn man fotografische Belege von kroatischen Mi-24V mit Mk. 44-Torpedos sieht.

Neben den ohnehin schon kuriosen Varianten, die im Vorfeld beschrieben wurden, sorgen die Kapitel "Record Breakers" und "Prototypes" für weiteres Staunen. Oder wussten Sie, dass es eine Mi-24A als Versuchsträger mit einem ummantelten "Fenestron"-artigem Heckrotor gab?

Eine nach Baujahren aufgeschlüsselte Stückzahlenliste fehlt nicht. Sie gibt Auskunft darüber, wer wann welche Maschinen bekommen hat. 

Das Ende stellt eine sehr umfangreiche "Technical Description" (57 Seiten) dar, die quer durch alle Varianten reich illustriert ist und auch viele Aufnahmen in Wartungssituationen zeigt und daher für den Modellbauer wertvoll ist.  

 - Mil Mi-24/35 HIND

Stärken:

  • viele bislang wenig bekannte Informationen
  • kein alleiniger "Walkaround", sondern viele Hintergrundinformationen
  • gute Auswahl an Bildern
  • qualitativ hochwertige Farbprofile und Risszeichnungen
  • viele Detailbilder

Schwächen:

  • keine

Fazit:

Ein Werk, das dem Modellbauer nicht nur Detailaufnahmen liefert, sondern auch sehr umfangreich die Typengeschichte behandelt. Hier gibt es über das Muster noch viel zu entdecken. Sollte in keinem Regal eines Hubschrauberfreundes fehlen und ist jeden Cent wert.

Weitere Infos:

Anmerkungen:

Das Buch auf der Verlagsseite könnt ihr euch hier noch einmal anschauen, inklusive einem "Durchblättervideo":

 - Mil Mi-24/35 HIND

Diese Besprechung stammt von Felix Troschier - 23. Januar 2018

Du bist hier: Home > Presse-Ecke > Mil Mi-24/35 HIND

© 2001-2020 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links | Blog