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Moderne ungeschützte LKW der Bundeswehr

Fahrzeug Profile 82

 - Moderne ungeschützte LKW der Bundeswehr

Zusammenfassung:

Autor:Peter Blume
Verlag:UNITEC-Medienvertrieb
ISBN:ohne
Erscheinungsjahr:2017
Sprache:Deutsch
Inhalt:50 Seiten mit 107 durchgehend farbigen Abbildungen
Preis:11,80 Euro

Besprechung:

Schon immer gab es bei der Bundeswehr Fahrzeuge, für die man nicht unbedingt ein dezidiertes Militär-KFZ im Sinne von besonderer Ausstattung oder Fähigkeiten benötigt. Dazu gehörten unter anderem alle handelsüblichen PKW, also viele der Stabsfahrzeuge (man erinnere sich nur an die mattolivgrünen Opel Vectra der 1990er Jahre, mit denen die Bataillonskommandeure herumkutschiert wurden, ja die mit den teddybraunen Stoffbezügen im Innenraum;)). Anfang der 2000er Jahre fasste man daher den Beschluss, den Mobilitätsbedarf der Bundeswehr nach außen zu vergeben. Man gründete zu diesem Zweck die "Bundeswehr-Fuhrpark Service GmbH" (BwFuhrparkService), die von da an einen großen Teil dieser Aufgaben übernahm. Zunächst wurden nur die handelsüblichen PKW durch neue Fahrzeuge ersetzt, ab 2009 kamen auch Transporter, LKW und Sonderfahrzeuge hinzu. Dadurch wurde der Bundeswehr die Möglichkeit gegeben, ihre Flotte immer auf einem relativ aktuellen Stand zu halten. Die Fahrzeuge erhalten je nach Bedarf eine militärische Sonderausstattung, wie z.B. Halterungen für Funkgeräte oder Waffen oder aber auch ein verstärktes Fahrwerk (man erkennt sie an dem Zusatz "hümS").

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Waren früher meist nur wenige unterschiedliche Fahrzeugtypen einer Fahrzeugklasse im Bestand der Bundeswehr vertreten, so hat sich die Vielfalt inzwischen deutlich erhöht. In der Klasse der leichten LKW 0,5t-1t dominiert nach wie vor der Mercedes G, allerdings in den neuesten Ausführungen als G 280 und G300 CDI Greenline, die auch als Wolf 2 bzw. Wolf 3 bezeichnet werden. Er kommt z.B. bei den Feldjägern zum Einsatz. Seit 2007 und 2008 kommen auch Fahrzeuge japanischen Ursprungs zum Einsatz. Neben dem Nissan Patrol wird auch der Nissan Pathfinder für verschiedene Aufgaben an der Streitkräftebasis eingesetzt. Letzterer wird auch unter dem Beinamen "Stier" geführt. Beim "Widder" handelt es sich wieder um ein einheimisches Fabrikat, nämlich den VW T5 Transporter. Auch er verfügt über eine rudimentäre militärische Sonderausstattung, wie z.B. eine NATO-Anhängerkupplung oder eine Schlechtwegefähigkeit durch zuschaltbaren Allradantrieb.

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In der nächsthöheren Gewichtsklasse prägte über viele Jahre hinweg der Mercedes-Benz Unimog U1300 das Bild in den Kasernen und auf den Truppenübungsplätzen. Inzwischen gibt es auch hier aktuellere Modelle, die als U4000 und U5000 angeboten werden. Während die U4000 hauptsächlich zum Transport der Fernmeldekoffer angeschafft wurden, löste der U5000 die allseits bekannten Pritschen-LKW ab, mit denen wohl fast alle Rekruten am ersten Tag beim "Bund" zur Kleiderkammer gekarrt wurden. Es gibt den U5000 auch als Feuerlöschfahrzeug. Technisch gesehen ist er auf dem neuesten Stand und erfüllt mit seinem OM924 Dieselmotor die Abgasnorm Euro 5 (zumindest auf dem Prüfstand ;). In derselben Gewichtsklasse, aber mit weniger militärischer Ausstattung, rangiert der LKW 2t hümS gl Mercedes-Benz Atego 1018A. Er verfügt über Allradantrieb, eine Dachluke mit Drehringlafette und Tarnbeleuchtung. 360 Fahrzeuge wurden beschafft, um die teilmilitarisierten LKW der 2t-Klasse abzulösen. Es existieren zwei Arten von Pritschen, eine herkömmliche und eine, die eine Kabine vom Typ I aufnehmen kann.

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Wer irgendwann in den letzten 30-40 Jahren bei der Bundeswehr gedient hat, wird ihn sicherlich kennen, den guten alten Mercedes 1017 LKW 5t mil GL (und auch die IVECO 168 /110). Auch dieser vielseitige, etwas behäbige LKW hat einen modernen Nachfolger in Form des MB Axor 1829A erhalten. Seine Ausstattung ähnelt dem oben beschriebenen Atego. Am weitesten verbreitet ist auch hier die Version mit Pritsche, er kann bei Bedarf eine Kabine vom Typ II aufnehmen (z.B. Sanitätskabine oder Gefechtsstand). Neben den Axor LKW werden inzwischen unter anderem auch Fahrzeuge von MAN in der 5t-Klasse eingesetzt, nämlich der MAN TGA 18.360BB. Auch er kann auf seiner Ladepritsche diverse Kabinen aufnehmen. Als "hümS" verfügt er sogar über eine recht komfortable Ausstattung, wie z.B. getönte Scheiben, Warmluftheizung mit Klimaanlage und die üblichen Gimmicks wie elektrisch verstellbare und beheizte Spiegel. 400 Stück wurden ab 2008 für die Bundeswehr beschafft. Mit dem IVECO Eurocargo, dem Scania R380 CB 4x4 HHZ und dem Merceds-Benz Zetros 1883 A Langhauber existieren mittlerweile drei weitere Modelle im Fuhrpark der Bundeswehr. Auch diese drei weisen die oben beschriebenen Eigenschaften auf.

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Die schweren LKW der 15t-Klasse bilden das obere Ende der Skala, was die ungeschützten LKW in der Bundeswehr angeht. Hier tummeln sich der MAN TGA / TGS 26.440 6x6 BL und der IVECO Trakker (6x6, 8x8). Beide Fahrzeuge haben einen Wechselrahmen für Standardcontainer, wobei die MAN Fahrzeuge hauptsächlich für den Transport der modularen Sanitätseinrichtung vorgesehen sind. Der MAN TGS ist das Nachfolgemodell des TGA. Man sieht, das Ganze hat auch den Nachteil, dass sich die Fahrzeuge ständig ändern. Da ist es schon ungeheuer praktisch, wenn die Fahrzeuge, so z.B. der IVECO Trakker, über eine elektronische, interaktive technische Dokumentation verfügen. Bleiben zum Schluss noch die 30t hümS Zugmaschinen vom Typ Scania R410 CA 6x4 MHA, sie wurden beschafft, um die teilweise über 25 Jahre alten Fahrzeuge im Bestand zu ersetzen. Mit einem zulässigen Gesamtgewicht von über 26t können sie Sattelauflieger mit einem Gewicht von bis zu 30t aufnehmen. 130 Fahrzeuge wurden 2017 an die Bundeswehr übergeben.

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Das 50-seitige Heft ist in der üblichen Manier aufgebaut. Die einzelnen Fahrzeuge werden wie oben beschrieben der Reihe nach abgehandelt. Zu jedem Fahrzeug gibt es einen kurzen Text mit einer Beschreibung, in der im Wesentlichen auf die wichtigsten technischen Daten und die besondere Ausstattung eingegangen wird. Schwerpunkt des Heftes bilden wie üblich die vielen, großformatigen Bilder, die die einzelnen Fahrzeuge in verschiedenen Ansichten und - wo zutreffend – mit verschiedenen Aufbauten zeigen. Es handelt sich ausnahmslos um Gesamtansichten und Außenansichten. Auf spezielle Details wird bildmäßig nicht eigegangen. Die Bildunterschriften geben weitere Informationen und Erläuterungen zu den gezeigten Fahrzeugen, sozusagen als Ergänzung zu dem jeweiligen Textteil. Die Qualität der Bilder ist durchweg sehr gut, der zur Verfügung stehende Platz wurde optimal ausgenutzt. Es gibt 2, 3 Bilder mit Fahrzeugen, auf die im Text nicht eingegangen wird, wie z.B. den IVECO Trakker 8x8.

Fazit:

Das Heft bietet einen guten Überblick über die inzwischen sehr große Palette unterschiedlicher Fahrzeuge, in diesem Falle natürlich die LKW, bei der Bundeswehr. Vielleicht fühlt sich der eine oder andere eingefleischte 1:24er Modellbauer animiert, einen entsprechenden Umbau von zivil in "hümS" anzugehen, Vorlagen bietet das Heft jedenfalls mehr als genug!

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Diese Besprechung stammt von Frank Richter - 30. November 2017

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