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Hotchkiss H35 & H39

Camera On No. 7

 - Hotchkiss H35 & H39

Zusammenfassung:

Autor:Alan Ranger
Verlag:MMP Books
ISBN:978-836528-1845
Erscheinungsjahr:2018
Sprache:Englisch
Inhalt:
  • 72 Seiten, 103 Abbildungen, durchgehend Schwarz-Weiss
Preis:ca. 14 Pfund

Besprechung:

 - Hotchkiss H35 & H39

Der Hotchkiss H35 Panzer und sein Ableger der H39 wurden Mitte der 1930er Jahre in Frankreich konzipiert um einerseits den Bedürfnissen der französischen Kavallerie beim Übergang in das mechanisierte Zeitalter gerecht zu werden und zum anderen der Infanterie einen modernen Nachfolger für den hoffnungslos veralteten Renault FT-17 anbieten zu können. Zunächst war Eigeninitiative gefragt, denn es gab keine offizielle Ausschreibung. Anfang 1933 präsentierte man den offiziellen ein aus Gips und Holz gebautes Modell im Maßstab 1:3 von dem was man sich so vorstellte. Der Entwurf lehnte sich an das britische Konzept des leichten Panzers wie z.B. dem Vickers Light Tank an. Zunächst war kein Drehturm vorgesehen, jedoch gab es später doch einige Vorgaben seitens des Militärs, unter anderem den Einbau einer 37mm Kanone.

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Hotchkiss konnte Anfang August 1935 einen entsprechend überarbeiteten Protoypen vorstellen, den H35. Inzwischen beteiligte sich auch Renault am Wettbewerb. Da man bei Hotchkiss im Gegensatz zu Renault kaum die Möglichkeit hatte eigene Motoren und Antriebe zu entwickeln musste man auf kommerzielle Teile aus dem Zivilsektor zurückgreifen. Diese waren jedoch für den harten Einsatz ungeeignet und die Ausfallrate entsprechend hoch. Schließlich ging Renault wegen der zuverlässigeren Technik am Ende als Sieger hervor. Allerdings bedeutete das nicht zwangsläufig das Aus für den Hotchkiss-Entwurf. Ihm kam die Rivalität  zwischen der Infanterie und der Kavallerie zugute, de facto durfte nur Erstere über Panzer verfügen, während sich Letztere nur mit gepanzerten Fahrzeugen begnügen musste. Deren genaue Definition war aber nicht festgelegt, so dass praktisch jedes Fahrzeug in diese Kategorie fallen konnte, egal ob mit Ketten- oder Radantrieb.

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Die französische Kavallierie war Mitte der 1930er Jahre mit dem Somua S35  ausgerüstet, dieser war aber teuer im Unterhalt und die Auslieferung verlief sehr schleppend. Daher orderte man 1935 zunächst 200 Hotchkiss H35, dessen höhere Geschwindigkeit passte sehr gut in das Konzept einer beweglichen Kavallerie. 1936 folgte ein weiterer Auftrag über 100 Fahrzeuge. Nun bekam auch die Infanterie Interesse und bestellte ebenfalls 100 Stück. Nach 400 gebauten Exemplaren änderte man die Bezeichnung in H39, bis auf eine gesteigerte Höchstgeschwindigkeit waren die ersten 100 H39 praktisch identisch zum H35. Ab dem 500. Fahrzeug wurde eine spezielle Vorrichtung zum Überqueren von Gräben eingebaut, eine der größten Schwächen sowohl des H39 als auch des Renault R35. Eine geplante Serienproduktion in England kam wegen der Kriegsereignisse nicht mehr zustande, lediglich drei Fahrzeuge wurden zur Erprobung auf die Insel geschickt. Die ebenfalls gelieferten technischen Unterlagen wurden Australien überlassen, der dort entwickelte Sentinel tank hatte große Ähnlichkeit mit dem H39…

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In der siebten Ausgabe der Camera On Reihe widmet sich der Autor Alan Ranger den beiden Hotchkiss-Typen H35 und H39. Das Buch ist, wie die Ausgaben zuvor als Fotoalbum aufgebaut. Erneut konnte man wieder auf diverse private Archive zurückgreifen. Knapp über 100 Bilder sind es dieses Mal geworden die auf 72 Seiten präsentiert werden. Es handelt sich wie immer um unveröffentlichte Aufnahmen, das ist ja sozusagen das Markenzeichen dieser Buchreihe. Nach einer kurzen Einleitung über vier Buchseiten geht es auch schon los mit den Bildern. Der bisher gewohnte Aufbau mit in sich geschlossenen Kapiteln ist hier nicht zu finden, das Thema Hotchkiss gab „nur“ zwei Kapitel her. Schwerpunkt liegt auf den bei der französischen Armee eingesetzten Fahrzeugen, oder besser gesagt auf den von ihr zurückgelassenen Fahrzeugen. Auf den letzten 12 Seiten findet man einige interessante Aufnahmen von deutschen Beutefahrzeugen vor. Das Bildformat ist angenehm groß, es gibt maximal zwei Bilder pro Seite plus eine zum Teil recht umfangreiche Bildunterschrift mit Informationen zum gezeigten Fahrzeug und etwaigen Besonderheiten. 

 - Hotchkiss H35 & H39

Da die Aufnahmen von den Soldaten selbst stammen, wundert es nicht, dass man viele alltägliche Situationen an der Front zu sehen bekommt. Die Fotos wurden ja quasi im vorbeimarschieren  oder während der Rast aufgenommen. Der überwiegende Teil der Aufnahmen zeigt verlassene oder zerschossene Fahrzeuge. Wer auf der Suche nach einer Idee für ein Diorama oder eine kleine Szene ist wird hier sicherlich fündig werden. Die Qualität der  Bilder ist unter Berücksichtigung der Art und Weise, wie sie entstanden sind, überwiegend sehr gut. Der einzige Wermutstropfen für mich ist die Tatsache, dass das Buch durchgehend schwarz-weiß ist. Der Einband ist wie üblich im Taschenbuchformat, gedruckt ist das Ganze auf seidenmattem Papier, 80 Seiten, 103 Bilder.

Fazit:

Schöne Zusammenstellung von Aufnahmen abseits der offiziellen Kriegs- und Propagandafotografie.

Weitere Infos:

Anmerkungen:

Das Buch auf der Verlagsseite könnt ihr euch hier noch einmal anschauen, inklusive einem "Durchblättervideo":

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Diese Besprechung stammt von Frank Richter - 10. November 2018

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