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Canadian Silver Stars

The CL.30 "T-Bird" in Canadian and Overseas Service

 - Canadian Silver Stars

Zusammenfassung:

Autor:Patrick Martin & Bryan Volstand
Verlag:Airdoc
ISBN:978-3-935687-97-3
Erscheinungsjahr:2019
Sprache:Englisch
Inhalt:
  • 236 Seiten, Softcover
  • ca. 350 überwiegend farbige Abbildungen
  • 27 Farbprofile
Preis:44,95 Euro

Besprechung:

 - Canadian Silver Stars

Die T-33 war das erste strahlgetriebene zweisitzige Trainingsflugzeug der USA. Sie basierte auf der Lockheed P-80 Shooting Star mit der sie viele Komponenten gemeinsam hatte. Während man die Tragflächen weitestgehend unverändert übernehmen konnte wurden am Rumpf einige Modifikationen erforderlich, darunter eine Verlängerung vor und hinter dem Cockpit um Platz für den zweiten Sitz zu schaffen. Dies wiederum führte zu weiteren Änderungen im internen Layout um den Schwerpunkt in der Mitte halten zu können. Die Bewaffnung wurde auf 2 Kanonen reduziert um Gewicht zu sparen. Durch den reduzierten Kraftstoffvorrat im Rumpf schuf man die Möglichkeit die größeren "Fletcher"-Tanks anstelle der kleineren (untergehängten) Lockheed- bzw. Misawa-Tanks an den Flügelspitzen zu montieren. Der Prototyp, noch als TP-80C bezeichnet, flog zum ersten Mal am 22. März 1948. Die Produktion lief kurze Zeit später an und die Fertigungsbänder sollten bis 1959 laufen. Der Hauptabnehmer war die USAF, es wurden aber auch über 1.000 Maschinen an befreundete Nationen abgegeben. Der letzte militärische Nutzer war Mexico, der seine T-33 erst 2007 endgültig ausmusterte. In den USA wurde die T-33 bereits Anfang der 1960er Jahre durch die T-37 ersetzt. Bei der Nationalgarde flogen einige Exemplare noch bis in die 1980er Jahre. Insgesamt wurden 5.691 Maschinen von Lockheed gebaut, weitere 866 in Lizenz von Kawasaki und Canadair. 

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Die in Kanada in Lizenz gebauten T-33 wurden als "Silver Star" bezeichnet. Sie wurden eingeführt um den stetig wachsenden Bedarf an Strahlflugzeugführern ausbilden zu können. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges besaß Kanada keine eigenen Flugzeuge mehr und musste von Grund auf neu aufgebaut werden. Der erste Bedarf wurde von einigen P-51 Mustangs gedeckt, jedoch schon sehr bald kamen die ersten Jets in Form der DH Vampire zum Einsatz. Als klar wurde dass sich mit dem Kalten Krieg einen neuer Konflikt abzeichnete entschied man sich für "modernere" Muster in Form der F-86 Sabre und der im eignen Land entwickelten Avro CF-100 Canuk. Die Sabre wurde von Canadair ab Ende 1950 in Lizenz gebaut. Für das Training der Piloten wurde seinerzeit noch auf die Havard gesetzt, was bei weitem nicht ausreichend war, zumal Kanada als NATO-Mitglied auch in Europa präsent war und dort ebenfalls in die Pilotenausbildung der anderen Mitglieder involviert war. Die Auswahl an Jettrainern war Anfang der 1950er Jahre sehr bescheiden. Neben der T-33 gab es nur noch die zweisitzigen Versionen der Gloster Meteor und DH Vampire, die jedoch beide als unzureichend eingestuft wurden, vor allem nach den gezeigten Leistungen im Koreakrieg. So entschied man sich folgerichtig für die T-33, einschließlich der Produktion in Lizenz. Es wurden bis 1959 gut 656 Maschinen unter der Bezeichnung Silver Star Mk.3 gebaut. der wesentliche Unterschied bestand im Triebwerk, die Kanadier bevorzugten das leistungsstärkere Rolls Royce Nene 10 gegenüber dem Allison J33. Neben dem Flugtraining wurde die Silver Star auch für das Waffentraining eingesetzt und konnte mit diversen Außenlasten bestückt werden. Einige Maschinen wurden auch für die Fotoaufklärung eingesetzt. Die Silver Star blieb bis 1974 im Einsatz, neben der kanadischen Luftwaffe wurden sie auch von Frankreich, Bolivien, Griechenland Portugal und der Türkei eingesetzt.  

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Das 236 Seiten starke Buch befasst sich ausgiebig mit der Geschichte der Silver Star, angefangen von einem kurzen Ausflug in die Anfänge der militärischen Jetfliegerei bis hin zur Entstehung der Lockheed T-33 und wie es zum Einsatz bei der kanadischen Luftwaffe gekommen ist. Eine kurze Beschreibung der normalen Einsatz-Rollen fehlt genauso wenig wie die der Sondereinsätze als Zielschlepper, Forschungsflugzeug und als Suchflugzeuge im Rahmen des SAR-Einsatzes. Etwa 53 Seiten im Buch sind dem Einsatz bei der kanadischen Luftwaffe gewidmet, hier sind auch sämtliche Verluste und Transfers aufgeführt, inklusive aller betroffenen Seriennummern. Für den Modellbauer besonders interessant dürften die 20 Seiten über die verschiedenen Lackierungen und Markierungen sein, hier werden auch die entsprechenden (kanadischen) Farbcodes genannt. Weitere 20 Seiten sind den Exporten vorbehalten, auch hier ist alles minutiös mit Seriennummern versehen. Der Abschnitt über die technische Beschreibung der Silver Star ist recht knapp ausgefallen, nichts desto trotz sind einige hilfreiche Informationen enthalten, z.B. was den Unterschied zu einer normalen T-33 ausmacht. Die letzten Seiten des Hauptteils des Buches ist den "Unit Histories" vorbehalten, jene 31 Einheiten die mit der Silver Star ausgerüstet waren bzw. die diese im Bestand hatten. Es handelt sich um recht kurze Zusammenfassungen, da ja viele Informationen bereits in den vorherigen Kapiteln enthalten waren. 

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Einen nicht unwesentlichen Anteil am Buch haben diverse Anhänge. Auf über 80 Seiten erfährt der interessierte Leser vieles über die einzelnen Maschinen, jede wird kurz behandelt mit Nennung der wichtigsten chronologischen Daten und den einzelnen Stationen die durchlaufen wurden. Eine Reihe von Farbprofilen runden das Buch ab. Die ausschließlich Seitenansichten wurden vom aus zahlreichen Publikationen bekannten Illustrator Richard J. Caruana erstellt. Die Double Ugly Bücher sind ja bekannt für ihr hochwertiges und sehr zahlreiches Bildmaterial, dieses hier bildet da natürlich keine Ausnahme. Fast 350 Aufnahmen, davon knapp 100 in Schwarz-Weiß haben die Autoren aus diversen Archiven zusammengetragen. Hier ist für jeden Geschmack etwas dabei, insbesondere Dioramenbauer werden hier fündig werden. Detailaufnahmen sucht man hier allerdings vergeblich, hier und da gibt eine Nahaufnahme oder einen Auszug aus den technischen Unterlagen, einen klassischen Walkaround gibt es aber nicht. Die Bildqualität ist durchgehend sehr gut. Etwas unpassend finde ich bei diesem Buch den Softcover-Einband, bei 236 Seiten ist dieser eigentlich überfordert, vergleichbare andere Bücher aus gleichem Hause bekommt man hier einen deutlich wertigeren "richtigen" Bucheinband.

Fazit:

Ein informatives Buch mit zahlreichen erstklassigen Aufnahmen. Hier wird auf jede einzelne Einheit und Maschine eingegangen. Das Einzige was mir nicht so gut gefällt ist der Softcover-Einband.

Weitere Infos:

Anmerkungen: Erhältlich sind diese Hefte direkt beim Verlag oder im einschlägigen Fachhandel.

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Diese Besprechung stammt von Frank Richter - 03. März 2020

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