Wie geht denn das???- Tipps für Modellbau-Neulinge -von Thomas HofmannWarnung: Bei allen unseren Tipps & Tricks immer an die Sicherheit denken und wenn möglich erst an einem Probestück ausprobieren.
Da liegt er nun vor uns, der Modellbausatz......unerwartet geschenkt (zu Weihnachten?) oder heiß gewünscht und deshalb gekauft. Stellt sich als nächstes - nach dem Öffnen der Verpackung - die Frage was zu tun ist, um aus den mehr oder weniger Einzelteilen ein Modell, wie auf dem Bausatz-Cover dargestellt, zu erhalten. Natürlich gibt es dafür im Bausatz eine BAUANLEITUNG! Da findet man meist alles zum Zusammenbau der Einzelteile und für die Bemalung. Oft sehr aussagekräftig gestaltet und hilfreich, aber manchmal auch etwas ungenau und irritierend. Deshalb von mir einige, wie ich hoffen will, ergänzende und helfende Hinweise für den Neuling im Plastikmodellbau, damit am Ende seiner Bemühungen ein Modell vor ihm steht, wie er es sich vorgestellt hat. Zeigen und erklären will ich meine Art, ein einfaches Modell zu bauen, am Beispiel des 1:72er Bausatz von DRAGON mit der Nr. 7309. Im Bausatz befinden sich die Teile für zwei verschiedene Fahrzeuge. Ich habe mich für das Modell des M998 Troop Carrier entschieden. Packen wir es an!
Da wäre anfänglich zu klären...Wie trenne ich die Einzelteile vom Spritzling (Spritzrahmen) ab, ohne das Teile beschädigt werden? Die meisten Hersteller empfehlen dafür einen Cutter(Messer). Diese Teile sind preiswert und überall in den verschiedensten Formen zu erwerben.
Ich empfehle als besser geeignete Alternative einen speziell für den Plastik-Modellbau hergestellten Seitenschneider zum Abtrennen der Teile.
Dieser ist zwar beim Vergleich mit einem Cutter im etwas höheren Preissegment von ca. 8 bis 9 € angesiedelt, dafür lässt sich aber mit ihm genauer arbeiten und man kann eventuellen Beschädigungen der Bausatzteile vorbeugen wie auf dem folgenden Foto in der unteren Bildhälfte zu sehen.
Obwohl wir/ich noch kein einziges Teil verarbeitet/zusammengeklebt habe(n), steht schon die Frage der BEMALUNG des Modells bzw. der Einzelteile im Raum. Meist wird von den Herstellern ein Bemalen der Einzelteile am Spritzling empfohlen.
Das bedeutet aber: Nach dem Antrocknen der Farbe muss das Teil vom Spritzrahmen noch abgetrennt, die Trennstelle gegebenenfalls (fast immer) verschliffen/bearbeitet und diese dann mit Farbe nachgearbeitet werden. Hier mein auf eigene Erfahrungen beruhender Ratschlag: Zuerst die Teile (auch wenn sie noch so klein sind) vom Spritzling trennen, dann die Trennstellen bearbeiten/verschleifen und zum Schluss das Teil zum Bemalen präparieren. Dies lässt sich mit Hilfsmitteln - angefangen vom Zahnstocher bis hin zur Kroko-Klemme – realisieren, weitere Möglichkeiten nicht ausgeschlossen ... :o) Das ist einfacher und effektiver, allein schon deshalb, weil man Pinsel und Farbe nicht zweimal bemühen muss.
Kommen wir nun zum ZusammenbauHier liegt es am aktuellen Können des Modellbauers, wie gut (optisch) sein Modell am Ende wird. Vorab dazu: Geduld! Nicht gleich die Flinte ins Korn werfen (aufgeben), wenn das fertige Modell nicht so aussieht, wie das was man bei den GERMAN MASTERs gesehen hat! Der Mensch (Modellbauer) entwickelt sich. Ich jedenfalls stehe zu meinen Modellen, die ich früher mal gebaut habe, schon allein deshalb, weil man eben sehen kann, wie man sein handwerkliches Können verbessert hat. Auch wenn es nicht zum Weltmeister-Titel reicht! Mein Wahlspruch: Mir muss mein Modell gefallen und der Bau Spaß machen. Wenn es dann noch dem Einen oder Anderen gefällt ... umso besser! Zum Kleben kann man firmenunabhängig jeden für Kunststoff geeigneten Kleber verwenden. Wichtig ist lediglich das nicht ZUVIEL des Klebers verwendet wird, da sonst unschöne Klebenähte entstehen.
Für das Entfernen von Grat oder Angussstellen kann man die verschiedensten Werkzeuge benutzen. Angefangen vom Schleifpapier (Sandpapier) ab 120er Körnung bis hin zu Stahlwolle, andere Medien wie Glasfaser-Stifte und z.B. Schlüsselfeilen inbegriffen.
Überdimensionierte Klebestellen (hier war zuviel Kleber im Einsatz) sollte man mit ebendiesen erwähnten Medien ebenfalls behandeln, um sie - weil unschön und dem Gesamteindruck des Modells zum Nachteil - unsichtbar zu machen. Sollten Teile beim Zusammenkleben mal nicht so ganz zueinander passen wie angedacht, kann man die eventuell entstandenen Lücken mit Spachtel verschließen. Man kann dafür (zum Auftragen des Spachtels) ein spezielles Werkzeug benutzen, oder der Einfachheit halber und weil schon vorhanden sein Modellbaumesser.
Weitere für den Zusammenbau verwendete Werkzeuge sind z.B. Pinzetten (eine reicht für den Anfang) zum Platzieren kleiner Teile und verschiedenenartigste Klemmvorrichtungen, die beim Verkleben der Teile diese bis zum Festwerden der Klebestelle fixieren.
Allgemeines zur BemalungBei den Einzelteilen wurde sie ja, der Bauanleitung folgend, schon angesprochen. Folgt nun das sogenannte Outfit oder besser gesagt die äußere Farbgebung/Tarnbemalung des Modells. Im vorliegenden Fall wurde sie, wie am gesamten Modell, mit dem Pinsel und Farben von Humbrol sowie Revell vorgenommen; das Ganze ohne Schablone, FREI HAND und deshalb auch sicherlich maßstäblich nicht sehr „original“.
Vorbereitung der Teile für den ZusammenbauSchritt für Schritt an Hand der Bauanleitung in einer Foto-Übersicht. Der obere Teil des Fotos ist jeweils der entsprechende Abschnitt aus der Bauanleitung.
Wie bereits gesagt...Dies soll ein allgemeiner Überblick zum Thema Plastik-Modellbau sein um Neulingen auf diesem Gebiet zu zeigen, dass es keines großen Aufwandes an Material und Werkzeug bedarf, um dieses interessante Hobby für sich zu entdecken. Einzelheiten zum Zusammenbau, Möglichkeiten der Detaillieren eines Modells und farblicher Bearbeitungs-Varianten, die im Plastik-Modellbau möglich sind, waren nicht das Thema meines Beitrages. Thomas Hofmann Publiziert am 25. Juli 2008 © 2001-2012 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum |