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Modellfotografie mit dem Lichtwürfel

von Bernd Korte

Warnung: Bei allen unseren Tipps & Tricks immer an die Sicherheit denken und wenn möglich erst an einem Probestück ausprobieren.


Das Setup in der Übersicht; hier ohne Beleuchtung.
Das Setup in der Übersicht; hier ohne Beleuchtung.

Vor geraumer Zeit wurde ich im Forum des Aircraft Resource Center auf einen Beitrag aufmerksam, der sich mit sogenannten „Lichtwürfeln“ und ihrem Einsatz in der Modellfotografie beschäftigte.

Kurzerhand bestellte ich mir selbst im Internet für ca. 30 EUR einen solchen Würfel. Dabei handelt es sich um einen flexiblen Drahtwürfel, der mit weißem Nylon bespannt ist. Auf der Vorderseite ist er offen, kann dort aber per Klettverschluss auch mit einer mitgelieferten Nylonbahn verschlossen werden, die in der Mitte einen Schlitz für das Kameraobjektiv hat. Mit etwas Geschick kann man die ganze Konstruktion auf eine handliche Größe zusammenfalten und in der ebenfalls im Lieferumfang enthaltenen Tragetasche verstauen.

Wofür „braucht“ man diesen Lichtwürfel nun genau? Wer schon einmal versucht hat, sein fertiges Modell oder auch einzelne Baustufen bei Kunstlicht zu fotografieren, wird sich mit einer Anzahl von mehr oder weniger kleinen Problemen konfrontiert gesehen haben. So hängt die Qualität des Bildes z.B. entscheidend von der Art der Beleuchtung ab. Im Freien, bei strahlendem Sonnenschein ist das natürlich weniger ein Problem. In geschlossenen Räumen muss man aber gezwungenermaßen auf Kunstlicht zurückgreifen. Normale Lampen strahlen dabei ein etwas gelbliches Licht aus, was sich direkt auf den Bildern bemerkbar macht. Benutzt man dann noch verschiedene Lichtquellen, um das Modell bestmöglich auszuleuchten, erzeugen diese natürlich auch gleich mehrere Schatten.Der Lichtwürfel vermindert nun diese beiden Problemquellen erheblich. Zum einen gibt es keine harten Schatten mehr, da diese durch den „Nylonfilter“ diffus werden. Und zum anderen wird auch der Gelbstich von Kunstlampen etwas reduziert, wenn auch nicht vollständig aufgehoben. Wer sich mit diesem Thema näher beschäftigen will, sollte im Handbuch seiner Digitalkamera einmal nach dem Stichwort „Weißabgleich“ suchen oder den Index seines Bildbearbeitungsprogrammes hiernach befragen. Alle Bilder auf dieser Seite wurden „roh“ der Digitalkamera entnommen, ohne Weißabgleich. Bei den Aufnahmen benutzte ich lediglich zwei Schreibtischlampen und das normale Deckenlicht des Zimmers. Wer hier etwas professioneller ans Werk geht, wird mit dementsprechend besseren Ergebnissen belohnt werden.

Modellfotografie mit dem Lichtwürfel

Emhars F-94C musste hier als Testobjekt herhalten.
Emhars F-94C musste hier als Testobjekt herhalten.

Wie im oben zu sehen, kann bei Modellaufnahmen im Maßstab 1:72 oder 1:48 die Kamera bei dieser Größe des Lichtwürfels (85x85x85cm) problemlos im Würfel mitsamt Stativ positioniert werden. Auch die meisten 1:32er Modelle sollten hier noch gut unterzubringen sein. Natürlich gibt es Lichtwürfel aber auch größer und kleiner.

Als Hintergrund werden manchmal farbige Nylonbahnen mitgeliefert, die im Würfel ausgelegt werden können. Da diese allerdings meist in den Farben eher grell sind und zur Faltenbildung neigen, was bei Nahaufnahmen unschön auffällt, empfehle ich einfachen farbigen Zeichenkarton. Am besten in Hellgrau oder Hellblau.

Innenaufnahme ohne Lichtwürfel.
Innenaufnahme ohne Lichtwürfel.

Auf den letzten beiden Bildern wird noch einmal deutlich, wie wichtig die Wahl der Lichtquelle ist. In beiden Fällen wurde derselbe Karton als Untergrund benutzt. Bei Kunstlicht erscheint dieser jedoch grau und bei Tageslicht eher blau. Soviel zum Thema Farbechtheit!

Dieselbe Beleuchtung wie o., aber mit Lichtwürfel.
Dieselbe Beleuchtung wie o., aber mit Lichtwürfel.

Aufnahme bei Tageslicht im Freien.
Aufnahme bei Tageslicht im Freien.

Bernd Korte,
FFMC

Publiziert am 06. Oktober 2006

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