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Boeing-Vertol CH-47 Chinook

von Saeed Ezadi (1:72 Italeri)

Boeing-Vertol CH-47 Chinook

Der kraftvolle Sound dieses Hubschraubers, seine Größe, sein Aussehen – das hat mich immer schon sehr beeindruckt, und so war es mein Wunsch, eine Chinook der iranischen Luftwaffe zu bauen.

Mein Vater diente während des Iran-Irak-Krieges in der Armee, und wir lebten in einer Garnison; Hubschrauber starteten und landeten ganz in der Nähe unseres Zuhauses. Ich hatte oft Hubschrauber der Typen Bell 214, Bell 205 und Bell 206 gesehen, doch als ich zum ersten Mal eine Chinook erlebte, unterschied sich ihr Geräusch deutlich von dem dieser früheren Modelle, und sie strahlte eine enorme Kraft aus. Ich sah sie damals erstmals in ihrer charakteristischen Tarnlackierung – einer Grundfarbe, die man als „gealtertes Weiß“ bezeichnen könnte, kombiniert mit sandfarbenen oder ähnlichen Tönen. Später, als ich Flugschauen besuchte, um Hubschrauber zu fotografieren, fiel mir erneut auf, wie schön dieses Flugzeug aus vielen Blickwinkeln wirkt.

Boeing-Vertol CH-47 Chinook

Es gibt diverse Chinook-Bausätze verschiedener Hersteller auf dem Markt, doch meiner Meinung nach ist die Chinook von Italeri sehr originalgetreu. Natürlich hat jeder Bausatz seine Schwachstellen, aber nach der Fertigstellung hat man wirklich das Gefühl, eine echte Chinook vor sich zu haben. Man sollte beachten, dass ich das Modell C gebaut habe; dessen Rotorblätter unterscheiden sich von denen der Modelle D oder F, wie sie von vielen anderen Herstellern produziert wurden. Ein Vorteil des Italeri-Bausatzes war, dass die Rotorblätter keiner Korrektur bedurften.

Weil mein Modell etwas besonderes sein soll, beschloss ich, den Bausatz zu modifizieren. Ich fügte einige Fotoätzteile hinzu und verwendete ein Resin-Set für Motor und Getriebe von Black Dog. Die Endmontage war sehr anspruchsvoll, doch mit einigen Tricks gelang es mir, den Bausatz fertigzustellen. Die größte Schwierigkeit bereitete die vordere Klarsichthaube: Sie gehört zu den letzten Teilen, die montiert werden, und passte nicht ohne Weiteres; ich hatte Mühe, sie korrekt am Rumpf auszurichten. Zudem – auch wenn ich nicht glaube, dass mir bei der Montage grobe Fehler unterlaufen sind oder ungewöhnliche Probleme auftraten – entstehen beim Verbinden des unteren Rumpfbodens mit den beiden Rumpfhälften deutliche Spalten, die korrigiert werden müssen. Glücklicherweise befindet sich dieser Bereich an der Rumpfunterseite; sollte das Ergebnis dort also nicht perfekt sein, fällt es am fertigen Modell kaum auf.

Was den Motor von Black Dog betrifft: Er ist durchaus gelungen, auch wenn der Hersteller nicht in allen Bereichen jedes Detail perfekt wiedergegeben hat. Letztendlich wird kaum jemand jedes winzige Detail so genau unter die Lupe nehmen, und ich kam mit dem Teil gut zurecht.

Boeing-Vertol CH-47 Chinook

Für die Decals – da ich den Hubschrauber in der Ausführung der iranischen Luftwaffe baute – griff ich auf Abziehbilder eines Freundes zurück, der sich auf diesem Gebiet auskennt. Tatsächlich wurde eine von mir vorgeschlagene, eher unbekannte Kennung in das Design der Decals aufgenommen, was hervorragend funktionierte. Ergänzend verwendete ich einige Decals aus dem ursprünglichen Italeri-Bausatz; diese waren zwar ordentlich, aber sehr dünn und lang, sodass sie mit Sorgfalt angebracht werden mussten. Ernsthafte Probleme bereiteten sie jedoch nicht.

Boeing-Vertol CH-47 Chinook

Bei der Lackierung orientierte ich mich an meinem eigenen Archiv: Ich verfügte über zahlreiche Fotos von Chinooks der iranischen Luftwaffe und des Heeres und zog zudem Online-Quellen heran, um dem Original so nahe wie möglich zu kommen. Das Endergebnis ist sehr gut gelungen. Allerdings wirken die Fotos – bedingt durch wechselnde Lichtverhältnisse, den Hintergrund, den Weißabgleich und ähnliche Faktoren – etwas anders als das Modell in der Realität; sie geben das Erscheinungsbild nicht exakt wieder. Dennoch bin ich mit der Lackierung sehr zufrieden.

Es ist erwähnenswert, dass sich der ursprüngliche Standardanstrich der an den Iran gelieferten Chinooks im Laufe der Zeit allmählich änderte. Diese Veränderungen waren sowohl auf Witterungseinflüsse, Alterung und das Ausbleichen durch Sonneneinstrahlung zurückzuführen als auch darauf, dass einige Hubschrauber in einem zweiten Farbschema neu lackiert wurden – etwa in einem Farbton, der „Olive Drab“ näherkam, oder in anderen Varianten in Sand- oder Grautönen. Bei der Luftwaffe gab es zudem eine besondere Chinook, die braun lackiert war, ähnlich wie die Cobra- und 214-Hubschrauber des Heeres. Das von mir gewählte Tarnschema scheint jedoch das ursprüngliche, für die iranischen Chinooks vorgesehene Design zu sein; dieses wurde offenbar von Agusta (Elicotteri Meridionali d´Italia) entworfen. Diese Tarnung war anscheinend Teil des ursprünglichen Entwurfs.

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An der linken Seite des Chinook-Rumpfes verläuft eine Funkantenne fast über die gesamte Länge des Hubschraubers, montiert auf einer Reihe kleiner Halterungen. Ich verwende die bei Bausätzen im Maßstab 1:72 mitgelieferten Kunststoffhalterungen äußerst ungern und entferne sowie ersetze sie nach Möglichkeit lieber. Leider waren für dieses Bauteil keine Fotoätzteile als Halterungen erhältlich, sodass ich auf diese Option verzichten musste. Da die Kunststoffhalterungen empfindlich sind und leicht brechen können, entschied ich mich stattdessen für Metall. Nach der Durchsicht verschiedener vorrätiger Materialien gelang es mir, geeignete Metallhalterungen zu finden.

Ich hatte Bedenken, dass die Farbe beim Bemalen dieser Metallhalterungen leicht abblättern könnte, da herkömmliche Grundierung nicht gut darauf haftet. Daher verwendete ich den „Metal Primer“ von Tamiya, der hervorragend funktionierte. Für den Antennendraht selbst nutzte ich eine Art Takelgarn für Schiffsmodelle von MiG. Ich verwendete dieses Material zum ersten Mal, war aber von der Leistung begeistert: Es reißt nicht leicht, besitzt eine gewisse Elastizität und lieferte insgesamt ein sehr gutes Ergebnis.

Boeing-Vertol CH-47 Chinook

er Chinook-Hubschrauber – insbesondere die vom Iran genutzte Version – trägt den Spitznamen „Hookers!“ (was auch auf den Aufnähern der IRIAF-Piloten zu lesen ist); dieser Name leitet sich von dem Haken ab, der unter diesen Hubschraubern für Außenlasttransporte (Sling-Operationen) verwendet wird. Aus diesem Grund entschied ich mich, den Lasthaken an meinem Modell zu berücksichtigen, und montierte ihn an der Rumpfunterseite. Man sollte jedoch beachten, dass es verschiedene Hakentypen gibt; man muss also genau jenen verwenden, der zur jeweiligen Modellvariante passt.

Der von mir verwendete Bausatz enthielt Optionen für vier verschiedene Länder, wobei sich die Außenausstattung – also Antennen, Haken, Kameras und Ähnliches – je nach Land unterscheidet. Daher empfiehlt es sich, das Modell mit Originalfotos abzugleichen und die entsprechenden Teile anzupassen, um eine authentische Nachbildung zu erhalten. Während beispielsweise britische Maschinen über zahlreiche Anbauteile und Antennen verfügen, weist die iranische Version – die den Modellen der U.S. Army ähnelte – nur wenige externe Zusatzelemente auf. Das Hinzufügen von Ausrüstung, die beim Original nicht vorhanden war, lässt das Modell unnatürlich wirken.

Boeing-Vertol CH-47 Chinook

Wer eine Chinook im Maßstab 1:72 bauen will: Dieser Bausatz ist zu empfehlen. Man kann ihn durch Fotoätzteile, ein aufgewertetes Cockpit und diverse weitere Modifikationen noch verfeinern. Ich habe zum Beispiel viel Zeit in die Bemalung der Instrumente und Anzeigen investiert; das Ergebnis ist wirklich gut gelungen. Normalerweise habe ich bei diesem Arbeitsschritt oft Schwierigkeiten, aber hier hat es wunderbar geklappt. Leider ist von diesen Details nach der Fertigstellung des Hubschraubers nicht mehr allzu viel zu sehen. Man kann das Modell auf verschiedene Arten modifizieren – so wie ich es getan habe: Beispielsweise lässt sich die Heckrampe geöffnet oder geschlossen darstellen, oder man nimmt andere ähnliche Anpassungen vor, um am Ende ein sehr ansprechendes Chinook-Modell zu erhalten.

Im Vergleich zu anderen Italeri-Bausätzen, die ich bereits gebaut habe – überwiegend Hubschrauber wie die Cobra sowie die Modelle 206 und 205 (und ich habe noch weitere, die ich noch nicht gebaut habe) – war dies insgesamt der beste Italeri-Bausatz, den ich bisher bearbeitet habe. Auch die Italeri-206, die ich zuvor gebaut hatte, war ein sehr ordentlicher Bausatz, besonders wenn man den kleinen Maßstab bedenkt.

Boeing-Vertol CH-47 Chinook

Saeed Ezadi

Publiziert am 28. September 2026

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