Schwerer MörserTodeskorps von "Krieg", Warhammer 40Kvon Jonas Haischberger (1:64 Games Workshop)
Zum Vorbild:Krieg, ist eine berüchtigte Welt des Imperiums der Menscheit, einst eine gut befestigte und reiche Makropolwelt, dann lösten sich ihre Herrscher vom Imperium. Einzig die von einem imperiumtreuen Offizier geführte Makropole Ferrograd widersetzte sich den Sezessionisten und verwandelte den eigenen Planeten mit einem Arsenal von Massenvernichtungswaffen in eine tote Welt und es brauchte weitere 500 Jahre blutigen Krieges auf und unter der verstrahlten und vergiften Oberfläche, bis die Loyalisten siegreich aus der Asche emporstiegen. Seitdem ist Krieg eine Soldatenfabrik: andere Planeten heben Regimenter aus, Krieg hebt Armeen aus. Die Todeskorps von Krieg sind für ihre Aufopferungsbereitschaft, kaltes Gemüt und als Spezialisten des Grabenkriegs berühmt. Als solche spielt schwere Artillerie eine große Rolle, so auch die schweren Artilleriemörser, eine schwere Feldartillerie.
Aufgrund der Anlehnung des Todeskorps an verschiedene Uniformen des Ersten Weltkriegs wurden die Soldaten entsprechend des deutschen Feldrocks M1907/M1910 bemalt. Beim Farbschema des Mörsers orientierte ich mich an dem Modell des von Stefan Szymanski auch hier im Modellversium vorgestellten 21 cm Krupp-Mörser.
Zum ModellDas Modell selbst dient als Spielfigur im taktischen Spiel System Warhammer 40K. Es entstammt der Produktion der ehemaligen Games Workshop Unterfirma "Forge World" und wird nicht mehr produziert, auch hat es in der derzeitigen Edition von Warhammer 40K keine Regeln, kann aber leicht als Ersatz für das "Krieg Artillery Team" eingesetzt werden.
Die Modelle bestehen jeweils aus einer Grundplatte mit einem schweren Mörser und drei Soldaten (einer davon als Artilleriebeobachter) sowie einigen Treibladungskartuschen und Granaten. Es wurde keine Anleitung mitgeliefert, es war aber auch nicht notwendig. Auf dem Brettspiel ist die Artillery je nach Edition unterschiedlich effektiv durch das indirekte Feuer, aber immer eine Ursache dauerhaften Schadens, der langsam aber sicher den Gegner schwächt. Indirektes Feuer ist eine der Sachen, die Games Workshop im Spiel meist eher schlecht als recht hinbekommt.
Zum Bauen und Bemalen
Beim Bauen und Bemalen habe ich ein besonderes Augenmerk auf die Gestaltung der Grundplatte gelegt, indem ich mit verschiedenen Materialien eine mehr oder weniger ausgebaute Artilleriestellung darstellen wollte, so stehen alle Mörser und Munition auf mit Eisstielen erstellten Holzplatten, teilweise auch die Artilleriesoldaten. Der Untergrund wurde mit Gipsmasse geformt und vor den Geschützen befinden sich verschiedene Elemente, die etwas Splitterschutz bieten sollen. Hierbei gibt es aus dem Plastik-Gussrahmen anderer Figuren hergestellte Steine, mit Greenstuff geformte Sandsäcke und mithilfe von Wasserdampf gebogene Kaffeerührer aus Holz als Holzteile. Besonders das Formen des Holzes war sehr spaßig.
Vor dem Erstellen der Grundplatte wurden jedoch die Modelle für sich zusammengesetzt. Hierbei habe ich versucht, eine möglichst hohe Varianz bei den Soldaten in ihrer Haltung zu erreichen. Die Figuren bestehen aus einem Körperstück sowie zwei Armstücken, jedes Armpaar passt auf jeden Körper, aber die unterschiedlichen Arme der Armpaare sind im Allgemeinen nicht beliebig variierbar.
Der Mörser besteht aus vier Teilen: Rohr, Halterung und zwei Rädern. Das Rohr kann dabei in verschiedenen Stellungen in die Halterung geklippt werden. Für mehr Varianz lagen zusätzlich jeweils zwei Lasguns (Lucius-Pattern No. 98) ein Pistolenholster und zwei Magazintaschen sowie zwölf Schulterstücke dabei (zwei pro Schulter). In guter Manier sind mir hierbei einige Schulterstücke sowie ein Pistolenholster abhanden gekommen, weshalb es meist nur für ein Schulterstück pro Schulter gelangt hat und die Pistole prompt durch ein Schwert aus der Restekiste ersetzt wurde. Durch diese Teile ist eine gute Varianz möglich, da diese sowohl an den Soldaten als auch als Basen-Deko passend sind. Im weiteren Verlauf sind jedoch viele der Gewehre abgebrochen, da diese recht dünn und aus Resin sind. Hierbei ist vor allem die Gewehrmündung betroffen, ein Teil war dabei lange genug unauffindbar, so dass es durch eine 1:200 Kanone eines Black Pearl-Sets aus der Restekiste ersetzt wurde und entsprechend wenig schneidig aussieht, auch bei anderen musste ich teilweise aufgrund schwacher Klebeleistung auf Greenstuff als Unterstützung zurückgreifen.
Ich habe die Modelle als Ganzes bemalt, was gewisse Bereiche unter dem Mörser kaum für den Pinsel zugänglich machte und auch den Zugang zu gewissen Körperstellen wesentlich erschwerte. Bei den Mörsern und Treibladungskartuschen bediente ich mich leicht verwässerter Farben nach der Grundfarbe, um Unregelmäßigkeiten zu erreichen und es mehr nach einem Farbanstrich wirken zu lassen. Der Munition habe ich eine gewisse Farbcodierung gegeben. Ansonsten wurde entsprechend des geplanten Farbschemas gearbeitet, was immer wieder wegen der verschiedenen Schichten überraschend viel Zeit forderte. Am Ende wurde noch mit einer nötigen Menge Agrax Earthshade und Stirland Mud aus der GW-eigenen Citadel-Farbreihe der Schmutz und die Erde erstellt und dann der natürliche Bewuchs hinzugefügt.
Zum Schluss
Der Bausatz ist im Stil der alten OOP Forgeworld-Modelle aus Resin, die ja im vergangen Jahr durch neue aus Plastik ersetzt wurden. Ich trauere den alten Modellen sehr nach, da diese auch stilistisch oft besser aussahen, aber nochmal teurer waren als Warhammer-Bausätze eh schon ist. Sie sind zwar wesentlich fragiler, und es ist schwer, mit Resin zu arbeiten, jedoch können sie trotz wenig Ausrüstungsoptionen wesentlich unterschiedlicher gebaut werden. Ich würde das Modell jetzt gerne weiterempfehlen, aber das ist bei einem OOB-Modell eigentlich verschwendete Liebesmüh.
Jonas Haischberger Publiziert am 28. Januar 2026 © 2001-2026 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links |