Alfa Romeo Giulietta Spidervon Matthias Reinshagen (1:24 Protar)
«Che bella macchina!» Italophile Autofans lassen diesen Ausruf hören, wenn sie vor einem Afa Giulietta Spider stehen. Mittlerweile ist das «Julchen» - so nennen deutschsprachige Eigner ihre blecherne Freundin, in gutem Zustand rar und teuer geworden. Dieser kleine Sportwagen, entworfen und gebaut bei Pininfarina, war die offene Version der Giulietta-Baureihe 750 (nach 1959: 101). Der kompakte Giulietta zielte auf die wachsende, kaufkräftige Mittelschicht im Italien der Nachkriegszeit und wurde ein kommerzieller Erfolg. Die sehr konventionell gestaltete viertürige Limousine wurde flankiert von zwei sportlichen, zweisitzigen Varianten, dem Sprint (Coupé) und dem Spider (Cabriolet). Produziert wurden die Giuliettas von 1954 bis 1964.
1995 erschien der Kit des Spiders beim italienischen Hersteller Protar. Grund genug, den Jubilar zum dreissigsten Geburtstag aus der Vitrine zu holen. Der Kit wurde übrigens 2004 praktisch unverändert von Italeri wieder aufgelegt. Wer das Modell heute aus aktueller Italeri-Fertigung zusammensetzt oder die älteren Kits antiquarisch erstehen kann, hat also einen echten Oldtimer in den Händen. Der Bau ist problemlos und sollte auch weniger erfahrenen Bastlern gelingen. Dabei gibt es für versierte Modellbauer die Möglichkeit, Hauben und Türen geöffnet darzustellen. Sie liegen separat bei – das mühsame Ausschneiden und Sägen, nicht selten begleitet von Flüchen und blutenden Fingern, entfällt. Wer es anspruchsvoll mag, baut noch die Scharniere in Eigenregie und kann dann dem staunenden Publikum vorführen, wie sich die Öffnungen vorbildgetreu auf- und zumachen lassen. In diesem Fall müsste allerdings noch ein wannenförmiger Einsatz für den Kofferraum erstellt werden.
Besonders bei hellen Farben wie dem Französisch-Blau im Bugatti-Style ergibt sich ein wirkungsvoller Kontrast zwischen den lackierten und mattschwarzen Partien am Armaturenbrett und den Türen – Fiat hat beim Barchetta dieses Gestaltungselement Jahrzehnte später wieder als Retro-Design aufgegriffen. Da lässt man das optionale Verdeck (damals nur in schwarz erhältlich) gerne weg, um den Blick ins Innere zu geniessen. In der Vitrine regnet es ja auch nie…
Die Chromteile, besonders an der Frontpartie, kommen bei einer dunklen Karosseriefarbe am besten zu Geltung. Sie verleihen dem Alfa sein typisches Gesicht. Die Motornachbildung enthält alle wesentlichen Elemente. Das Cockpit ist ein Genuss. Die Decals für die Armaturen sind scharf gedruckt. Legt man noch passend geschnittene Kreise aus transparenter Folie auf, verstärkt sich der realistische Effekt.
Kurzum, die kleine «Bella Macchina» überzeugt auf der ganzen Linie und gehört in jede Kollektion italienischer Klassiker – falls sie dort nicht bereits steht, lohnt sich der Griff zum Italeri-Kit. Vielleicht bekommt der Blaue bald Gesellschaft, von einem Schwarzen oder Dunkelgrauen mit knallrotem Interieur… damals ebenfalls eine gerne gesehene Kombination. Andiamo, Alfisti, greift zu!
Matthias Reinshagen Publiziert am 13. März 2026 © 2001-2026 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links |