Moskwitsch 427Eine "Jugendsünde", Baujahr 1971von Johannes Wipauer (1:43 Unbekannter Hersteller)Zum Vorbild:Hersteller war der noch zu Sowjetzeiten gegründete OAO Moskwitsch, der 2006 insolvent wurde. Der Moskwitsch 427 war die Kombiversion des Moskwitsch 412. Der äußerliche Unterschied zum Vorgänger 426 bestand in der Änderung von runden auf rechteckige Scheinwerfer. Das sehr robust wirkende Fahrzeug brachte leer ca. 1.100 kg auf die Waage, man durfte inklusive Fahrer bis zu 450 kg zuladen, was wir seinerzeit bei einer Campingreise zu viert sicher gut genützt haben. Antrieb: Vierzylinder-Viertakt-Ottomotor, 1500 ccm, 75 PS, die in Österreich aus versicherungstechnischen Gründen auf 70 PS gedrosselt waren. Für mich, der zuvor nicht einmal 50 PS zur Verfügung hatte, ein prima Auto. Der Verkäufer schwärmte damals davon, dass man viele Merkmale des Motors von BMW abgekupfert hatte, was in Wikipedia sogar bestätigt wird. Vierganggetriebe, Hinterachsantrieb, viertürig mit geteilter Heckklappe (Fenster öffnet nach oben, Blechteil nach unten) Bauzeit: 1969 – 1976, meiner war ein 71er, den ich 1975-76 fuhr, also vor 50 Jahren. Quellen: https://ostmodellauto-freak.de/moskwitsch-427.html sowie https://de.wikipedia.org/wiki/Moskwitsch
Mein Modell:In knalligen Orange lackiert, ohne Verpackung, aber in sehr gutem Zustand, habe ich das Modell bei einer Modellbauausstellung aus einem Wühltisch gefischt, zu einem „taschengeldgerechten Preis“. Derzeit werden ähnliche Modelle zehnmal so teuer im Web angeboten.
Dann lag es einige Jahrzehnte im Keller, bis ich es in einem sentimentalen Moment wieder entdeckte und beschloss, daraus „mein Auto“ zu machen: Andere Farbe aussen und innen und ein paar Details dazu. Zu dieser Zeit erschien in unserer Making of-Reihe der Beitrag von Christian Vana "Diecast Supering". Ich konnte von Christian auch noch Tipps und Erfahrungswerte zum Thema „Entlacken“ bekommen, die mir sehr halfen.
Meine Arbeitsschritte waren einmal das möglichst schonende Zerlegen des alten Modells, wobei mir die Verwendung von Schrauben seitens des Herstellers sehr gelegen kam. Dann das Entlacken, wobei die Verwendung von Bremsflüssigkeit aus dem Automobilbedarf DER hilfreiche Tipp von Christian war. Allerdings dauert die "Badekur" einige Wochen, bis der alte Lack ab ist. Nach der Entlackung habe ich gründlichst gereinigt, mehrere Tage trocknen lassen, dann in mehreren Schichten grundiert, mit 1800er Micro-Mesh geschliffen, in mehreren Schichten lackiert, 2 Wochen trocknen lassen.
Schritt 1: Zerlegen Dann hatte ich die lustige Idee, die beim Original recht prominent erscheinenden Chromteile wie Fensterrahmen, Türgriffe und Markennamen durch vorsichtiges Abschleifen bzw. Abkratzen der aufgetragenen Schichten darzustellen, also mit der natürlichen Farbe des gegossenen Metalls. Naja - ich hatte schon bessere Ideen… Nachdem ich die Kollateralschäden mit einer Mischung von zwei Humbrol-Emaillacken ausgetupft und durch Polieren (12000 Micro-Mesh) einigermaßen angeglichen habe, erfolgte der Zusammenbau. Die Inneneinrichtung wurde inzwischen dem Original angeglichen (Meiner hatte rote Sitze aus Kunstleder, „Skai“ hat man das damals genannt).
Zuletzt kamen noch Scheibenwischer, Außenspiegel und (selbstgedruckte) Nummerntafeln drauf. Bei den Scheibenwischern habe ich mich an den angedeuteten Wischerblättern in der Windschutzscheibe des Modells orientiert – dadurch ist die Endstellung viel zu hoch. Mach ich beim Nächsten anders…
Zum Abschluß noch zwei (leider sehr schlechte) Bilder des Originals:
Johannes Wipauer Publiziert am 03. November 2026 © 2001-2026 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links |