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Farming tractors

Michael Franz

von Making of (1:35 Custom Factory )

Farming tractors

Prolog

Im Plastikmodellbau ist die Sparte „Traktoren und Landmaschinen“ eher klein. Die Modelle bieten aber Einiges an Power und sind geradzu dazu prädestiniert mit Drybrushing und Weathering „gealtert“ zu werden. 

Background

Ein für mich faszinierendes Thema sind zivile Nutzfahrzeuge aller Art. Schon als kleines Kind waren große Maschinen für mich von großem Interesse. Ganz egal ob Baufahrzeuge oder Landmaschinen wie Traktoren oder Mähdrescher. Je gebrauchter diese aussahen, desto interessanter wurden die Fahrzeuge für mich. Der gebrauchte Look eines Fahrzeugs macht auch beim Modellbau die Originalität des Modells aus. Ganz speziell bei Nutzfahrzeugen sind Gebrauchsspuren bereits nach dem ersten Einsatz nicht zu vermeiden und nur selten werden solche Fahrzeuge nach jedem Einsatz geputzt und poliert. Somit sind für mich Alterungsspuren aller Art sowie Schmutz und Dreck entscheidende Merkmale, um Nutzfahrzeuge realistisch darzustellen. Ohne solche wirkt ein solches Fahrzeug stets wie Spielzeug und ist alles, aber nicht realistisch. 

Schaut man sich auf dem Markt für Bausätze um, ist die Anzahl an verfügbarer Modellen in diesem Bereich auch noch etwas begrenzt, speziell im ansonsten eher für Militärfahrzeuge bekannten Maßstab 1:35. Die meisten verfügbaren Modelle von Traktoren, Mähdrescher, Bagger oder anderen derartigen Nutzfahrzeugen stammen von Kleinserienherstellern und sind vorrangig aus Resin gefertigt. Ganz besonders, wenn auch noch ältere Fahrzeugmodelle dargestellt sein sollen, denn diese sind in Punkto Rost und Schmutz nochmals um einiges spannender als moderne Fahrzeuge, die heute im Einsatz sind. Resinmodelle, oftmals auch mit Fotoätzteilen ergänzt, verlangen allerdings stets auch nach etwas Erfahrung im Modellbau und bedeuten einiges an Mehrarbeit, als herkömmliche Spritzgussbausätze. Des Weiteren sind bei Kleinserienherstellern oft auch weniger Details dargestellt oder die Qualität der Bauteile erfordert weitreichende Nacharbeit.

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Hier gilt es also in Eigenregie tätig zu werden. Fehlende Details gilt es in Eigenregie zu erstellen und nachzubilden. Den Kleinserienbausatz des sowjetischen Mähdreschers SK-5M Niva beispielweise konnte man als gute Basis für das Basismodell nutzen, sämtliche Details, die das Modell erst originalgetreu wiedergeben würden, fehlten und mussten selbst erstellt werden. Hierzu wurden neben Kunststoffprofilen und -Platten auch verschiedene Drähte verwendet.

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Weiterhin kommen oftmals Teile aus der Restekiste zum Einsatz wie Fotoätzteile oder übrige Plastikteile anderer Modelle...

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...und sogar schmal zugeschnittene Streifen Klebeband.

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Von immenser Bedeutung ist bei Nutzfahrzeugen auch ein detaillierter Motor, sowie Fahrerplatz, da diese beiden Bereiche meist sehr gut einsehbar sind – entweder tatsächlich dauerhaft offen, oder mit zu öffnenden Klappen und Türen darzustellen, wobei hierbei dann auch eher der geöffnete Zustand vorzuziehen ist – so gewinnt das Modell weitere Details, die die Blicke anziehen, und wirken durch die geöffneten Klappen oder Türen abwechslungsreicher und interessanter. Vorbildfotos sind generell unverzichtbar bei der Ergänzung fehlender Details, um originalgetreu und realitätsnah arbeiten zu können. So erhalten Motoren fehlende Elemente und natürlich eine nah am Original dargestellte Verkabelung und Ergänzung von Leitungen. Hierfür kommt Kupferdraht zur Anwendung und – mein Favorit – bleifreies Lötzinn. Dies ist einfacher formbar und kann so sehr leicht in die gewünschten Formen und Radien gebogen und mit Sekundenkleber in vorgeborten Löchern fixiert werden. Weiterhin lässt sich das Lötzinn mit einer Zange auch plattdrücken und so sehr einfach auch flächig verkleben. Litzendraht – egal welcher Farbe – kommt zur Darstellung von Schläuchen zur Anwendung.

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Im Innenraum werden ebenfalls fehlende Details wie diverse Hebel aus Draht, Anzeigen aus Kunststoffteilen mit Decals aus der Restekiste, Staukästen oder auch ein Feuerlöscher sowie gerne auch persönliche Gegenstände des Fahrers ergänzt (Trinkflasche, Wasserbecher, Zeitung, …). Das Lenkrad erhält hier noch eine Umwicklung mit Tape, der Fahrersitz eine Polsterung aus Kunststoffplatten, umrahmt mit Draht. Die Polster werden dann mit Plastikspachtel noch geformt.

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Entgegen der Meinung vieler anderer Modellbauer baue ich immer so viel wie möglich zusammen, bevor auch nur irgendetwas lackiert wird. Auf den letzten beiden Bildern sieht man, dass der Körper des Fahrzeugs eine schwarze Grundierung erhalten hat, da hier einige Bereiche sonst später nicht mehr gut erreichbar gewesen wären. Mehr lackiert wird aber erst in den späteren Schritten, wenn das Modell weitgehend (in Baugruppen) fertig gebaut ist.

Der Innenraum des Mähdreschers wird nach seiner Fertigstellung dann lackiert und gealtert. Es kommen die selben Schritte zur Anwendung, wie auch im äußeren Bereich des Fahrzeugs, auf die ich nachher noch im Detail eingehen möchte. Der Innenraum wurde schwarz grundiert, hierüber folgte ein wolkiger Auftrag mit Rostbraun per Airbrush. Anschließend kommt mein geliebtes Salz zur Anwendung, bevor dann die eigentlichen Farben lackiert werden. Auch bei den eigentlichen Farben lackiere ich selten flächig, sondern bevorzugt so, dass die rostbraune Grundierung weiterhin durchscheint. Gealtert wird dann mit Washings und Pigmenten, so dass ein verschmutzter, originalgetreuer Innenraum entsteht.

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Anschließend wird die Fahrerkabine fertig gestellt und mit Tape maskiert, so dass dann die Lackierung des Fahrzeugs selbst erfolgen kann. Der erste Schritt zur gebraucht aussehenden Lackierung ist auch hier eine schwarze Grundierung über alles. Diese sorgt später für eine gute Deckkraft der Farben und bietet die Möglichkeit, durch lasierende Farbaufträge der eigentlichen Farbe dann als Schatten zu dienen. Hierzu nutze ich am liebsten den Black Primer von Vallejo, welcher mit der Airbrush aufgetragen wird.

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Ist diese Grundierung getrocknet, geht es weiter mit einem rostbraunen Farbauftrag. Dieser muss weder flächig noch deckend erfolgen, es reicht vollkommen aus, wenn ein leicht rostbrauner Überzug zurückbleibt.

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Optional kann derselbe Schritt auch noch mit einer Silbernen Farbe (Eisen) partiell wiederholt werden. Dies macht in besonders stark beanspruchten Bereichen, wie bei einer Baggerschaufel, den Zacken eines Pflugs, dem unteren Bereich eines Planierschilds etc. Sinn, wo das blanke Metall später sichtbar bleiben soll.

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Nach dem Trocknen der Farben folgt ein Auftrag mit einem Salz-/Wassergemisch. Hierzu rühre ich Salz mit Wasser an, bis eine dickflüssige, breiige Konsistenz entsteht. Diese wird dann je nach gewünschten Zustand des Fahrzeugs mit einem Zahnstocher, einem kleinen Spatel oder gar mit einem flachen Pinsel dort aufgetragen, wo die Rostfarbe oder Metallfarbe wieder sichtbar werden soll. Das Salz trocknet an, wird hart und dient dann als Maske bei der eigentlichen Lackierung. Die eigentliche Lackierung erfolgt nun mit der Airbrush und der gewünschten Farbe. Ist das Ausgangsmodell beispielsweise ein ehemaliges Militärfahrzeug, das in eine zivile Nutzung übergegangen ist, kann nun eine weitere Farbschicht in Olivgrün erfolgen, welche die ehemalige Farbe repräsentiert.

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Nach deren Trocknen wird erneut Salz aufgetragen, so dass nach Ablösen des Salzes die olivgrüne Farbe, Rostbraun und ggfls. Blankes Metall wieder zum Vorschein kommen würde.

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Nun ist aber die Zeit gekommen, wo die eigentliche Farbe lackiert wird. Auch hier kommt die Airbrush zum Einsatz. Die Grundfarbe wird auf der Unterseite des Modells mit dunkleren Farben abgetönt, auf der oberen Seite mit helleren Farben aufgehellt. So entsteht ein Eindruck von Licht und Schatten.

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Anschließend wird das Modell zum längeren Trocknen beiseite gestellt. Nach dem Trocknen kann das Salz wieder abgekratzt oder unter Wasser aufgeweicht und wieder abgelöst werden. Durch zurückbleibende Salzränder entstehen Unebenheiten in der Lackierung rund um die mit dem Salz maskierten „Lackabplatzer“. Diese wirken von der Konsistenz wie echter Rost.

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Im nächsten Schritt werden Decals aufgebracht, Details mit dem Pinsel bemalt oder auch die einzelnen Baugruppen soweit möglich zusammengefügt. Mit einer aufgehellten Grundfarbe der Außenlackierung werden nun einzelne Details mit einem feinen Pinsel hervorgehoben (Schraubenköpfe, Griffe, Luken, …).  Nun folgen diverse Ölfarben, die der Farbe weitere Variationen verleihen und einen gebrauchten Look erzeugen. Hierzu werden verschiedene Farben mit einem feinen Pinsel aufgetupft. Ich verwende Brauntöne, im unteren Bereich der Teile dunkleres Braun, Dunkelblau oder Schwarz, in den oberen Bereichen Beige, Orange, Hellgrau oder auch Weiß. Mit einem breiten Pinsel werden die Ölfarben dann mit Verdünnung verblendet und in die Oberfläche eingearbeitet.

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Nimmt man hierbei mehr Brauntöne, entsteht ein stark verrosteter Look. Durch das Verblenden von oben nach unten entstehen Spuren wie durch ablaufendes Regenwasser, das den Schmutz und Rost von oben nach unten wischt. Schwarze Ölfarbe, mit wenig Verdünnung angemischt, ist auch sehr gut geeignet, um ausgelaufenes Öl, Schmierfett etc. darzustellen, in dem es an den entsprechenden Bereichen aufgetupft wird. Braune Farbtöne kann man auf die selbe Art zur starken Rostdarstellung nutzen.

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Es folgt nun abschließend ein Auftrag mit mattem Klarlack, zur Versiegelung der Farben und Alterungsschritte. Das Modell wird dann weiter zusammengebaut, so dass nur noch die letzten, feinsten Bauteile wie Antennen oder Spiegel fehlen. Im nächsten Schritt kommen noch Pigmente zum Einsatz, zur Darstellung von Dreck, Staub und Schmutz. Diese werden mit einem weichen Pinsel aufgetragen, speziell auch in Kanten und Ecken und werden mit reinem Alkohol fixiert. Dieser wird mit einem Pinsel oder einer feinen Pipette aufgetragen. Alkohol trocknet rückstandlos ab und fixiert die feinen Farbpigmente auf dem Modell. Mit einem weichen Bleistift werden nun Kanten, Ecken, sämtliche erhabene Details angemalt. Hierdurch entsteht ein weiterer verstärkter Look von blankem Metall. Speziell im Einstiegsbereich und an stark beanspruchten Stellen wirkt dies sehr realistisch. Zum Abschluss werden noch Rußspuren am Auspuff mit schwarzen Pigmenten dargestellt, ausgelaufener Kraftstoff mit glänzendem Klarlack, dem etwas dunkle Farbe beigemischt wird. Es können noch Gras-, Laub oder Getreidereste aufgebracht und mit einem Holzleim-Wassergemisch fixiert werden.

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Abschließend werden die letzten Kleinteile angebracht und das Modell bestenfalls auf einem kleinen Diorama fixiert, das das Modell in seinem Arbeitsalltag präsentiert.

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Hier abschließend noch eine Übersicht über die Modelle, die in der Beschreibung erwähnt und z.T. im Bauzustand gezeigt wurden:

MAZ-543 von Trumpeter mit KS6571 von Panzershop
MAZ-543 von Trumpeter mit KS6571 von Panzershop

SK-5M-1M NIVA von Custom Factory
SK-5M-1M NIVA von Custom Factory

Raba Steiger 250 von Balaton Model 1:35
Raba Steiger 250 von Balaton Model 1:35

Charkov T-156 von Retro Trans Models 1:35
Charkov T-156 von Retro Trans Models 1:35

AT-T von Trumpeter 1:35
AT-T von Trumpeter 1:35

Weimar T 174 Fortschritt von Balaton Models 1:35
Weimar T 174 Fortschritt von Balaton Models 1:35

T150K von RT Model
T150K von RT Model

Epilog

Die Sparte Farming Equipment mit Mähdreschern, Traktoren, Landmaschinen und Fahrzeugen bietet ein überschaubares Angebot an Bausätzen. Meisterlich gebaut und gekonnt in Szene gesetzt, mit Drybrush und Weathering gealtert entstehen sehr realitätsnahe Modelle, die kaum von ihren Vorbildern zu unterscheiden sind. Das ließe sich im Grunde genommen als Aufruf an die Bausatzhersteller nehmen in dieser Richtung ein bisschen mehr Engagement zu bringen.  

Happy Modeling

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Photo-Collagen

  • Photos-Copyrights by Michael Franz

Galerie Michael Franz auf Modellversium 

Homepage Michael Franz: https://www.world-in-scale.de

Bausatz (o.Abb.):

  • SK-5M-1M NIVA von Custom Factory Maßstab 1:35
Coming soon ...

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Making of

Publiziert am 28. Juni 2026

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