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Hans-Jürgen Epp

von Making of (1:12 Tamiya)

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Prolog

Motorräder im Plastikmodellbau gibt es von einigen Herstellern. Die gängigsten Größen sind dabei die Maßstäbe 1:12 und 1:9  

Definiton

Ein Motorrad ist ein einspuriges, motorisiertes Zweirad für ein bis zwei Personen. Es hat einen Motor, der in der Regel einen Hubraum von 125 ccm bis zu mehreren tausend ccm haben kann, und dient der individuellen Fortbewegung. Motorräder werden im Gegensatz zu Rollern oft mit manueller Schaltung und Kupplung betrieben. 

Die Sparte in nur einem Stichwort beschrieben:

„Details“

Was unterscheidet „Motorräder“ von anderen Sparten?

Motorradmodelle aus Plastik unterscheiden sich zunächst nicht wesentlich von anderen Kategorien. Sie sind aus dem gleichen Kunststoff und bedürfen der gleichen Sorgfalt beim Bauen.Es gibt aber einen kleinen Unterschied. Selbst wenn sie relativ kompakt aussehen, sind sie oft doch recht offen. Das bedeutet, man kann in viele Winkel und Ecken hineinsehen, die es beispielsweise bei einem Pkw oder Lkw nicht gibt oder oft einfach nicht dargestellt werden. Hier ist der Motor natürlich das wichtigste Merkmal.

Auswahl

Wer sich für ein Motorradmodell entscheidet, steht erst mal vor der großen Auswahl. Was will ich bauen? Für mich steht dabei die optische Seite im Vordergrund. Es muss irgendwie gut aussehen. Andere wollen ein Modell, weil sie genau diese Maschine einmal hatten oder weil sie den Rennsport lieben. Wie auch immer, steht am Anfang, das richtige Modell zu wählen.

Was ist denn da das richtige Modell?

Ganz einfach: Das, was euch gefällt und Spaß macht, denn nur so habt ihr auch Spaß am Bauen. Da ein Motorrad aus vielen kleinen Einzelteilen besteht, die zum Großteil eben auch sichtbar sind, ist eine gewisse Sorgfalt angebracht. Das trifft aber selbstverständlich für jedes andere Modell auch zu.Bausatz 

Tamiya Yamaha XV1000 Virago Chopper/Cruiser
Tamiya Yamaha XV1000 Virago Chopper/Cruiser

Bausatz:

Auch hier möchte ich Euch die Definition nicht vorenthalten:

Ein Cruiser ist ein Motorrad mit entspannter, aufrechter Sitzposition, das auf Langstreckenkomfort ausgelegt ist und oft über große Kotflügel und einen breiten Lenker verfügt. Ein Chopper ist eine spezialisierte und oft selbstgebaute Variante eines Cruisers oder Bobbers, bei der Teile abmontiert wurden, um ein individuelles, meist auf das Design fokussiertes Aussehen zu erzielen.  

Auch wenn es wahrscheinlich jedem klar ist, noch mal kurz zur Auffrischung. Der Maßstab 1:12 bedeutet, dass ein Original 12 Mal größer ist als das Modell. Wenn man das sieht, ist es meistens fast nicht zu glauben. Aber hat das Modell eine Länge von sagen wir 20 cm, dann ist das Original (12 × 20 cm) immerhin 240 cm lang.Passt also!

Das Original meines Modells hat einen Radstand von 1525mm. Das müsste also nach Adam Riese ca. 13 cm (127,8 mm) ergeben. Angaben dazu hab ich weder auf dem Karton noch in der Anleitung finden können, weshalb ich hier das fertige Modell abwarten muss.Das Schönste kommt am Anfang, das Auspacken. Irgendwie ist der erste Eindruck, der erste Blick in den Kasten für mich immer etwas Besonderes.

Jetzt wird vor allem erst mal auf Beschädigungen (relativ leicht zu erkennen) und die Vollständigkeit geprüft, anhand der Bauanleitung.

Das Thema haben wir im Online-Kurs Plastikmodellbau für Anfänger Teil 3 „Vorbereitung“ vorgestellt.

Bei diesem Modell ist zwar natürlich eine Anleitung dabei und auch in Deutsch, aber leider sind die Spritzlinge, also die Rahmen, die die Teile enthalten, nicht aufgeführt. Eine genauere Kontrolle ist in diesem Fall natürlich nicht möglich. Bei einem Händler erworben und neu sollte es auch keine Probleme geben. Von Privat an Privat und eventuell schon bereits geöffnet, kann das schon mal böse enden.So sieht zum Beispiel ein Bauplan aus, der die Spritzlinge aufführt. Da fällt eine Kontrolle natürlich leicht!

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Dieser Bausatz ist nagelneu, alles verschweißt, auch der Karton (Original zu), sollte also auch alles stimmen (siehe Online-Kurs Plastikmodellbau für Anfänger Teil 6 „Bauanleitung“).

Die Teile ausgepackt und zur Kontrolle bereit sieht jetzt so aus! 

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Vorbild

Und zuletzt noch für Interessierte ein paar Daten zum Original.

Die Yamaha XV 1000 Virago hat einen luftgekühlten 981-ccm-V-Zweizylindermotor mit 70 PS (52 kW) bei 6.500 U/min und einem maximalen Drehmoment von 85 Nm bei 3.000 U/min. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei etwa 171 km/h. Das Fahrzeuggewicht beträgt 236 kg. Die Kraft des Motors wird mit einer Kardanwelle auf das Hinterrad übertragen. Der Radstand beträgt 1525mm. Das Getriebe hat eine 5-Gangschaltung. Der Tankinhalt ist 14,5 l und die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h beträgt 5,4 s.

Zusammenbau

Arbeitsbereich ist klar und Werkzeuge sind parat (Online-Kurs für Anfänger Teile 3 „Grundausstattung“ und 4 „Werkplatz“

Erstes Problem: Welche Farbe soll es denn sein?

Die Yamaha XV1000 Virago wurde in verschiedenen Farben angeboten. Schwarz, Rot und Blau, wobei die Farbschemata nach Modelljahr variierten. Aber wie immer im Leben ist auch das Geschmackssache. Ich hab da schon auch Grün, Braun und sogar Lila gesehen. Wenn man das mag, ist das auch OK.

Außerdem ist zu klären, ob Grundierung oder nicht. Eine Grundierung, wie im Onlinekurs erwähnt, ist nicht immer zwingend erforderlich. Da hat jeder so sein eigenes Prinzip. Und das ist es auch, was man meiner Meinung nach vermeiden sollte. Prinzipiell etwas zu tun, auch wenn man es nicht braucht.

Hä, was will er jetzt damit sagen? Ganz einfach!Nehmen wir meinen Bausatz in 1:12. Das ist ja jetzt nicht sonderlich groß. Dementsprechend sind alle feinen Strukturen, soweit vorhanden, auch entsprechend klein. Eine Grundierung ist letztlich nichts anderes als eine Farbschicht. Meistens sogar noch etwas dicker. Mit jeder weiteren Farbschicht verschwinden unter Umständen eben genau diese feinen Strukturen. Also gut überlegen, ob notwendig oder nicht. Ich entscheide mich für dieses Modell, eben deshalb gegen eine Grundierung. Die Farbe wird also direkt aufgetragen. Farbauftrag mit Pinsel und Airbrush, auch wenn es mit Airbrush nur wenige Ausnahmen sind, wie z. B. der Tank.Ich verwende Emailfarben.

Da Emailfarben auch ohne Grundierung gut haften, gibt es da normalerweise keine Probleme. Auch Emailfarben lassen sich mit Airbrush einwandfrei auftragen. Allerdings kann man diese normalerweise nicht unverdünnt verwenden.

Ich baue einige Teile, die die gleiche Farbe bekommen, meistens schon zusammen.

Aber Achtung: Es ist nicht immer ratsam, dies zu tun. Bei bereits zusammengebauten Teilen kann es nach dem Farbauftrag komisch aussehen, da in Wirklichkeit eigentlich zwei getrennte Teile zu sehen sein sollten. Also gut überlegen, ob es von der Optik auch passt. Auch zu beachten ist, ob man an Stellen noch gut rankommt, die dann doch eine andere Farbe bekommen sollen. Zum Beispiel bei Dichtungen oder bei Rohren die Übergänge, also die Gummimanschetten zum Beispiel.

Ich habe mich wieder einmal für Revell-Farben entschieden. Dafür gibt es eigentlich keinen technischen Grund. Revell bietet zwei verschiedene Arten von Farben an. Aber mit den Aquafarben (Aqua Color Acrylic) habe ich nicht so gute eigene Erfahrungen gemacht. Ihr Vorteil wäre allerdings, keine Dämpfe zu haben. Aber damit kann ich leben. Raum gut lüften hilft da schon mal.

Übrigens: Emailfarben und Aquafarben kann man nicht miteinander vermischen.

Außerdem haftet Acryl auch nicht gut auf Emailfarben. Also auch hier testen oder eben bei einer Sorte (meine Empfehlung) bleiben. Wie alles ist auch das, also die Farbwahl, Geschmackssache. Da schwört jeder auf was anderes. 

Leider scheint es die Car-Metallic 399 von Revell nicht mehr zu geben. Zumindest konnte ich sie nicht finden. Ihr merkt schon, das kann nur eine Farbe aus meinem Altbestand sein. Das ist genau so und auch nicht wirklich ein Problem. Wenn ihr alte Farben, wohlgemerkt ungeöffnet, habt, entsorgt diese nicht gleich. Öffnet sie und schaut, wie sie aussieht. Ausgetrocknet ist das natürlich Müll. Aber solange die Dose noch voll und flüssig ist, kann man sie meist durch intensives Rühren wieder aktivieren. Ich habe schon Farben gehabt, die noch nach 40 Jahren funktionierten.

Wichtig ist, zu testen, ob die Teile auch wirklich gut zusammenpassen. Das ist bei mir mittlerweile keine Option mehr, sondern ein Muss. Da gab es schon zu viele schlechte Erfahrungen.Ist erst mal Kleber drauf, macht das korrigieren erhebliche Probleme. Da ist schon so einiges schiefgegangen. Meistens kann man kleine Passungsungenauigkeiten durch leichte Korrekturen, zum Beispiel Wegschneiden von überflüssigem Material, wieder passgenau bekommen. Da hängt halt auch viel von der Qualität des Bausatzes ab.

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Vorsicht beim Schneiden!

Auch wenn es banal klingt, kann es schnell mal passieren. Zuviel abschneiden ist meistens nicht gut (siehe Schema). 

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Selbst sehr kleine Unebenheiten sind nach dem Lackieren oft überdeutlich zu sehen. Das passiert mir leider auch heute immer noch obwohl ich es ja besser wissen müsste. Statt Schneiden kann hier eine Feile besser sein. Die schneidet durch ihre große Fläche nicht so schnell ins Material. Sollte es trotz größter Vorsicht doch mal passiert sein, hilft nur noch Spachteln und Schleifen.

Ich verwende zum Auslösen gerne eine Schere. Das hat sich bewährt. Die Schnittstelle arbeite ich dann mit Klinge oder Feile nach. Nur wenn die Stelle nicht vernünftig zugänglich ist, nehme ich auch eine Klinge oder ein Skalpell zum Abtrennen. Bei dieser Methode (mit Schere) geht bei mir zumindest am wenigsten kaputt.

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Beim Zusammenbau der Federbeine, also der Stoßdämpfer, hat man es meist mit Schrauben oder auch mit Klickverschlüssen zu tun. Hier sind es Klickverschlüsse.

Achtung:

Beachtet genau die Schritte des Zusammenbaus, denn bei den meisten Bauteilen, die mit einem Klick einrasten, ist es meist entweder gar nicht oder nur mit größter Mühe möglich, diese wieder zu lösen. Kunststoff, vor allem in dieser Feinheit, verkraftet solche Dinge nur mäßig bis gar nicht.

Ihr solltet immer davon ausgehen, dass es nur für ein einziges Mal gedacht ist. Bei größeren Modellen wird das oft anders gelöst. Hier ist es eine lange Schraube.

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Vorteil: Man kann es wieder lösen. Allerdings auch nur so lange, bis der obere bzw. untere Teil verklebt ist. Danach wird auch das eher schwierig.

Bei diesem Modell ist die Vorderadgabel statisch. Das bedeutet, sie bewegt sich nicht, weshalb die Teile fest miteinander verklebt werden. Es gibt aber vor allem bei größeren Modellen auch gefederte Stoßdämpfer. Diese bewegen sich wie das Original. Hier ist ebenfalls zu beachten, den finalen Zusammenbau erst zu beenden, wenn ihr ganz sicher seid, alles richtig zusammen gesetzt zu haben. Drückt ihr wie in diesem Beispiel gezeigt diesen Fixierungsnippel erst mal rein, ist er nur schwer und meistens nur mit Beschädigungen wieder herauszuholen.

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Bei so kleinen Teilen (1:12) ist beim Heraustrennen äußerste Vorsicht geboten. Meine Empfehlung lautet: Immer erst das Teil trennen, welches empfindlicher ist. Macht man es umgekehrt, brechen die Kleinteile gerne mal ab. Und wenn man die Größe bedenkt, ist sicher jedem klar, dass zum Beispiel eine Stange eines Spiegels zu kleben eine ziemliche Herausforderung darstellt.

 

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Wollt ihr kleine und Kleinstteile bemalen, solltet ihr eine Hilfe basteln. Ich verwende da gerne Kreppband. Mit doppelseitigem Klebeband habe ich schlechte Erfahrungen gemacht. Diese Bänder kleben (was sie ja auch sollen) sehr stark und es kommt schnell zu Problemen beim Ablösen des Bauteils. Mit Kreppband geht das wesentlich leichter und ohne Beschädigungen.

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Schwierig sind auch die Anschlussstellen der Kabel. Im Bild hab ich mal als Größenvergleich einen Streichholzkopf genommen. Die kleine Pinne bricht schnell mal ab. Dann da das Kabel vernünftig anzubringen ist nicht so einfach und schadet auf jeden Fall der Optik. Also Achtung beim Aufstecken der Kabel. Immer schön sachte und keine Gewalt anwenden.

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Wer verhindern will, dass die Kabel sich lösen, sollte einen kleinen Klecks (wirklich einen sehr kleinen Klecks) Kleber verwenden. Ich verwende da gerne Sekundenkleber, aber nur Gel, da dieses nicht sinnlos davonläuft. Außerdem lassen sich die Enden mit Kleber meist leichter aufstecken. Aber Vorsicht, Sekundenkleber heißt nicht umsonst so. Das muss von Anfang an passen. Also wie oben erwähnt vorher prüfen.

Sollte ein Pin tatsächlich doch abbrechen, hilft auch hier nur noch Sekundenkleber, da der Plastikkleber die Leitung, normalerweise eine Art Gummischlauch, nicht mit dem Plastik verbindet.

Ein kleiner Tipp: Sollte der Pin an einer Stelle sitzen, zum Beispiel Motorgehäuse oder Tachogehäuse, kann man es besser mit einer Bohrung im Durchmesser des Schlauchs lösen. Den Schlauch dann einfach einschieben, fertig. So wurde es auch gleich bei diesem Modell vom Hersteller gelöst.

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Für Klarsichtteile habe ich einen speziellen Kleber verwendet. Hier den von Revell (wer hätte es gedacht). Dieser Kleber greift die Klarteile nicht an und trocknet klar aus. Man kann diesen Kleber nicht nur für die Scheiben verwenden. Auch Chromteile kann man damit verbinden, ohne die typischen Ätzstellen zu riskieren. Aber bitte nicht einfach alles anstelle des normalen Klebers damit verkleben, da dieser nicht so eine stabile Verbindung bildet. Das sollte die Ausnahme für Extremfälle sein. 

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Der einzige Nachteil ist, dass es hier keine Pipette, sondern nur den Pinsel gibt.

Das Zeug ist ziemlich dickflüssig. Ich verwende da ausschließlich Zahnstocher. Aber da geht natürlich auch alles andere. Hauptsache, man kann den Kleber gescheit, also dünn, auftragen.

Der Tank eines Motorrades, also bei einem Modell zumindest, besteht meist aus zwei Teilen. Dadurch hat man in der Mitte einen unschönen Streifen.

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Bei manchen Motorrädern wird das am Ende kaschiert. Das ist zum Beispiel bei einer Harley Davidson schon mal der Fall.

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Bei diesem Modell allerdings ist das nicht so. Da hilft nur Schleifen. Da die Klebeverbindung hier nicht allzu groß ist, läuft man Gefahr, dass diese sich bei Schleifvorgängen wieder löst. So ist es mir trotz aller Vorsicht (ich wusste es ja schließlich besser) passiert. Um das zu vermeiden, könnt ihr in der Regel im Tankinnern noch etwas zur Stabilisierung einkleben. Dafür sind Reste eines Spritzlings gut geeignet z.B. die kleinen Beschriftungsfahnen.

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Damit wird die Gefahr wesentlich verringert. Und ihr könnt mir glauben, wenn sich die Klebestelle erst nach dem Lackieren löst, ist das mehr als ärgerlich. Das Innenleben des Tanks sieht am Ende sowieso niemand mehr.

Bei Chromteilen gibt es immer eine Gratwanderung und Motorräder haben da bekanntlich meist recht viele davon. Ganz ehrlich, der Ratschlag, eine Firma zu finden, die Teile verchromt, hat nicht funktioniert. Ich hab jedenfalls niemanden gefunden, der so was überhaupt anfängt oder könnte. Wer da also keinen Kumpel mit so einer Technik hat, kann das getrost vergessen. Also bleiben genau zwei Möglichkeiten. Das vorhandene Chrom so sorgfältig und vorsichtig behandeln wie möglich. Oder komplett neu bemalen mit Chromfarbe. Aber Chromfarbe wird niemals werden wie das Chrom am Modell vom Hersteller. Das muss einem klar sein. Ich versuche also, diese Stellen so klein wie möglich zu halten, und gehe an die Schnittstellen nur mit einem Silberstift ran. In so gut wie allen Fällen sieht man davon am Ende nichts mehr. Ich kann diese Methode deshalb nur empfehlen.

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Lasst Euch von dem Bild nicht irritieren. Bei einer extremen Nahaufnahme sieht sowas immer schlimm aus. Im Original ist das fast nicht mehr zu sehen.

Noch etwas Wichtiges zu Chrom. Wenn ihr große Chromflächen habt und verkleben wollt, reicht meistens ein grobes Entfernen der Schicht aus. Durch die große Fläche entsteht genug Festigkeit. Aber Vorsicht bei sehr kleinen Klebestellen. Hier muss das Chrom auf jeden Fall zu 100 % ab. Ansonsten kann der Kleber diese Stellen nicht ordentlich verbinden. Je kleiner die Flächen, desto sorgfältiger arbeiten. Plastikkleber hält definitiv nicht auf Chrom. Und dass dies beidseitig gemacht wird, versteht sich ja von selbst.

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Leider klappt das mit den Stiften auch nicht immer wie man im Bild gut sehen kann. Der Stift ist auf jeden Fall immer noch zu groß. Hier hab ich zwar noch mal nachgearbeitet, aber wirklich besser ist es leider nicht geworden. Da das Modell aber auch soweit fertig ist, gestaltet sich das natürlich etwas schwierig.

Chromteile und deren Behandlung werden in unserem Online-Kurs Teil 22 „Chrome“ ausführlich besprochen. 

Und auch die Decals machen mir wieder mal Probleme.Trotz entsprechender Vorsicht und Decalfix, also einem Mittel, das für eine bessere Haftung der Schiebebilder sorgen soll, und Decalsoft, was die Schiebebilder weicher machen soll, lösen sich diese unter Umständen wieder ab.

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Hier würde nur eine Überlackierung mit Klarlack helfen. Das habe ich einmal versucht und es ging schief. Allerdings hatte ich einen Lack mit Lösungsmittel genommen. Schwerer Fehler, denn der löst die Decals auf. Mit Lack auf Wasserbasis habe ich es noch nicht probiert. Bei so einer Überlackierung ist natürlich auch Vorsicht geboten. Ich kann nur immer wieder empfehlen, vorher zu testen, da die Lackschicht die Farbwiedergabe auf jeden Fall verändert. Da kann es schnell zu unerwünschten Effekten kommen.

Zu Verarbeitung und Behandlung von Decals empfehlen wir unseren Online-Kurs für Anfänger Teil 21 „Decals“ und zum Thema Klarlack entsprechend Teil 28 „Bemalen und Lackieren“.    

Bei einem Motorrad dieser Größe, also 1:12, finde ich das Bauen etwas anstrengender als bei einer größeren Maschine. Ich hab euch mal ein Bild mit einem Vergleich gemacht. Vorne 1 : 12, Mitte 1 : 8/9 und hinten 1 : 6. Der Unterschied ist also schon gewaltig.

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Die Teile sind teilweise so empfindlich (größenbedingt), dass einem da sehr schnell etwas bricht. Es ist also gar nicht so verkehrt, wenn jemand zum Beispiel mit einem Modell im Maßstab 1:8/1:9 beginnt. Die Teile sind größer und deshalb auch stabiler. Aber alles in allem hängt das wie immer auch von jedem selbst ab. Bei mir beispielsweise kommen das Alter und die Augen als Nachteil dazu. Wenn man noch jung ist, sind die Hände halt doch noch etwas ruhiger. Ich kann nur immer wieder sagen:

Traut euch einfach.

Wer jetzt denkt, dass mein Modell vollkommen ist, der täuscht sich gewaltig. Die Bilder sprechen ja eine deutliche Sprache. Aber das macht nichts. Am Ende kommt dann doch meistens etwas Ansehnliches heraus. Alles andere zählt nicht.

Ich hab im Übrigen festgestellt, dass Fotoaufnahmen, vor allem Nahaufnahmen, ein Modell oftmals wesentlich schlechter aussehen lassen, als es in Wirklichkeit ist. Das ist in etwa so, als wenn ihr jemanden ganz nah am Gesicht fotografiert. Da sieht man eben alles, aber eben auch unnatürlich scharf. Also auch davon bitte nicht abschrecken lassen.

Und das mit dem Maßstab habe ich auch nicht vergessen. Wir haben ja beim Original einen Radstand von 1525 mm, also 152,5 cm. Mein Modell hat einen Radstand von 128,5 mm. Das wäre eine Länge von 154,2 cm. Ihr seht also, dass es nicht auf den Punkt genau klappt. Das ist dann auch meine Erfahrung. Aber der Unterschied ist nicht sichtbar und kann deshalb auch vernachlässigt werden. Ich hatte noch kein einziges Modell, bei dem das tatsächlich auf den mm gestimmt hätte.

Übrigens:

Der Radstand eines Motorrads ist der horizontale Abstand zwischen den Mittelpunkten der Vorder- und Hinterachse.

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Ein paar Bilder von Zwischenstationen des Baus füge ich noch an.

Das Herzstück eines Motorradmodells ist der Motorblock. Hier ist Gelegenheit für den Modellbauer sich in Details, Feinarbeiten und Bemalung richtig auszutoben. Verschiedene Nuancen von Chrom, Aluminium und Metall an Zylinderköpfen, Motorblock, Deckeln und Kühlrippen oder Leitungen können bemalt werden. 

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Feine Teile auch an der Vorderradgabel und dem Lenker.

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Auch bei der Montage des Tragrahmens mit Motorblock und des Bauabschnittes Hinterrad bleiben viele Details sichtbar.

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Ansichten des fertigen Modells:

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Epilog

Stellt sich noch die große Frage: Warum dieser Aufwand?Schließlich gibt es von diesem Modell ja auch schon Fertigmodelle. Und ja, so riesig ist der Unterschied rein optisch auf den ersten Blick dann doch nicht. Aber das ist ein Denkfehler. Denn mein Hobby ist nicht das Sammeln von Modellen, sondern eben das Bauen. Deshalb stellt sich mir diese Frage erst gar nicht.Ich wünsche allen viel Erfolg beim Bauen.

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Material:

Bausatz:

  • Tamiya No. 14044 Yamaha XV1000 Virago Maßstab 1:12
FarbenRevell
  • 07 Schwarz, glänzend
  • 08 Schwarz, matt
  • 09 Anthrazit, matt
  • 302 Schwarz, seidenmatt
  • 54 Gold
  • 730 Gelb, klar
  • 731 Rot, klar
  • 34 Rot
  • 60 Silber
  • 399 Car-Metallic
Lackstifte
  • Edding 751 Silber und Gold
PS: Für „Bikes“ gibt es ein großes Angebot an Bausätzen in unterschiedlichen Skill Levels bzw. Schwierigkeitsstufen und Maßstäben. Wir empfehlen Anfängern im Plastikmodellbau sich zu Anfang eher einfachere Bausätze auszusuchen, die viel Spaß beim Zusammenbau garantieren, für einen Wow-Effekt sorgen und Lust auf weitere Bauprojekte und Modelle machen. Für Anfänger geeignet können wir z.B. folgende Kits empfehlen: 

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    Weitergehende Informationen und Bausatzvorstellungen zu diesen, aber auch weiteren Bausätzen finden sich u.a. in der Kit-Ecke von Modellversium.  Comig soon ... 

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    Making of

    Publiziert am 07. Juni 2026

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