„Holz spricht, bevor es bricht“Eine kleine Holzbrückevon Thomas Ehrensperger (1:35 Eigenbau)
Idee und Vorlage
Diese tradierte Erfahrung aus dem Bergbau vergangener Tage fiel mir ein, als ich nach einer Idee für ein Diorama hirnte, das in der Lage wäre, die Unmöglichkeit des Einsatzes eines (fiktionalen) schweren Panzers – wir reden von 45 Tonnen – in Indochina (1946-1954) augenfällig zu machen.
Das Foto gab vermutlich auch Anregungen für ein schönes Diorama, das bereits 2017 auf MV vorgestellt wurde.
Die fotografierte Brücke erinnert ein wenig an die Trestle-Brücken des Wilden Westens des ausgehenden 19. Jahrhunderts, halt nicht so hoch. Immerhin war die Idee geboren: Eine Holzbrücke bricht unter dem Gewicht eines schweren Panzers zusammen, nachdem er bereits auf der vier Meter breiten Kolonialstraße für ordentlich Schäden gesorgt hat… Fotos von zerstörten Brücken, mangelndes Zutrauen in die eigenen statischen Kenntnisse und Bastelfertigkeiten sowie besonders ein Foto einer durch einen amerikanischen 45-Tonnen-M48 kalt verformten Bailey Bridge, warfen dann das Projekt aus der Bahn und es nahm eine ganz andere Richtung: Eine von Pionieren errichtete Brücke wird von einem Panzer befahren. Klingt im ersten Moment nicht sehr spannend, wobei actionreiche Szenen sowieso nicht „mein Ding“ sind.
Planung und BauAn Hand des erwähnten Fotos wurden die Maße festgelegt: gemessen, mit den Maßen des M24 verglichen (wenn gar nichts half, geschätzt) - und vermutlich in der Länge geschrumpft. Das Baumaterial war schnell in der nächsten Kreisstadt besorgt: Kiefernleisten (9 x 9 mm), dazu noch einige Leisten (5 x 2 mm) aus dem hauseigenen Vorrat. Im Keller fand ich noch Schaschlik-Spieße aus Bambus, sprich aus prä-nachhaltiger Ära, die allerdings nicht für das Brückenprojekt ausreichten. Es gibt sie noch in meinem Sprengel, allerdings nun zertifiziert und aus nordischem Birkenholz. Geht auch, die Oberfläche ist aber deutlich gleichmäßiger und glatter.
Die Hölzer wurden mit der Dekupiersäge auf Maß gebracht und mit einer kleinen Drahtbürste behandelt, um die glatte Oberfläche aufzurauen. Ggf. muss man den Vorgang wiederholen, weil die Holzfasern bei Berührung mit Flüssigkeiten beim Farbauftrag aufquellen und Rillen mit Farbe zugeklebt sein können. Die behandelten Teile wurden dann mit wasserfestem Holzleim verklebt. Farblich dominiert Grau als Grundierung, darüber Beige, jeweils in Acryl; danach folgten mehrere Washes aus Ölfarbenmischungen: u.a. Bitumen, Smoke, Siena Natur, Faded Green. Wo die Holzpfeiler mit Wasser in Berührung kamen, wurde verstärkt nachgedunkelt.
Kostenschätzung für die Modellbrücke
Gesamt ca. 25 €
Thomas Ehrensperger Publiziert am 26. Januar 2026 © 2001-2026 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links |