La Jeepune Jeep française en Indochinevon Thomas Ehrensperger (1:35 Italeri)
Für mein Brückendiorama aus dem Indochinakrieg (1946-1954) suchte ich nach einem kleinen Fahrzeug, das Spannung in die Brückenszenerie bringen sollte. Zuerst dachte ich an einen Universal Carrier, was ich dann aber verwarf, da der Einsatz von Jeeps für Patrouillenfahrten gut dokumentiert ist und besser zu meiner Idee passte. Thema: Eine Pionierpatrouille (22° Bat. du Génie) untersucht im Norden Vietnams Straßen und Brücken auf Schäden, die durch nächtliche Sabotageaktionen des Vietminh entstanden.
Der BausatzSo wählte ich ein günstiges Modell als Grundlage für die eigene Interpretation eines solchen Fahrzeugs, ein Commando Car (Italeri #320). Auch der Bausatz Italeri # 326 käme im Hinblick auf Preis und Umbaupotenzial in Frage. Die beiden Bausätze können im Vergleich mit neueren Produkten (z.B. von Takom) natürlich nicht mithalten. Für mich sind sie trotzdem eine günstige Grundlage, um eigene Ideen zu realisieren, zumal die Spritzlinge einige Teile enthalten, mit denen man verschiedene Versionen bauen kann (z.B. Rahmen für die Windschutzscheibe, Rückbank, Heckteil mit Halterung für den Ersatzreifen). Das größte Manko: die Teile Nr. 14A und 15A sind im Bauplan vertauscht – siehe Befestigungslöcher – darauf sollte man achten, sonst passen die Stoßdämpfer nicht. Jedenfalls die Hemmschwelle, sich am Modell auszutoben, sinkt bei dem Preis rasant – finde ich. Allerdings erkauft man sich auch einen hohen Versäuberungsaufwand.
Als Commando-Version umfasst der Bausatz viel zusätzliches Material, das leider vom Spritzvorgang und einer Langzeitnutzung der Formen produktionsbedingte Mängel aufweist: Sinkstellen (Taschen, Rücken und linke Augenhöhle des Fahrers), Fischhäute und ausufernde Trennnähte. Spachtelmasse wird zum Auffüllen der Sinkstellen verwendet, Überstehendes teilweise mit dünnflüssigem Klebstoff (Ich nehme dafür gern Ammo Magma, rot) „weggeschmolzen“. Die Windschutzscheibe wird vorbildgerecht (!) abgeklappt – statt der nicht vorhandenen Klarteile werden passende Kartonstücke eingesetzt und mit einer Plane aus einem Papiertaschentuch kaschiert. Die am Frontteil fehlenden Streben wurden aus einem Kartonstück mit Stahllineal und Skalpell geschnitten. Eine Blechkiste für Werkzeug entsteht aus Karton und Weißleim – das Ergebnis ist so fest wie Kunststoff, aber von der Materialstärke dünner.
Aus dem Waffenfundus des Bausatzes wurde ein Bren-Maschinengewehr für den Beifahrer gewählt. Das am Heck angebrachte MAC 31 von Reibel mit dem auffälligen Rundmagazin („Camembert“) stammt aus der häuslichen Sammlung. Historisch relevant ist die deutsche MP 40 („Schmeisser“), die von französischen Truppen weiterverwendet wurde. Die Kennzeichen wurden am Computer angefertigt, ausgedruckt und angeklebt.
Die FigurDem Bausatz liegt eine Fahrerfigur bei, für die Barett oder Helm vorgesehen war. Der am Oberkörper angespritzte Kopf wurde mit einer Feinsäge vorsichtig entfernt. Ohne Kopf sieht der Torso bereits besser aus. Po und Beine sind als Problemzonen für den richtigen Sitz schnell ausgemacht. Modellchirurgische Eingriffe stehen an, damit sich der Fahrer glaubwürdig hinters Lenkrad klemmen kann. Im Halsausschnitt wird ein Befestigungsloch gebohrt und ein Kopf von Hornet provisorisch eingepasst. So kann auch die Blickrichtung angepasst werden, für das Diorama nicht unerheblich, schließlich sollen die verwendeten Figuren auch interagieren. Die Ausrichtung des Kopfes und die Fertigstellung der Figur erfolgt kurz vor dem endgültigen Einbau ins Diorama.
Referenzen und AnregungenReportagen, Filme und Photos zum Thema Indochina bietet: Was aus Italeri-Formen durch Umbau möglich ist, zeigten u.a. bereits Beiträge auf MV:
(alle: 15.1.2026) Thomas Ehrensperger Publiziert am 13. Februar 2026 © 2001-2026 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links |