T-80BV6. Garde-Mot.Schützenbrigade „Berlinskaja“, WTG, Berlin-Karlshorst (Deutschland), August 1994von Andy Hartung (1:72 Revell)Modellversium ist eine unpolitische Website, die keine Wertung über zeitgeschichtliche Vorgänge unternimmt, die sich hinter den Vorbildern der dargestellten Modelle oder Dioramen verbergen. Neutralität ist uns wichtig. Modellbau von Originalen militärischer Nutzung wird ohne favorisierte Gruppierungen oder Ausschlüsse hier auf MV dargestellt. Somit werden sämtliche Beiträge uneingeschränkt (und natürlich gesetzeskonform) freigeschaltet. Dies gilt auch hinsichtlich der Konflikte in der Ukraine oder im Nahen Osten, deren Ende leider noch lange nicht in Sicht gekommen ist, und auch im Falle des jeweiligen Kriegsendes nicht plötzlich vergessen sein werden.
Unter dem Titel: „Der Russe zieht ab“ ist in den letzten Wochen bei mir dieses 1:72 Diorama mit den älteren Revell T-80 im Zentrum entstanden. Ein Militärfahrzeug in 1:72 hatte ich schon über ein Jahr nicht mehr auf dem Tisch, entsprechend groß war die Lust darauf. Trotzdem zog sich das Projekt länger hin.
zur Vorbereitung:Der T-80 kam vor gut fünf Jahren in mein Stash. Ab und zu scrolle ich bei einem bekannten Versandhaus durch die Auktionen und biete da auch gerne mal einfach so auf Bausätze, die noch keine Gebote bekommen haben. Der T-80 war so ein Fall und ich habe tatsächlich die Auktion gewonnen und letztlich den Panzer bekommen. Dann verschwinden die meisten meiner Impulskäufe auch erstmal im Stash. Mir fällt es dann häufig schwer mich für ein neues Projekt zu entscheiden, nicht nur deshalb habe ich eine Excel-Tabelle mit meinen ganzen Modellen auf dem Rechner. Um nun mein nächstes Projekt zu bestimmen, lasse ich den Zufallsgenerator ein Projekt für mich ziehen und dies war dann Revell T-80BV.
Das war dann schon im Frühjahr 2025 und weil mein Anspruch bei 1:72 und 1:35 Militärfahrzeugen auch eine entsprechen Präsentation, vorzugsweise auf einem Diorama ist begann nun die Ideenfindung. Bei manchen Projekten fällt mir direkt etwas ein oder eine Idee schwirrt jahrelang im Kopf, bis sie realisiert ist (wie zuletzt das Brummbär Diorama) , bei anderen reicht mir ein Blick auf das Cover (wie beim Leopard 2A7V) und bei wieder anderen suche ich erst Mal nach den Konkreten Vorbildern im Netz, wie es bei diesem Modell der Fall war. Ich war vom dreifarbigen T-80 auf dem Cover angetan und wollte zunächst wissen, ob die Fahrzeuge wirklich so aussahen und suchte nach „T-80 Berlin“. Und schon fielen mir eine Reihe von Fotos dieser Fahrzeuge der 6. Garde-Mot. Schützenbrigade in die Hände. Dabei fand ich zwei Fotos, die diese Panzer bei einer Parade kurz vor dem Truppenabzug 1994 zeigt. Damit war die Idee für das Diorama geboren: der T-80 sollte genau diesen Moment auf dem Diorama erleben.
Das war dann schon im Frühjahr 2025 und weil mein Anspruch bei 1:72 und 1:35 Militärfahrzeugen auch eine entsprechen Präsentation, vorzugsweise auf einem Diorama ist begann nun die Ideenfindung. Bei manchen Projekten fällt mir direkt etwas ein oder eine Idee schwirrt jahrelang im Kopf, bis sie realisiert ist (wie zuletzt das Brummbär Diorama) , bei anderen reicht mir ein Blick auf das Cover (wie beim Leopard 2A7V) und bei wieder anderen suche ich erst Mal nach den Konkreten Vorbildern im Netz, wie es bei diesem Modell der Fall war. Ich war vom dreifarbigen T-80 auf dem Cover angetan und wollte zunächst wissen, ob die Fahrzeuge wirklich so aussahen und suchte nach „T-80 Berlin“. Und schon fielen mir eine Reihe von Fotos dieser Fahrzeuge der 6. Garde-Mot. Schützenbrigade in die Hände. Dabei fand ich zwei Fotos, die diese Panzer bei einer Parade kurz vor dem Truppenabzug 1994 zeigt. Damit war die Idee für das Diorama geboren: der T-80 sollte genau diesen Moment auf dem Diorama erleben.
Nun begann also die Suche nach Zubehör. Zunächst informierte ich mich über den Zustand und Qualität des Revell-Bausatzes und stellte schon mit Ernüchterung fest: das ist gerade einer der frühen 1:72 Eigenentwicklungen, das heißt man muss bei den Details Abstriche machen. Nun schaute ich also nach Detailsets für den Bausatz und wurde bei Brengun fündig. Sicher man kann damit nicht alles ausbessern und es wird keinesfalls an die Details der neuen Trumpeter und Modellcollect-Bausätze heran, aber besser wie nichts und auch dieser Bausatz hat es verdient gebaut zu werden.
Der nächste Schritt: was brauche ich für Figuren? Auf alle Fälle zwei russische Besatzungsmitglieder. Hier wurde ich bei FC-Modelltrend fündig. Zwar haben diese nicht die eigentlich richtige Haltung, aber dafür waren sie zu einem moderaten Preis verfügbar. Danach waren die Zivilsten an der Reihe, auch hier bot sich der Hersteller mit diversen Sets an. Um das Ganze nicht zu überladen, nutzte ich das Set mit den Fotografen, die passten thematisch auch am besten. Leider war letztere qualitativ nun nicht sonderlich gut gelungen, wie wir später feststellen werden.
Zum Bau:Nun ruhte das Projekt erst Mal. Ein Umzug und andere Projekte erhielten den Vorrang. Erst als ich im Frühjahr für einige Wochen versetzt wurde, kam mir das Projekt wieder in den Sinn und ich schnappte mir den Panzer für Unterwegs. Letztlich bietet sich so was immer an, da man ein ganzes Stück bauen kann, ohne dass man gleich wieder Farbe braucht.
Ich sage mal, man konnte den Panzer ganz gut bauen, aber gerade am Laufwerk und auch der Wanne machte sich das Alter bemerkbar. Am gruseligsten war, dass die Seitenteile mit dem Fahrwerk gar nicht mit der Wanne abgeschlossen haben, und dadurch eine Lücke entstanden ist. Auch die Scheinwerfer sind nur rudimentär wieder gegeben, was aber zumindest durch die PE-Teile im Ansatz wieder ausgeglichen wurde.
Ansonsten waren die Teile dank der Reaktivpanzerung relativ filigran und hat der ansonsten nackten Wanne Struktur gegeben. Besonders die Gitter im Bereich des Motors haben den Panzer nochmal richtig aufgewertet.
Der Turm ist eigentlich das Highlight des Projekts. Durch die vielen Sensoren und weiteren reaktiv Panzer Blöckchen gibt es einiges zu sehen. Die linke Luke ließ sich direkt öffnen, die rechte am Flugabwehrgeschütz musste ich selbst öffnen. Der Faltenwurf an der Geschützblende gefällt mir sehr gut und auch das Geschütz machte einiges her. Dies war zum Glück einteilig gegossen, aber an der Mündung musste ich selbst den Bohrer ansetzen. Teilweise ergänze ich aber auch selbst noch Scheinwerfer mit teilen aus der Restkiste.
Lackiert wurde mit den neuen ATOM-Farben von Ammo of Mig. Konkret war das Blau-Grau, Braun und Dunkelgrün. Dann habe ich das Kettenlaufwerk angebracht und vorher ordentlich, aber in Anbetracht des Städtischen Transportes verhalten gemacht. Die Ketten selbst sind auch eher rudimentär dargestellt. Bei den Decals gab es ein Problem: es waren nur die Russland-Fahren und die Taktische Nummer beigelegt, nicht aber das doch auffällige Wappen auf den Nachtsichtscheinwerfer. Daher nutzte ich ein ähnlich aussehendes Wappen aus der Restekiste.
Damit war der einfach teil getan: der Panzer war nun fertig. Viel Anspruchsvoller (zumindest für mich, weil ich weniger Erfahrung darin habe) sollte das Diorama werden.
Zum Diorama:Erstmal sollte das Ganze nicht zu groß werden, da sonst der Panzer und die Figuren darin untergehen würden. Daber habe ich versucht den Untergrund möglichst klein zu halten. Ich schnitt aus Styrodur noch einen Gehweg und Bordstein aus und füllte den Teil zwischen Bordstein und Gehweg mit Acrylerde auf. Dann bedeckte ich diesen Teil mit Streugras.
Nun wurde mit einem Bleistift Strukturen in den Gehweg geritzt. Das ganze Diorama wurde dann schwarz grundiert und das Gras mit verschiedenem Grün und Gelbtönen wieder eingefärbt. Die Straße wurde eher mit Dunkelgrau und Anthrazit bearbeitet, während der Gehweg hellere Grautöne erhalten hat. Die Straßenmarkierung wurde dann noch abgeklebt und mit weiß gesprüht.
Die Straßenlaterne und der Baum stammt aus den Modellbaubedarf. Die Laterne lackierte ich mit Cremeweiß und Dunkelgrau. Der Baum und die Laterne wurden danach noch gealtert und auf das Diorama gesetzt. Der i-Punkt fehlte aber noch: das Flatterband, was auch auf dem Bild zu erkennen ist, musste her, auch um farblich ein Kontrast zu erreichen. Hierfür schnitt ich mir ein dünnen Streifen Alufolie aus und bemalte diesen mit Rot und Weiß. Mit äußerster Vorsicht habe ich dieses Band um den Baum gebunden und mit Weißleim festgeklebt.
zum Vorbild:Der T-80BV war eine modernisierte Variante des sowjetischen Kampfpanzers T-80B, die ab 1985 eingeführt wurde. Seine markanteste Neuerung war die zusätzliche Reaktivpanzerung vom Typ Kontakt-1, die insbesondere den Schutz gegen Hohlladungsgeschosse verbessern sollte. Zusammen mit seiner leistungsstarken Gasturbine, der 125-mm-Glattrohrkanone und dem automatischen Lademechanismus war der T-80BV auf hohe Beweglichkeit und Feuerkraft ausgelegt. Der Gasturbinenantrieb unterschied den T-80BV von den verbreiteten T-72- und T-64-Panzern. Er ermöglichte eine hohe Beschleunigung und gute Fahrleistungen, ging allerdings mit einem vergleichsweise hohen Kraftstoffverbrauch einher. Damit verkörperte der Panzer die sowjetischen Anforderungen an schnelle, bewegliche Panzerverbände in Mitteleuropa während des Kalten Krieges. Eine interessante Verwendung fand der T-80BV bei der 6. Garde-Motorschützenbrigade „Berlinskaja“, die in Berlin-Karlshorst stationiert war und der 20. Gardearmee der Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland unterstand. Die Brigade gehörte zu den traditionsreichen Verbänden der sowjetischen Streitkräfte in der DDR und war eng mit der Geschichte der sowjetischen Militärpräsenz in Berlin verbunden.
Am 25. Juni 1994 verabschiedete sich die 6. Garde-Motorschützenbrigade mit einer Militärparade von Berlin. Anfang September verließ sie schließlich die Stadt per Eisenbahn in Richtung Russland. Damit endete eine jahrzehntelange sowjetische Militärpräsenz in der deutschen Hauptstadt, die seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs bestanden hatte. Im Dezember 1994 kamen T-80BV auch im Ersten Tschetschenienkrieg zum Einsatz. Während der russischen Operation zur Einnahme Grosnys rückten Panzerverbände in die Stadt vor, wo sie auf erbitterten Widerstand tschetschenischer Kämpfer trafen. Besonders in den engen Straßen erwiesen sich die Panzer als verwundbar gegenüber Panzerabwehrwaffen, die aus Gebäuden und von erhöhten Positionen eingesetzt wurden. Die Verluste verdeutlichten die Grenzen des Panzereinsatzes in dicht bebauten urbanen Räumen, insbesondere bei unzureichender Infanterieunterstützung und mangelhafter Koordination.
Fazit:Ich bin mit diesem Projekt mehr als zufrieden und vom Ergebnis auch positiv angetan. Ich muss mir wirklich angewöhnen mehr Dioramaprojekte anzugehen. Schließlich wird man auch mit jedem Projekt besser und hat neue Erfahrungen.
Andy Hartung Publiziert am 17. Oktober 2026 © 2001-2026 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links |