Jagdpanther mit 12,8 cm KwK 44von Martin Schiffel (1:35 verschiedene Hersteller)
Der Jagdpanther ist für mich der Inbegriff eines Jagdpanzers, seine klaren Linien und die kraftstrotzende Eleganz empfinde ich als faszinierend. Dennoch habe ich bei seinem Anblick das Gefühl, er müsste schwergewichtiger aussehen, immerhin bringt er 46 Tonnen auf die Waage.
Anfang 2025 sah ich im Internet das Modell eines neuseeländischen Modellbauers, der einen Jagdpanther mit Ketten und Laufwerk eines Tiger I kombinierte und ihn mit einer 10,5 cm KwK versah. „Das ist es!“, dachte ich und beschloss, ebenfalls ein solches Modell zu bauen. Der Neuseeländer hatte den Jagdpanther von Tamiya mit dem Laufwerk eines Sturmtigers von Tamiya kombiniert, also legte ich mir auch beide Bausätze zu.
Schnell reifte der Plan, mein Modell mit einer angedeuteten Inneneinrichtung zu versehen, aber ich konnte nicht herausfinden, wie die im Kampfraum befindlichen Teile einer 10,5 cm Kampfwagenkanone aussehen könnten. Also beschloss ich, meinen Jagdpanther mit der 12,8-cm-KwK 44 des Jagdtigers auszustatten. Der Jagdtiger von Tamiya bietet eine leidlich detaillierte Darstellung der kompletten KwK 44, welche ich in Eigeninitiative ergänzte.
Die restlichen Teile der Inneneinrichtung stammen vom Tiger II von ICM oder wurden selbst erstellt. Ich staunte, dass bis auf ein Kürzen der Rohrrückholzylinder und des Hülsenabweisers die KwK 44 im Innenraum des Jagdpanthers Platz fand. Dennoch ergab sich ein sehr beengtes Platzangebot. Damit der Fahrer seinen Arbeitsplatz erreicht, muss er sich durch das Gestänge des Mechanismus für den Richtschützen zwängen, der Funker hat keinerlei Sichtmittel (ich verzichtete auf den Einbau des Bug-MGs) und die beiden Ladeschützen haben beengte Stehplätze zwischen den Lagerungen der Munition und dem Hülsenabweiser der Kanone.
Die fertig montierte Inneneinrichtung zwang zur Entscheidung bezüglich der Farbgebung. Ich entschied mich für ein stark korrodiertes Fahrzeug, welches nach kurzem Einsatz von seiner Besatzung in Brand gesetzt und verlassen wurde. Die Innenbereiche wurden also mit rostrotem Acrylspray grundiert und mit Email-, Öl- und Gouachefarbe behandelt.
Nach Verschließen der Wanne wurde der untere Bereich des Fahrzeugs farblich gestaltet, es folgte die Montage des Laufwerks und die Detaillierung des Außenbereichs. Da ich das Bug-MG entfernt hatte, erhielt der Jagdpanther auf dem Dach des Kampfraumes ein ferngesteuertes MG von CMK und auf das Motordeck wurde die Halterung des Fla-MG des Jagdtigers von Tamiya montiert. Die Optik für den Richtschützen stammt ebenso wie ein Teil der Kanonenblende von Bold-Division.
Als Kanonenrohr verwendete ich ein gedrehtes Alurohr von ABER. Heck und Motordeck erhielten Teile des Jagdtigers von Tamiya. Die geätzten Lüftungsgitter und einige andere Ätzteile lieferte Eduard. Die offenen und geschlossenen Halterungen für die Werkzeuge sind 3D-Druckteile von T-Rex-Studio. Grundiert mit erdfarbenem Acrylspray erhielt der Panzer mit Emailfarbe, Pigment und Gouachefarbe seine Farbgebung und Alterung.
Eine Weile stand der Jagdpanther herrenlos herum, die Witterung wusch Brandspuren und Farbe weitgehend ab, er diente als Werbeschild für eine Schrotthandlung und Fläche für zaghafte kindliche Kritzeleien. Irgendwann fiel der Jagdpanther dem Schneidbrenner zum Opfer, ohne dass jemand seine Besonderheiten erkannt hatte…
Zum Schluss ließ ich einen der Jungen im Nachkriegs-Outfit aus dem AK Interactive-Set 35016 in die Luke des Kommandanten schauen. Was er wohl sieht? Vielleicht ist ja der ganze Panzer nur sein Fantasiegebilde…
Martin Schiffel Publiziert am 31. Januar 2026 © 2001-2026 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links |