Chance Vought F6U Piratevon Frank Meißner (1:72 Meikraft Models)
Die Chance Vought F6U Pirate ist eine Entwicklung aus der Mitte der 1940er Jahre. Für die Firma Vought war dies das erste Flugzeug mit Düsentriebwerk, das für die US Navy hergestellt wurde. Neuartig war damals die Verwendung eines Turbojet-Triebwerks mit Nachbrenner. Auch bei der Verwendung von Compositmaterialien betrat Vought Neuland. Der Werkstoff hieß “Metalite” und bestand aus Balsaholz, das beidseitig mit Aluminium beschichtet war. Dieser Werkstoff wurde aber bei Fertigungsbeginn gegen Edelstahl ausgetauscht. “Fabrilite” bestand aus Fiberglas, welches ebenfalls beidseitig mit Aluminium verkleidet war. An den Flügelspitzen befinden sich abwerfbare 530 l-Kraftstofftanks.
Die Bewaffnung bestand aus vier 20 mm M3-Automatikkanonen, den Antrieb übernahm ein Westinghouse J34-WE-30 Triebwerk mit Nachbrenner. Dennoch war die Leistung des Triebwerks nicht ausreichend, so dass das Flugzeug als kampfuntüchtig eingestuft wurde. Eingesetzt wurde es daher zur Schulung und Erprobung, bevor die F6U dann 1950 schon wieder ausgemustert wurde. Insgesamt sind nur 30 Exemplare gebaut worden.
Bei meinem Bausatz handelt es sich wieder mal um einen Kit, den ich geschenkt bekommen habe. Nicht ohne Grund! Es fehlten einige Teile, so dass ich z.B. das Fahrwerk scratch herstellen musste. Zuerst war mir nicht klar, aus welchem Material die Bausatzteile hergestellt waren. Für mich sah es so aus, als ob es sich um Resin handelt. Das war auch ein Grund, weshalb ich so lange mit dem Bau gezögert habe. Dann hat sich aber herausgestellt, dass es sich um ganz normalen Polystyrol-Kunststoff handelt.
Weder vom Hersteller Meikraft Models noch vom Flugzeugmuster F6U Pirate hatte ich vorher etwas gehört. Da hat die Bauanleitung gut weitergeholfen. Dort wird die Geschichte ausführlich beschrieben und es wird auf Referenzmaterial hingewiesen. Die eigentliche Anleitung zum Bau ist aber auf einen winzigen Bereich beschränkt. Das ist eigentlich kein Problem, weil der Zusammenbau der sehr begrenzten Teilezahl selbsterklärend ist. Überraschend war, dass die Decals trotz ihres Alters kein Silvering aufwiesen. Leider sind sie mehrfach gerissen, so dass das Aufbringen trotzdem ein Geduldsspiel war.
Frank Meißner Publiziert am 24. Februar 2026 © 2001-2026 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links |