JetfightersMarkus Meurervon Making of (1:32 Italeri)
PrologDas Making-of „Jetfighters” beschreibt die Sparte der modernen Kampfjets der Nachkriegszeit, geprägt vom technischen Umstieg der Flugzeuge mit Kolbenmotoren in die Neuzeit mit Strahltriebwerken, Raketen und innovativer Elektronik. Definition: Jetfighter dienen primär der Bekämpfung von Luftzielen als Abfangjäger und Luftüberlegenheitsjäger. Die Sparte in nur einem Stichwort beschrieben: „Loud´n´Proud“ ... und was ist das Besondere an der Sparte Jetfighters? Moderne Jets - unendliche Jugendträume. Wer in den 1980ern mit Modellbau anfing, hatte stets die Vorbilder am Himmel, oder man konnte sie bei Tagen der Offenen Tür auf dem damals gar nicht so weit entfernten Fliegerhorst aus der Nähe betrachten. Im Gegensatz zur Nachbildung alter Maschinen ist bei modernen Jets häufig die Herausforderung, statt Verschmutzung und Abnutzung die im Original oft recht gepflegte Erscheinung des Vorbildes am Modell dennoch nicht langweilig wirken zu lassen. Diesbezüglich läßt sich mit Vor- und Nachschattierung eine Menge aus so ziemlich jedem Bausatz herausholen. VorbereitungWir beginnen wie immer mit der Vorbereitung für unseren Werkplatz (siehe Online-Kurs Beitrag 4 „Werkplatz“), öffnen den Karton und kontrollieren mit der Bauanleitung den Bausatz auf Vollständigkeit (siehe Online-Kurs Beitrag 3 „Vorbereitung“). Im Online-Kurs für Anfänger haben wir alles über den Zusammenbau von Plastikmodellbausätzen gelernt und folgen dem Ablauf jetzt auch im praktischen Teil der Making-of Beiträge. Verweise zu informativen Online-Kurs Beiträgen werden im Verlauf dieses Beitrages genannt. In Modellversium finden sich weitere Galeriebeiträge und Bausatzvorstellungen zum Jetfighter Panavia Tornado siehe: https://www.modellversium.de/suchen.php?q=panavia++&s=&h=0&r=1&submit=Suchen ProjektTraditionell eher weniger auf dem Gebiet der modernen Jets daheim, hatte es mir schon seit Kindertagen der Panavia Tornado angetan. Als Kind der 80er habe ich ihn oft am Himmel Deutschlands gesehen, mein Favorit war er immer. In der Modellsammlung durfte er folglich nicht fehlen, Nur so richtig durchringen konnte ich mich nicht, bis ein seeeehr günstiges Angebot für den Tornado IDS von Italeri im Großmaßstab 1:32 mich zum Kauf motivierte. Klar war, dass es die im Museum Oberschleißheim stehende ISAF-Maschine mit der Kennung 44+97 der Deutschen Luftwaffe werden musste. Ziel war, einen benutzten, aber nicht verdreckten Eindruck zu erzeugen. Die von Ausstellungen bekannten Modelle mit starken Kontrasten und viel Lackschäden etc. gefallen mir zwar vom handwerklichen Ansatz überaus gut, militärisches Großgerät der Bundeswehr sieht in der Realität aber immer recht gepflegt aus. Somit sollte das fertige Modell mittels Vor- und Nachschattierung seinen Charakter bekommen. Der Bausatz an sich hat eine recht gute Qualität, allerdings sind die Räder sowie die am Tornado im Original sehr charakteristische Pitotsonde (Rohr zur Staudruckmessung) aus meiner Sicht unbrauchbar. Hier kam Ersatz in Form von Brassin-Rädern von Eduard sowie einer gedrehten Sonde aus Metall her. Das Cockpit wurde ebenfalls mit Ätzteilen von Eduard aufgewertet. Gurtzeug aus Metall ist im Bausatz enthalten, dieses nutzte ich natürlich auch beim Bau. ZusammenbauWie immer begann der Bau mit der Montage des Cockpits. Zunächst waren zur Montage der Eduard-Metallteile alle Details des Cockpits abzuschleifen, was angesichts der schönen Gussqualität schade ist. Der erfahrene Cockpitmaler kann sich hier austoben, ich hingegen nutze nicht zuletzt aufgrund der Größe der Baugruppe Zurüstteile.
Ein Pluspunkt des Italeri-Bausatzes ist die Beigabe von unlackierten Metallteilen für die Schleudersitze sowie den Platz des WSO (Waffensystemoffizier). Gewöhnungsbedürftig ist aber die Dicke des Bleches, was die Verarbeitung im Vergleich zu gängigen Aftermarket-Produkten erheblich erschwert. Selbst meine treue Biegehilfe blieb in der Schublade, hier mussten Zangen ran.
Besonders bei der Gestaltung der Sitzgurte war daher Fingerspitzengefühl gefragt. Das Anpassen der Teile an den Sitz vor dem Lackieren und Verbauen garnierte ich mit einer Reihe von Flüchen. Mit dem Ergebnis war ich aber letztlich zufrieden, die Martin-Baker-Schleudersitze sehen vernünftig aus und, noch wichtiger, passen bündig ins Cockpit. Der Rahmen der Sitze wurde in FS 26378 gehalten, die Sitzflächen in XF-65 Field Grey, die Seitenteile derselben mit Gelb von Revell. Das Gurtzeug lackierte ich mit Ocker von Ammo of Mig sowie XF-61 Dark Green.
Nach der Lackierung der Cockpitwanne mit FS 26378 Silver Grey von Ammo of Mig verbaute ich die einzelnen Paneele für Flugzeugführer und WSO. Mit dünnem Messingdraht ergänzte ich noch Kabel am Steuerknüppel sowie die Verkabelung der beiden seitlichen Monitore der WSO-Konsole.
Als Bauschritt zwischendurch nahm ich mir die Triebwerke vor, die zwar gemäß Bauanleitung schön detailliert, an meinem Modell aber nicht sichtbar sind. Ferner wurden die Fahrwerke nebst Schächten gebaut und in FS 36320 lackiert.
Da der Einblick in die Schächte am fertigen Modell nur sehr eingeschränkt möglich ist (schließlich lege ich den Flieger im Regal nicht auf den Rücken), habe ich hier auf weitergehende Schattierung und Alterung verzichtet. An solchen Stellen geht mir die Effizienz beim Bau vor Detailreichtum.
Jetzt aber ran an das große Plastik. Die Passgenauigkeit war weitgehend gut, die einzelnen Baugruppen sind gemessen am sonst favorisierten Maßstab 1:48 respekteinflößend. Nach der Montage fasste ich auch gleich einen aus purer Faulheit geborenen Entschluß: Üblicherweise grundiere ich meine Modelle komplett in Schwarz, um dann mal mehr, mal weniger mit Weiß oder Hellgrau aufzuhellen. Hier habe ich absichtlich „geschludert“ und nur die Blechstöße deckend mit Tamiya X-1 Schwarz lackiert. Das anschließende Aufhellen mit Tamiya XF-2 erfolgte dagegen etwas gewissenhafter.
Das Erstellen der eigentlichen Lackierung geht auf einen Tipp zurück, den mein Schwobabaschdlerkumpel Jürgen Weller einbrachte. Seinem Rat folgend lackierte ich viele einzelne Punkte und Linien in Violett und verschiedenen Grüntönen, um der grauen Farbe des fertigen Modells ein wenig mehr Schimmer zu geben.
Ich begann mit der Unterseite und punktete mit AK 4036 Purple Brown sowie hellem Resedagrün von Ammo of Mig, um danach viel stärker mit Spiritus verdünnte Schichten einheitlich in FS 36375 aufzubringen.
Zuletzt wurden die Spitzen von Tragflächen und Höhenrudern mit FS 36320 abgeschlossen.
Die Oberseite des Modells erfuhr eine nahezu gleiche Lackierung, nur dass ich für die grünen Punkte ein etwas dunkleres RLM 82 von Ammo of Mig verwendete, das Voilett blieb gleich.
Das FS 36320 Dark Ghost Grey von Ammo of Mig bekam als Kontrast FS 35237 von Mission Models, wieder in mehreren stärker verdünnten Schichten. Die Farben von Mission Models verdünne ich, je nach gewünschter Deckungskraft, mit geringen Mengen Wasser.
Die Zusatztanks lackierte ich, gemäß dem Vorbild aus dem Museum, in XF-1 mit dezenter Aufhellung in XF-69, die Oberseiten in XF-58 Olivgrün und wolkiger Aufhellung in XF-67 NATO-Grün. Weitere Verwitterungen des Lacks stellte ich mit RLM 82 sowie zwei Resedatönen von Ammo of Mig dar.
In ähnlicher Weise lackierte ich die BOZ-107 Behälter, von denen jeweils einer für die äußeren Waffenstationen vorgesehen wurde.
Nach Fertigstellung der Grundlackierung ging es an die Nachschattierung des noch recht sauberen Grundmusters. Hier nutzte ich stark verdünnte Grautöne XF-24 und XF-63 sowie RLM 74 von Ammo of Mig. Die Abgasfahne der Reverser an Seitenleitwerk und Rumpf wurde mit drei Schichten stark verdünntem XF-69 NATO-Schwarz lackiert, bis die gewünschte Stärke erreicht war (Abb.1). Zu guter letzt legte ich einen Filter mit sehr stark verdünntem Light Gull Grey von Mission Models über den Lack (Abb.2).
Die Abziehbilder von Cartograf, die dem Bausatz beilagen, ließen sich gewohnt problemlos verarbeiten. Aufgrund der Menge zwar eine Fleißarbeit, die aber der Qualität des Materials wegen fast ohne Weichmacher zu erledigen war.
Den Abschluss bildete der Klarlack. Hier brachte ich zunächst eine Schicht Vallejo Mecha Satin Varnish auf, der nach ordentlichem Durchtrocknen mit stärker verdünntem Hochglanzklarlack von Mission Models übersprüht wurde.
FazitEin toller Vogel! Der Bausatz von Italeri ist meiner Meinung nach, mit manchen Abstrichen in der Gußqualität, schön zu bauen, wenn auch beim Listenpreis ein wenig zu teuer. Als Basis für einen imposanten Tornado im Regal (er passt leider in keine meiner Vitrinen) ist er aber auf jeden Fall einen näheren Blick wert. Wer gerne mit Lackiertechniken experimentiert, ist hier voll bedient. Im Grunde hatte ich mir vorgenommen, aus Platzgründen vom Maßstab 1:48 wegzukommen. Aber der Reiz des Großmaßstabes ist einfach zu verlockend, weshalb eine Reihe weiterer solcher Bausätze schon auf den Bau warten.
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Making of Publiziert am 15. Februar 2026 © 2001-2026 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links |