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Tornado IDS Fifty Years

43+92 im März 2024

von Alexander Jost (1:48 Revell)

Tornado IDS Fifty Years

Zum Original

Der Tornado "43+92" Interdictor/Strike in der Trainervariante (GT) ist eine Maschine des Taktischen Luftwaffengeschwaders 33 (Büchel/Eifel), wurde Anfang 2024 nach Manching überführt und dort zur Jubiläumsmaschine "fünfzig Jahre Tornado" durch Folierung umdekoriert. Seinen ersten großen öffentlichen Auftritt hatte der Flieger bei der Internationalen Luft- und Raumfahrtaussstellung (ILA) im Juni 2024 in Berlin. Bei den Flugshows wurde  der Tornado meist "clean" / ohne Außenlasten geflogen, wobei die Lastträger unter den Fügeln und dem Rumpf montiert blieben.

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Das Design sei ein "Tribut an die Vergangenheit und die Zukunft"- so die Bundeswehr auf ihrer Website zu dieser bunten Sonderlackierung. "Elemente der Vergangenheit" würden mit einem Blick in die Gegenwart verbunden. Dabei wurden die Flaggen der drei ursprünglichen Betreiberländer – Großbritannien, Deutschland und Italien – mit dem charakteristischen Tornado-Logo kombiniert. Mit der Sonderlackierung sei die Entwicklungs- und Einsatzzeit des Jets als Motivabfolge abgebildet - "vom Erstflug über den Kalten Krieg mit seinen unterschiedlichen Tarnmustern" bis in die Gegewart.

(nach einer Textquelle bei bundeswehr.de)

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Inspiration und Bauschritte

Das Projekt wurde durch Revell inspiriert, die uns im Jahr 2025 diese attraktive Bausatzvariante bescherten, die wir auch hier bei Modellversium als neuen Kit besprochen haben. So wie auf dem tollen Verpackungsfoto sollte das Modell, wenn es fertig sein würde, mal aussehen: der Tornado im Fluge, die Flügel leicht angestellt, in seiner ganzen, farbenfrohen Pracht am Himmel. Also machte ich mich im August 2025 an die Arbeit.

Zunächst sei gesagt, dass Revells mittlerweile über zehn Jahre alter Tornado-Kit seine Tücken hat und nicht so einfach zu bauen ist, auch dann nicht, wenn man so wie hier dargestellt, alle Klappen geschlossen lassen möchte. Die Passgenauigkeit ist teilweise wirklich herausfordernd und nur mit häufigem Probieren zu händeln. Es sind nahezu alle Klebespalten noch einmal mit entsprechender Nacharbeit zu versehen, auch wenn Spachtelmasse nicht massiv zum Einsatz kommt, dafür aber das ein oder andere untere Rumpfsegment nachgeschliffen werden muss.  

Da mein Toni "fliegen" sollte, wurde er wie bei mir bei Flugdarstellungen üblich, mit einer 4mm starken Stütze aus Kohlefaser versehen und diese in einen Holzsockel gesteckt. 

Weitere Modifikationen

Das Rohmodell im Fluge. Die auf der Modelloberfläche dunkel markierten Stellen wurden beigeschliffen. Die hier dunkel markierten Stellen wurden beigeschliffen. Die hier dunkel markierten Stellen wurden beigeschliffen. Die Krügerklappen links und rechts (hier die linke) sollten nach dem Ankleben geschlossen bleiben, weil sie beim Original außer Betrieb gesetzt sind.Das Pitotrohr an der Radomspitze des Tornados wurde scratch aus Spritzenkanülen, Messingröhrchen und Sekundenkleber erstellt. Dabei dient mir schwarzer Filzstift als Kontrastfarbe beim Zurechtschleifen.Das Pitotrohr an der Radomspitze des Tornados wurde scratch aus Spritzenkanülen, Messingröhrchen und Sekundenkleber erstellt. Dabei dient mir schwarzer Filzstift als Kontrastfarbe beim Zurechtschleifen.Das Pitotrohr an der Radomspitze des Tornados wurde scratch aus Spritzenkanülen, Messingröhrchen und Sekundenkleber erstellt. Dabei dient mir schwarzer Filzstift als Kontrastfarbe beim Zurechtschleifen.Das Pitotrohr an der Radomspitze des Tornados wurde scratch aus Spritzenkanülen, Messingröhrchen und Sekundenkleber erstellt. Dabei dient mir schwarzer Filzstift als Kontrastfarbe beim Zurechtschleifen.

Das Rohmodell im Fluge. Die auf der Modelloberfläche dunkel markierten Stellen wurden beigeschliffen.

Das Rohmodell im Fluge. Die auf der Modelloberfläche dunkel markierten Stellen wurden beigeschliffen.  

Die Startrampe für die Sidewinder-Rakete (launch unit 7 - LAU 7) wurden an die rumpfzugewandte Seite der Inboard-Lastträger geklebt.
Die Startrampe für die Sidewinder-Rakete (launch unit 7 - LAU 7) wurden an die rumpfzugewandte Seite der Inboard-Lastträger geklebt.

Die ASSTA3-Instrumente des Backseaters passen übrigens gar nicht in die Cockpitkanzel. Die Instrumente stehen links und rechts über.
Die ASSTA3-Instrumente des Backseaters passen übrigens gar nicht in die Cockpitkanzel. Die Instrumente stehen links und rechts über.

Die ASSTA-3 Instrumentenkonsole des Backseaters muss sehr deutlich (mindestend drei Millimeter je Seite!) zurückgeschnitten werden, damit man das Canopy bündig auf den Rumpf aufsetzen kann.
Die ASSTA-3 Instrumentenkonsole des Backseaters muss sehr deutlich (mindestend drei Millimeter je Seite!) zurückgeschnitten werden, damit man das Canopy bündig auf den Rumpf aufsetzen kann.

Ein kleines Manko

Wie auch schon in der Modellbesprechung bei MV erwähnt, hat Revell leider mit dem vorliegenden Bausatz die "43+92" als Interdictor/Strike (IDS) in der "German Strike(r)" (GS)-Variante dargestellt. Die 43+92 ist aber tatsächlich eine "GT", also "German Trainer"-Maschine, deren Backseater-Cockpit sich deutlich von dem der GS-Variante unterscheidet. Die GT-Maschinen verfügen nämlich in beiden Cockpits über eine vollständige Flugsteuerung und die entsprechende Instrumentierung, damit ein Fluglehrer vom hinteren Sitz aus eingreifen und das Flugzeug "übernehmen" kann. Der Fehler wird nur echten Kennnern der Materie auffallen, aber leider liegen dem Kit keine alternativen Bauteile (Instrumentenazeigen, zweiter Stuerkknüppel,  veränderte Hauptinstrumente und Seitenkonsolen) bei, um den Fauxpas zu korrigieren. Schade!

Ich beließ es mangels sinnvoller Alternativen bei der GS-Konfiguration des Cockpits und setzte zwei Figuren aus dem 3D-Drucker hinein. Da die Kanzel eh verschlossen werden sollte und somit die Sicht auf Details sehr eingeschränkt sein würde, hoffe ich auf Gnade beim kritischen Betrachter.

Tornado IDS Fifty Years

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Ich ergänzte die kleine ASSTA 3-GPS-Antenne auf dem Rumpfrücken mit einer kleinen Scheibe aus 1mm starkem Plastik.
Ich ergänzte die kleine ASSTA 3-GPS-Antenne auf dem Rumpfrücken mit einer kleinen Scheibe aus 1mm starkem Plastik.

Die Schwenkflügel wurden von mir wie bei der Bildvorlage des Originals in 45 Grad (Mittelstellung) positioniert. 

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Lackierung, Decals und Markierungen

Ich empfehle eine durchgehende Grundierung des Modells in weißer Farbe, um dann das Sichtschutz-Grau und das Rot aufzutragen.Hier sind die Tailerons bereits mit den Decals versehen.Die Abziehbilder-Orgie ist in vollem Gange.Übergänge zwischen dem Farbauftrag und den Decals sowie Lücken dazwischen wurden teilweise mit Pinsel und Acrylfarbe ausgebessert.Teilweise mussten auch schadhafte Lackstellen nach dem Anbringen der Decals vorsichtig ausgebessert werden.Das gesamte Modell wurde nach dem Anbringen der Decals mit hochglänzendem Mellerud Acrylfirnis überzogen, darauf ein Washing aus Ölfarben und Alterungsspuren angebracht, und dann mit seidenmattem transparentem Emaillelack gefinisht.Das gesamte Modell wurde nach dem Anbringen der Decals mit hochglänzendem Mellerud Acrylfirnis überzogen, darauf ein Washing aus Ölfarben und Alterungsspuren angebracht, und dann mit seidenmattem transparentem Emaillelack gefinisht.

Ich empfehle eine durchgehende Grundierung des Modells in weißer Farbe, um dann das Sichtschutz-Grau und das Rot aufzutragen.

Ich empfehle eine durchgehende Grundierung des Modells in weißer Farbe, um dann das Sichtschutz-Grau und das Rot aufzutragen. 

Revells Decals geben die splinterartigen Segmente der Jubiläums-Folierung sehr gut wieder. Die Farben sind kräftig, der Druck der Decals ist versatzfrei, die Segmente passen lückenlos zueinander, und die Qualität des Trägerfilms ist hervorragend. Allerdings ist die Verabeitung der Abziehbilder recht anspruchsvoll, weil sie zwar sehr dünn sind und sich exzellent an die Gravuren des Modells anschmiegen, aber daher sehr schwer zu bewegen sind, wenn sie sich einmal auf der Modelloberfläche befinden.

Ein kleiner Fehler sprang mir allerdings direkt ins Auge: auf den Oberseiten der beiden Lufteinlässe sind jeweils zwei der Rauten in grüner Farbe gedruckt, beim Original sind sie allerdings braun, wie auch das Foto der Revellverpackung offenbart.

Auf den Oberseiten der beiden Lufteinlässe sind jeweils zwei der Rauten von Revell in grüner Farbe dargestellt, beim Original sind sie allerdings braun.
Auf den Oberseiten der beiden Lufteinlässe sind jeweils zwei der Rauten von Revell in grüner Farbe dargestellt, beim Original sind sie allerdings braun.

Ich habe die entsprechenden Stellen vorsichtig mit einem feinen Pinsel und Acrylfarben überlackiert.
Ich habe die entsprechenden Stellen vorsichtig mit einem feinen Pinsel und Acrylfarben überlackiert.

Ich bin froh, dass das Tapezieren mit den großflächigen und daher knifflig zu verarbeitenden Decals letztlich gut gegangen ist. Ein paarmal standen einige Abziehbilder kurz vor der Zerstörung durch Schusseligkeit des Bastlers, konnten dann aber doch noch mit Pinzette, viel Wasser und Geduld gerettet werden.

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Fazit

Ich sage: Danke, Revell, für diese interessante Dekorierung und die qualitativ gut gemachten Decals! Ich mag das bunte Design mit seinen farblichen Anleihen an die Prototypen-Maschine aus dem Jahr 1974, und die Verbindung zu den aktuellen Polygon-Formen der Bundeswehr. Diese attraktive Decalvariante ist ein bunter Hingucker in der Vitrine. 

März 2026

Alexander Jost

Publiziert am 04. April 2026

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