Lockheed TF-104G StarfighterEin fernöstlicher Germane der Republic of China Air Forcevon Max Hauswald (1:48 Kinetic)
Vorwort
Der legendäre Starfighter wurde bereits in der 1. Hälfte der 1950er entwickelt und hob am 4. März 1954 zum Erstflug ab. Über 2500 Maschinen diverser Versionen wurden produziert und das Fluggerät wurde weltweit von vielen „westlich orientierten“ Staaten eingesetzt. Die weniger rühmliche Seite der „Erfolgsgeschichte“ sind die vielen Todesfälle, welche durch überdurchschnittlich hohe Absturzzahlen, vor allem in Deutschland, zustande kamen. Noch heute ranken sich viele Geschichten, aber auch sehr viele technische Legenden und Fakten um die Maschine. Die Spannweite der ca. 18 m langen Maschine lag nur bei knapp 6,7 m und die Flügelenden hatten weniger als 50 mm Stärke aufzuweisen. Seltener im Modell dargestellt, jedoch in meiner Wahrnehmung sehr attraktiv: die TF-Version, die zweisitzige Trainerversion. Um die Kanone und ein paar Liter Tankvolumen beraubt, mit einem zweiten Cockpit und einem ganz anderen Erscheinungsbild versehen.
Das Modell
Kinetic beglückte den Markt 2019 mit einem nagelneuen Bausatz der F-104 Starfighter. In den Folgejahren erschienen eigentlich alle wichtigen und weniger wichtigen Versionen, inklusive eher exotischer Lackierungen. Der Bausatz ist wirklich sehr, sehr schön und ersetzt (für mich) den immer noch soliden Hasegawa-Bausatz. Es gibt einfach mehr Optionen für das Fluggerät mit Anbauteilen, viele sehr schöne Außenlasten, die Möglichkeit der Unterflügel-Tanks (hallo Hasegawa!) und sogar eine Kabinendach-Verrohrung, welche beim Vorbild sehr ins Auge sticht und bei der Konkurrenz auch komplett „vergessen“ wurde.
Die Passgenauigkeit ist sehr gut, die Details zeitgemäß schön und knackig! Die Decals lassen, je nach Version, ebenfalls keine Wünsche offen. Ich kann den Bausatz nur empfehlen, vor allem wenn man Lust auf Außenlasten und ein schickes Cockpit hat! Für mich war klar, dass der T-Starfighter ein Viertanker werden muss, denn nur so sieht er richtig „fett“ und schwerfällig aus.
Lackierung und Alterung
Eigentlich ist mir die Version des Bausatzes „ROCAF Starfighter 2in1“ eher zufällig ins Haus geflattert – erst wollte ich eigentlich eine pakistanische F-104A bauen, entschied mich nach kurzer Recherche (und mangels Decals) jedoch für die taiwanesische TF-104G. Taiwan, oder die Republik China, erwarb F-104A, -B, -D, - G, -J, -DJ, RF-104G und TF-104G Versionen – unglaublich. Und wie man an der Liste schon erahnen kann: die -G stammen aus Deutschland! Die 27 ex-deutschen TF-104G der ROCAF flogen bis 1998 in Fernost. Dazu gesellten sich noch 36 F-104G Einsitzer der Luftwaffe. Ein gar nicht so bekanntes, zweites Leben der deutschen „Erdnägel“.
Die Lackierung wirkt recht modern, es gibt Bilder, die einen Teil der Maschinen in einem einfarbigen Hellgrau zeigen, andere, wie diese hier, sind in einem zweifarbigen Schema aus sehr hellem Hellgrau und einem etwas Dunkleren zu sehen. Ein nicht-zu-dunkles Washing auf dem Hellgrau erweckt die Oberfläche zum Leben. Fotografiert habe ich mit etwas mehr Kontrast als das Modell wirklich bietet – wie auch beim Vorbild, sind die Farbverläufe ansonsten schwerer zu erkennen. Mir gefällt die schwerfällige Konfiguration mit dem modernen Farbkleid!
Max Hauswald Publiziert am 15. April 2026 © 2001-2026 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links |