Lockheed F-80C Shooting Starvon Martin Pohl (1:48 Monogram)
Ich denke nicht, dass man viel über die Lockheed F-80 Shooting Star im allgemeinen schreiben muss. Die Sternschnuppe war der erste Jet, den die USA in Service gestellt haben und auch im aktiven Einsatz geflogen haben.
Die F-80 kam im Koreakrieg zum Kampfeinsatz und gehörte zu den ersten Flugzeugen, die in Luftkämpfen zwischen Düsenjägern eingesetzt wurden. Die Amerikaner nutzten die Jagdflugzeuge F-80C und die Fotoaufklärungsversion RF-80 über Korea; zu Beginn des Konflikts stellte die F-80 etwa die Hälfte der Jagdflugzeugflotte der US Air Force. Die F-80 flog sowohl Luft-Luft- als auch Luft-Boden-Einsätze und erzielte mehrere Luftsiege gegen nordkoreanische Yak-9 und Il-10.
Am 1. November 1950 wurde dem russischen MiG-15-Piloten Leutnant Semjon F. Chominitsch als erstem Piloten der Geschichte ein Luftsieg im Zweikampf zugeschrieben, nachdem er behauptet hatte, eine F-80 abgeschossen zu haben. Laut amerikanischer Aussage wurde die F-80 jedoch durch Flakfeuer abgeschossen. Eine Woche später, am 8. November, meldeten die Amerikaner den ersten Abschuss im Zweikampf, als Leutnant Russell J. Brown, Pilot einer F-80, den Abschuss einer MiG-15 bekanntgab. Sowjetische Aufzeichnungen belegen, dass an diesem Tag keine MiGs verloren gingen und ihr Pilot, Oberleutnant Charitonow, durch einen Abfang im Tiefflug überlebte.
Trotz anfänglicher Erfolgsmeldungen war die Geschwindigkeit der F-80 mit ihren geraden Tragflächen geringer als die der MiG mit 1075 km/h. Die MiG nutzte deutsche Forschungsergebnisse, die zeigten, dass Pfeilflügel das Auftreten von Kompressibilitätsproblemen verzögerten und Geschwindigkeiten nahe der Schallgeschwindigkeit ermöglichten. In Korea wurde die F-80 bald in der Luftüberlegenheitsrolle durch die North American F-86 Sabre ersetzt, deren Entwicklung sich verzögert hatte. Dennoch schossen F-80-Piloten insgesamt sechs MiG-15 ab. Als genügend Sabres im Einsatz waren, flogen die F-80 ausschließlich Bodenangriffsmissionen und wurden außerdem für fortgeschrittene Flugausbildung und Luftverteidigung in Japan eingesetzt. Bei Kriegsende flogen in Korea nur noch Fotoaufklärungsvarianten der F-80.
Der Bausatz, ein Oldie von Monogram aus dem Jahre 1977, trifft das Erscheinungsbild der Shooting Star recht gut. Wie die meisten 1:48er von Monogram sind die Details, vor allem im Cockpit durchaus ausreichend, so dass man den Bausatz mit ein paar wenigen Ergänzungen aus der Schachtel bauen kann. Bei mir beschränkten sich die Ergänzungen auf die Sicherheitsgurte, die, wie immer, aus Maler-Abklebeband entstanden.
Monogramm bietet an den Munitionsbereich der MGs offen zu gestalten. Hier würde ich dann mehr Details als notwendig erachten. Ich schließe solche Bereiche meist, da es mir mehr um die Darstellung der Linienführung des Flugzeugs geht als um die Darstellung des Geschicks des Modellbauers. Schließt man diese Klappen jedoch, sind relativ umfangreiche Anpassungen und Verspachtelungen notwendig.
Weiters kann man den Vogel auch mit demontiertem Heck darstellen; ein Triebwerk ist im Bausatz vorhanden. Auch hier wollte ich die F-80 als Ganzes darstellen und habe das Heck fest verklebt. Natürlich führt auch das zu diversen Nacharbeiten.
Da der Bausatz immerhin schon fast 50 Jahre alt ist, sind Blechstöße und Nieten erhaben dargestellt. Diese habe ich alle abgeschliffen – letztlich war das auch nicht mehr so viel mehr, als ich sowieso schleifen musste – und dann neu graviert.
Bemalt wurde die Sternschnuppe mit Lifecolor Metallics in unterschiedlichen Tönungen um ein klein wenig Varianz zu erzeugen. Auf den Bildern kommt das leider nicht so gut zur Geltung. Die roten Flächen, Nase, die Streifen an der Heckflosse und die Hitzemarkierung wurden maskiert und gesprüht. Alles andere wurde mit den Decals des Bausatzes dargestellt. Eingebettet in zwei Schichten Future ließen sich die Decals noch gut verwenden. Das abschließende Washing wurde wie immer mit stark verdünnten Ölfarben gemacht.
Die gelochten Stahlplatten der Base sind von Eduard, der Rest der Base ist Eigenbau. Die Figur ist eine Zinnfigur, den Hersteller weiß ich leider nicht mehr.
Danke für´s reinschauen und lesen. Martin Pohl Publiziert am 12. Juni 2026 © 2001-2026 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links |