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Saab J 21RA

3. Staffel, F 10 Skånska flygflottiljen, Ängelholm (Schweden) 1950

von Andy Hartung (1:72 Special Hobby)

Saab J 21RA

Wer eine Reise macht, der kann etwas erleben. So ging es mir in diesem März. Ich wurde dienstlich für drei Wochen an einen anderen Standort versetzt. Da ich im Hotel ohnehin nichts zu tun hatte, packte ich meine Reise-Modellbaukiste und suchte mir ein paar machbare Kits heraus, die ich problemlos im Hotel beginnen konnte. Der erste Kandidat war die schwedische Saab J 21R von Special Hobby.

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Letztlich lag der Bausatz bei mir schon eine Weile und versprach, kein allzu aufwändiges Projekt zu werden. Als zweites Hindernis erwies sich dann noch ein Umzug, so dass schnell klar war, dass das Projekt länger dauern würde als vielleicht erwartet.

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Zum Bau:

In der Vorbereitung überlegte ich kurz, ob ich mir das PE-Set von Special Hobby zulegen sollte, entschied mich aber letztlich dagegen. Ein Vergleich der bedruckten PE-Platine mit der unbedruckten aus dem Bausatz führte zu dem Ergebnis, dass das Set, mit Ausnahme der Seitenkonsolen, weitgehend identisch ist. Daher entschied ich, dass sich diese Anschaffung nicht lohnt.

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Im Hotelzimmer startete das Projekt dann bei schlechten Lichtverhältnissen. Regulär beginne ich mit dem Cockpit. Die Seitenwände sind ausreichend strukturiert. So findet man auf der linken Rumpfhälfte auch die Steuereinheit mit einigen Hebeln und einem Steuerrad, die aus PE-Teilen bestehen. Insgesamt war der Bau ein absoluter Selbstläufer. Die größere Herausforderung bestand eher in der Bemalung. Hatte ich sonst immer den Luxus einer Airbrush, musste ich dieses Mal wieder zum Pinsel greifen. Das war schon eine Umstellung. Das Ergebnis war okay, aber ich bleibe dabei, dass ich solche Flächen lieber mit der Airbrush lackiere und nur Kleinteile mit dem Pinsel bemale.

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Laut Anleitung sollen 10 g Gewicht in die Nase. Ich nutzte wie üblich Liquid Gravity, also kleine Bleikügelchen, um einen Tailsitter zu vermeiden. Doch das Platzangebot war gar nicht mal so groß. Ich musste sogar wieder einige Kügelchen entfernen, damit die Rumpfhälften zusammenpassten, und füllte hinter dem Bugrad weiteres Gewicht ein. Seit meiner Erfahrung mit der Vampire im letzten Jahr hatte ich Bedenken, dass es am Ende nicht doch wieder ein Tailsitter wird.

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Saab J 21RA

 

Der Rumpf war aufgrund des Doppelrumpfs mehr oder weniger dreigeteilt. Hier mussten auch einige Auswerfermarken entfernt werden. Die Übergänge der einzelnen Rumpfhälften wurden sorgfältig verspachtelt und versäubert. Teilweise habe ich die Gravuren nachgezogen, insbesondere dort, wo die Panellines durch das Schleifen verloren gegangen waren.

Saab J 21RA

Insgesamt war ich von der Passgenauigkeit eher positiv überrascht und hatte mit Schlimmerem gerechnet. Die größte Schwachstelle waren eigentlich die Ausleger beziehungsweise deren Übergänge zum Rumpf, wo etwas intensiver nachgebessert werden musste. Auch die Flügel wurden recht unkompliziert zusammengesetzt und anschließend am Rumpf montiert. An den Flügelenden wurden die Zusatztanks angebracht.

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Ich überarbeitete anschließend noch einmal das Cockpit und brachte auch das Zielvisier an. Die Klarsichtteile waren etwas störrisch, ich allerdings auch etwas ungeduldig, denn die Passgenauigkeit war hier eher mittelmäßig, insbesondere an den Seitenteilen. Die Masken habe ich selbst erstellt.

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Ich bereitete danach das Fahrwerk und die Außenlasten vor. Die Fahrwerksbeine baute ich ebenfalls schon weitgehend zusammen. Auch die Luft-Boden-Raketen samt ihren Trägern setzte ich zusammen. Solche Teile lackierte ich bisher meist mit dem Pinsel. Künftig werde ich aber dazu übergehen, diese Baugruppen möglichst weit fertigzustellen und anschließend mit der Airbrush zu lackieren. Lediglich die Details habe ich dann mit dem Pinsel bemalt.

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Saab J 21RA

 

Bei den Außenlasten entschied ich mich für jene Konfiguration, die auch auf dem Cover zu sehen ist. Die Lackierung war etwas aufwendiger: Zunächst lackierte ich die Raketen grau, anschließend den Gefechtskopf gelb und klebte einen Streifen ab. Der restliche Teil des Gefechtskopfes wurde anschließend schwarz lackiert.

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Eigentlich wollte ich das Flugzeug zunächst mit den weißen Manövermarkierungen versehen. Da aber eben diese Maschine bereits vor zehn Jahren von Bernd Korte hier vorgestellt wurde, entschied ich mich für die einfarbig grüne Maschine mit den gelben Staffelmarkierungen der Wing F 10 in Ängelholm im Jahr 1950.

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Der Rest war recht unspektakulär. Ich brachte die Farbe auf, anschließend die Decals sowie ein leichtes Chipping und Weathering. Die Raketen wurden zuletzt angebaut und als kleines i-Tüpfelchen zog ich noch einen Gussast für die Antenne am rechten Ausleger. Nach dem Abziehen der Masken war das Modell dann endlich vollendet.

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Saab 21 bei der Staffel F10

Die Saab J 21RA markierte den Beginn des Jetzeitalters in der schwedischen Luftwaffe. Nachdem Schweden während des Zweiten Weltkriegs weitgehend auf Eigenentwicklungen gesetzt hatte, entschied man sich, den bereits vorhandenen Jagdflugzeugentwurf der Saab J 21 mit einem Strahltriebwerk auszustatten. Die ersten Serienmaschinen wurden 1950 an das Geschwader F10 in Ängelholm ausgeliefert, das damit als erster Verband der schwedischen Luftwaffe auf Düsenflugzeuge umgerüstet wurde.

Die Maschine mit der taktischen Kennung „Gelbe B-10“ gehörte zu diesen ersten Strahljägern. Die gelbe Farbe stand für die jeweilige Staffel, während die Nummer 10 das einzelne Flugzeug innerhalb dieser Staffel identifizierte. Im täglichen Dienst wurde die Maschine daher schlicht als „Gelbe Zehn“ bezeichnet.

Da sich Schweden in Friedenszeiten befand, bestand der Einsatz der J 21RA nicht aus Kampfeinsätzen, sondern aus der Einführung und Erprobung der neuen Strahlflugzeugtechnik. Die Piloten mussten den Umgang mit den deutlich leistungsstärkeren Jets erlernen, während gleichzeitig neue Wartungs- und Einsatzverfahren entwickelt wurden. Zum Alltag gehörten Ausbildungsflüge, Formationsflüge, Alarmstarts, Steigflugübungen, Navigationsflüge über Südschweden sowie Luftkampf- und Schießübungen. Darüber hinaus übernahmen die Maschinen Aufgaben der Luftraumüberwachung und standen für mögliche Abfangeinsätze bereit, falls der schwedische Luftraum verletzt worden wäre.

Saab J 21RA

Obwohl die J 21RA einen wichtigen technologischen Meilenstein darstellte, war sie bereits bei ihrer Indienststellung nur bedingt zukunftsfähig. Die Konstruktion basierte noch auf einem Entwurf aus den letzten Kriegsjahren und konnte mit den neu entwickelten Strahljägern anderer Nationen hinsichtlich Geschwindigkeit, Steigleistung und Reichweite kaum mithalten. Gleichzeitig befand sich mit der deutlich moderneren Saab 29 Tunnan bereits ein Nachfolgemuster in Entwicklung.

Aus diesem Grund blieb die J 21RA nur kurze Zeit in ihrer ursprünglichen Rolle als Jagdflugzeug im Einsatz. Bereits ab 1951 begann die Umrüstung vieler Maschinen zur A 21RA, einer für den Erdkampf vorgesehenen Variante. Diese konnte Raketen und weitere Außenlasten mitführen und wurde anschließend hauptsächlich bei anderen Verbänden als Jagdbomber eingesetzt. Die Zeit der J 21RA als Abfangjäger war damit bereits nach wenigen Jahren beendet.

Trotz ihrer kurzen Einsatzdauer spielte die Saab J 21RA eine bedeutende Rolle in der Geschichte der schwedischen Luftwaffe. Sie bildete die Brücke zwischen der Ära der Kolbenmotorflugzeuge und den modernen Düsenjägern und ermöglichte es Schweden, wertvolle Erfahrungen im Betrieb von Strahlflugzeugen zu sammeln. Besonders das Geschwader F10 in Ängelholm leistete dabei Pionierarbeit und legte den Grundstein für die spätere erfolgreiche Einführung moderner Muster wie der Saab 29 Tunnan.

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Saab J 21RA

 

Fazit:

Aufgrund diverser Umstände, die nichts mit dem Modellbau zu tun hatten, war der Bau mit einigen Hürden verbunden. Als das Leben wieder etwas ruhiger verlief, war das Projekt dann aber auch sehr schnell abgeschlossen und konnte ins Regal ziehen. Dort macht die Saab auf alle Fälle einen netten Eindruck und fällt dank ihres hohen Fahrwerks und ihrer unkonventionellen Form auch direkt auf.

Saab J 21RA

Andy Hartung

Publiziert am 04. Juli 2026

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