Vought A-7D Corsair IIder legendäre Backenzahn-Räuber der 354th TFWvon Max Hauswald (1:48 Hasegawa)
VorwortBereits in den frühen 1960er Jahren wurde von Vought an der späteren A-7 gearbeitet, mit dem Ziel einen Nachfolger für die, zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal zehn Jahre alte A-4 Skyhawk, anbieten zu können. Eine Zeit, welche durch eine immense Geschwindigkeit von technischen Neuerungen gezeichnet war: nach sehr kurzer Zeit war Technik schon wieder grundlegend überholt und musste ersetzt werden.
Die A-7 war als trägergestütztes, unterschallschnelles, leichtes Angriffsflugzeug klassifiziert und Hauptkunde war die US Navy, darüber hinaus gab es noch zwei europäischen Nutzer: Portugal (bis 1999) und Griechenland (bis 2014).
Die US Air Force kaufte 459 A-7D für ihre Zwecke und setzte diese sowohl in Vietnam als auch später noch bei Air National Guards in den USA ein. Die A-7 galt als sehr präzises und fähiges Bodenangriffsflugzeug mit großer Waffenzuladung.
Das ModellDer Bausatz von Hasegawa stammt angeblich noch aus dem Jahr 1987 und geht somit mit großen Schritten auf die 40 zu. Ob sich seitdem tatsächlich nichts verändert hat, kann ich nicht sicher sagen. In einer großen Anzahl und vor allem sehr günstig verfügbar wurde der Bausatz in der A-7E-Version mit dem Erscheinen des Rebox-Bausatzes von Revell im Jahr 2001 – die blaue Schachtel mit dem schönen Deckelbild der „300“ der Golden Dragons. Bis heute tauchen die Bausätze überall auf – teilweise schon für 20€ zu bekommen. Die Decals sind jedoch komplett Schrott – daher sollte man Ersatz suchen.
Hier wird heute jedoch der Bausatz der D-Version behandelt, welcher leider nur von Hasegawa und daher recht kostspielig zu bekommen ist. Beim Bau ergeben sich einige Unterschiede zur E-Version, da die USAF eine deutlich weniger komplexe Version der Corsair beschaffte. Verfeinert wurde der Bausatz mit einem Resin-Sitz. Die Unterflügelstationen erhielten zwei Außentanks, zwei Streubomben und acht Sprengbomben – wobei diese von ResKit stammen und großartige Qualität aufweisen.
Lackierung und AlterungDas 354th Tactical Fighter Wing war ab 1965 in Vietnam im Einsatz. Da man eine Maschine mit der BuNo „354“ hatte, wurde diese zum „Boss-Bird“ des 354th, dem persönlichen Flugzeug des Staffel-Chefs. Im Juni 1973 waren sehr viele Flugzeuge des Vietnamkrieges mit Haifisch-Maul verziert und man dachte sich, dass der „Boss“ ebenfalls ein eindrucksvolles Maul auf seinem Vogel verdient hat… Der Entwurf wurde aufgebracht – mit einem riesigen Maul und dazu passenden Augen – das Ergebnis wurde zur Legende. Der „Molar Marauder“, übersetzt in etwa „Backenzahn-Räuber“ sorgte eher für Gelächter und weniger für Angst beim Gegner (der das Kunstwerk nie sah).
Angeblich sorgte der „Boss“ dafür, dass das Flugzeug so nicht einen einzigen Tag existierte – somit wurde auch kein einziger Einsatz geflogen! Es existiert jedoch ein Foto der bewaffneten Vorbild-Maschine mit den Backenzähnen– was schon skurril genug ist. Allerdings habe ich hier eher symbolisch eine „übliche Vietnam-Beladung“ gewählt.
Die Decals stammen von Two Bobs und sind empfehlenswert. Am spannendsten ist, dass der Lackierer des Vorbilds auf dem Decalbogen seine Version der Geschehnisse zu Protokoll gibt. Definitiv ein Blickfang mit einer tollen Geschichte.
Max Hauswald Publiziert am 15. September 2026 © 2001-2026 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links |