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Sikorsky CH-37C Deuce

HMR-462, Marine Corps Air Station Santa Ana, Kalifornien, September 1961

von Andy Hartung (1:72 Special Hobby)

Sikorsky CH-37C Deuce

Ein Hubschrauber? Das wäre ja mal wieder etwas für meine Sammlung, denn wirklich viele stehen davon nicht in meinem Regal. Doch musste es ausgerechnet die CH-37 von Special Hobby sein? Rückblickend betrachtet würde ich das Modell vermutlich kein zweites Mal bauen. Aber alles der Reihe nach.

Sikorsky CH-37C Deuce

Eines war mir nämlich von vornherein klar, da ich die Short Run-Bausätze von Special Hobby kenne: Ein Selbstläufer würde es nicht werden. Und zugegeben, einen Schönheitspreis gewinnt die Deuce wohl auch nicht – doch genau das reizte mich an ihr.

Sikorsky CH-37C Deuce

Zum Bau

Ein Knackpunkt, der mich wirklich gestört hat, war das Fehlen von PE-Gittern, insbesondere an den beiden außenliegenden Triebwerksgondeln. Wie der Zufall es wollte, hat der polnische Hersteller Shelf Oddity erst im letzten Jahr einen PE-Satz für diesen betagten Short Run-Bausatz entwickelt. Darin sind nicht nur die fehlenden PE-Gitter enthalten, sondern auch diverse weitere Kleinteile. Zusätzlich besorgte ich mir noch das passende Maskenset von Special Mask.

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Dass es der Bausatz in sich hat, war mir schon beim Betrachten der Plastikteile klar – hier war viel Nacharbeit nötig. Die Resinteile wiederum wirkten sauber gegossen. Eine überzeugende Detailtiefe ließ sich jedoch erst durch das Zusammenspiel der verschiedenen Materialien erreichen.

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Der Bau begann mit dem Zusammenbau des Cockpits, bei dem Sitze und Gurte angebracht wurden. Besonders schwierig gestaltete sich das Entfernen der Angussblöcke am Cockpitboden und an der Rückwand. Da diese Bereiche Durchbrüche aufweisen, war es keine Option, die Angüsse einfach stehen zu lassen. Ich entschloss mich daher, die Öffnungen mit dem Dremel aufzubohren und sauber auszutrennen.

Mit der anschließenden Bemalung und Alterung war noch einiges an Arbeit verbunden, letztlich bietet der Blick durch die Verglasung jedoch einen guten Einblick in das Innere des Cockpits.

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Im Rumpf selbst ist später nichts mehr zu sehen, zudem bietet der Aftermarket hierfür keine Lösungen an. Das ist eigentlich schade, da sich der Laderaum sonst offen darstellen ließe. Um die Seitenfenster einsetzen zu können, mussten die Öffnungen nachgearbeitet und vorsichtig aufgeweitet werden, da sie zu eng ausgefallen waren.

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Anschließend setzte ich den Rumpf zusammen, und die große Spachtelei konnte beginnen. Ein unübersehbarer Versatz war vor allem an der Unterseite sowie im Bereich des Rotorkopfs vorhanden. Mehrere Stunden verbrachte ich allein mit Schleifarbeiten, bis ich ein halbwegs zufriedenstellendes Ergebnis erzielt hatte.

Zudem bohrte ich die Gitter am Ausleger auf, damit - wie beim Original - Licht einfallen kann. Mit dem zusätzlichen PE-Set klebte ich anschließend die Gitter auf, die vorderen am Rumpf wurden dabei direkt auf das Plastik gesetzt. Das Cockpit baute ich erst später in den Rumpf ein und klebte zusätzlich ein Stück Gussrahmen an die Unterseite, damit das Bauteil später nicht in den Rumpf fallen kann.

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Eines der größten Probleme des Bausatzes sind definitiv die Motorgondeln. War die Passung am Rumpf bereits schlecht, setzt der Bausatz hier noch einmal nach. Besonders schwierig wurde es dadurch, dass ich die PE-Gitter anstelle der Plastikteile aus dem Bausatz verwenden wollte, wodurch die Formgebung weniger stabil war. Auch beim Anbringen der PE-Gitter selbst zeigte sich die Passung als miserabel. Das ist der Punkt, der mich am meisten stört, auch wenn es auf den ersten Blick zum Glück nicht sofort auffällt. Insgesamt habe ich die Gitter mehrfach neu angesetzt, bis ich mit der Position halbwegs zufrieden war.

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Eigentlich war die Motivation an diesem Punkt bereits am Boden, aber Aufgeben war für mich keine Option. Ich wollte den Hubschrauber unbedingt vollenden – nicht zuletzt, weil fertig gebaute Exemplare doch sehr imposant wirken.

Ich gravierte die Strukturen erneut nach und brachte anschließend die Motorgondeln am Hubschrauber an. Die Rotoren bestehen aus einem Rotorkopf aus Resin und Rotorblättern aus Plastik. Außerdem wurden die beiden Stabilisierungsflossen verbaut, wofür ich zunächst selbst Löcher bohren und anschließend das Gestänge anbringen musste. Dutzende Griffe, Haken und Hebel warteten ebenfalls noch auf ihren Einbau. Da ich gerade die Griffe immer wieder verlor, war ich froh, dass der zusätzliche PE-Satz weitere Griffe als Ersatz bereithielt.

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Anschließend reinigte ich den Hubschrauber gründlich, bevor es an die Grundierung ging. Gerade wegen der leuchtorangenen Flächen grundierte ich das komplette Modell weiß. Leider brachte die Grundierung erneut einige Unstimmigkeiten zum Vorschein, vor allem an den Motorgondeln, so dass ich dort nochmals schleifen und nacharbeiten musste.

Danach lackierte ich Teile des Auslegers sowie die Enden der beiden Stabilisierungsflossen in Orange. Wie nicht anders zu erwarten, musste ich diesen Arbeitsschritt zweimal wiederholen, da die Deckkraft der Farbe leider sehr zu wünschen übrig lässt und entsprechend undankbar ist. Für den restlichen Hubschrauber verwendete ich Zinc Chromate Green von ATOM Colors.

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Jetzt dachte ich, es ginge endlich schnell: noch das Fahrwerk montieren und fertig - weit gefehlt. Zuerst habe ich das Fahrwerk mit den zusätzlichen PE-Teilen ergänzt und Bremsleitungen verlegt. Außerdem gefielen mir die PE-Gitter immer noch nicht, also habe ich sie neu versäubert, was anschließend ein weiteres Nachlackieren erforderlich machte. Das Fahrwerk wurde komplett grün lackiert. In diesem Zuge habe ich auch die Rotorblätter abgeklebt, um die gelben Markierungen aufzubringen.

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Die Abziehbilder waren stellenweise etwas tricky anzubringen, besonders der Schriftzug „Marines“, der im Bereich der Stabilisierungsflossen zugeschnitten und angepasst werden musste. Alternativ hätte man das Decal natürlich auch vor der Montage der Flossen anbringen können. Das Hoheitszeichen auf dem oberen Rumpf war unbemerkt verschoben, was mir erst am nächsten Tag auffiel. Beim Versuch, es mit Wasser zu lösen, zerbrach es leider in viele Teile. Ich habe es dann wieder zusammengesetzt und die Risse übermalt, zum Glück fällt das am Ende nicht weiter auf. Zusätzlich habe ich zum Beispiel die Scharniere an den Ladeklappen selbst noch angebracht.

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Zum Vorbild

Die Sikorsky CH-37C Mojave mit der BuNo 145858 gehörte zu einer Serie von 55 Hubschraubern des Typs HR2S-1, die für das US Marine Corps produziert wurden. Die Maschine wurde Ende der 1950er Jahre in Dienst gestellt und war technisch durch zwei Pratt & Whitney R-2800 Kolbenmotoren sowie Bugladeklappen für den Fahrzeugtransport charakterisiert.

Betrieben wurde der Hubschrauber von der Staffel HMH-462 (Heavy Marine Helicopter Squadron 462). Die Einheit nutzte diesen Typ für schwere Transportaufgaben und die logistische Unterstützung von Marine-Operationen. Aufgrund der hohen Wartungsintensität der großen Sternmotoren und der Einführung leistungsfähigerer Turbinen-Hubschrauber wie der CH-53 wurde die CH-37-Flotte bereits Ende der 1960er Jahre außer Dienst gestellt. BuNo 145858 wurde nach ihrer Ausmusterung nicht für museale Zwecke erhalten, sondern aus den Beständen gestrichen und verschrottet. Die Einheit HMH-462 existiert weiterhin und führt ihre Tradition als schwere Transportstaffel mit modernem Gerät fort.

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Fazit

Kurz vor dem Jahreswechsel konnte das Projekt abgeschlossen werden, und der riesige Hubschrauber fand seinen Platz in der Vitrine. Vom Frust ist wenig geblieben. Sicher hätte die ein oder andere Stelle besser sein können, und mit dem Kunstwerk von Bernhard Schrock kann sich der Hubschrauber nicht ganz messen – aber vorzeigbar ist er allemal. Gut, dann stürze ich mich motiviert ins nächste Projekt.

Sikorsky CH-37C Deuce

Andy Hartung

Publiziert am 09. Februar 2026

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