Lockheed F-94B Starfirevon Bob Leonard (1:48 Hobbycraft)
Die F-94 Starfire war ein von Lockheed entwickelter und produzierter, strahlgetriebener Allwetter-Abfangjäger für Tag- und Nachteinsätze. Sie war der erste einsatzfähige Jäger der US Air Force mit Nachbrenner und der erste strahlgetriebene Allwetterjäger, der im Koreakrieg zum Kampfeinsatz kam.
Die F-94 entsprach einer 1948 veröffentlichten Spezifikation der US Air Force, die einen neuen Abfangjäger suchte, der sowohl bei Tag wie auch in der Nacht einsatzfähig war, als Ersatz für kolbenmotorgetriebene Flugzeuge wie die F-82 Twin Mustang. Dies geschah als Reaktion auf die Entwicklung einer Flotte von Tu-4-Bombern durch die UdSSR, einer Kopie der Boeing B-29. Die F-94 basierte auf dem erfolgreichen Schulflugzeug Lockheed T-33 Shooting Star; da es sich um die Umrüstung eines etablierten Flugzeugs handelte, betrachteten die Verantwortlichen der US Air Force sie als risikoarme Option. Die F-94A/B behielt 75 % Teilegleichheit mit der T-33 bei. Die meisten äußeren Änderungen betrafen die größere Nase, die Platz für mehrere Bordkanonen, Radar und ein automatisches Feuerleitsystem bot. Der Schub des Allison J33-Triebwerks wurde durch einen Nachbrenner verstärkt. Der Erstflug fand im April 1949 statt, die Indienststellung erfolgte im Mai 1950. 1958 musterte die USAF die F-94 aus, die ANG folgte ein Jahr später mit der Einführung leistungsfähigerer Maschinen wie der F-89 Scorpion. Lockheed baute 855 Starfires, die jedoch nicht von den alliierten Luftstreitkräften eingesetzt wurden, sondern nur von der US Airforce.
Der Bausatz:Laut Scalemates brachte Hobbycraft die Starfire erstmals 1992 heraus. Es scheint sich um den einzigen Spritzgußbausatz der F-94A/B zu handeln, eine modifizierte Version des T-33-Bausatzes im gleichen Maßstab. Nach einiger Recherche auf Scalemates vermute ich, dass dieser Bausatz ursprünglich von Idea für Hobbycraft in Korea entwickelt wurde. Academy bringt die T-33 regelmäßig neu heraus, die F-94A/B hingegen nicht. Der Bausatz enthält Teile für beide Versionen (A und B). Der einzige Unterschied, den ich feststellen konnte, ist die Art der Zusatztanks. Die Tanks des B-Modells ähneln eher denen der T-33. Der Bausatz verfügt über gravierte Paneellinien, einige Details an den Radkästen, ein rudimentäres Cockpit mit Instrumententafeln, Schleudersitzen, Radargerät und Steuerknüppel. Die Decals sind Standard von Hobbycraft: lächerlich dick, matt und mit Schriftarten, die von der USAF nie verwendet wurden.
Der Zusammenbau:Ich empfehle Tom Cleavers Rezension auf ModelingMadness.com als Pflichtlektüre für den Bau dieses Bausatzes und für eine detailliertere Geschichte der Starfire. Wie Herr Cleaver habe auch ich meine Lockheed mit geschlossener Cockpithaube gebaut. Sorgfältiges Lackieren und die zusätzlichen Fotoätzteile für die Sicherheitsgurte reichten mir völlig aus. Wie Mr. Cleaver montierte ich meine Landeklappen in eingefahrener Position, da die Klappendetails minimal waren, aber dafür Auswerfermarken aufwiesen. Im Nachhinein hätte ich mich einfach um die Auswerfermarken kümmern und die Klappen ausfahren sollen. Mehrere Schichten Sekundenkleber, Mr. Surfacer 500 und Nachgravieren waren nötig, um die Klappen bündig anzulegen. Der Rest des Zusammenbaus verlief recht unkompliziert.
Es gibt zahlreiche Walkarounds für die T-33, und ich habe in den Fahrwerkschächten einige Rohrleitungen hinzugefügt, die auf Fotos gut zu erkennen sind. Zum ersten Mal überhaupt verwendete ich Injektionsnadeln für die 0,50-Zoll-M3-Browning-Maschinengewehrläufe, die direkt hinter dem Radom austreten. Die F-94 hat eine charakteristische, hochgezogene Nase. Um dies nachzubilden, verlängerte ich die Bugstrebe um drei Millimeter mit K&S-Aluminiumrohren. Ich habe Horrorgeschichten über die Hobbycraft T-33/F-94-Familie gelesen, aber ehrlich gesagt habe ich schon VIEL Schlimmeres gebaut.
Lackierung und Markierungen:Ich bin ein großer Fan von Farbschemata, und diese Starfire in Arktisrot ist eine der besten. Sie schreit förmlich „USAF der 1950er Jahre“. Das Naturmetall wurde mit Weiß und Dunkelaluminium von MRP lackiert, ebenso wie der olivgrüne Blendschutz. In den Fahrwerkschächten kam MRP-Interiorgrün zum Einsatz. Das Arktisrot ist Tamiya LP-7 und ersetzt Leuchtendrot FS28913. Die Bereiche um die vier Geschützöffnungen wurden mit Tamiya LP-20 Hellgraumetall lackiert.
Für die Alterungseffekte verwendete ich Künstlerölfarben, Flory Wash und AK Weathering Stifte. Starfires waren nicht lange im Einsatz und wurden, den Fotos nach zu urteilen, in gutem Zustand gehalten, daher habe ich es mit der Alterung nicht übertrieben. Ich verwendete lediglich einen Prismacolor Silberstift für minimale Abplatzungen an den roten Vorderkanten der Tragflächen, des Höhenleitwerks und des Leitwerks. Vor dem Anbringen der Decals verwendete ich Mr. Color GX100 Super Clear III, 75 % Mr. Color Leveling Thinner und 25 % Klarlack. Die Decals waren der Grund, warum ich diesen alten Bausatz gesucht habe. Caracal Models 48241 enthielt eine F-94B der 64. Jagdfliegerstaffel, Elmendorf AFB, Alaska. Ich habe alles mit GX100 versiegelt, das ich mit meiner H&S Airbrush aufgesprüht habe.
Fazit:Wer eine Spritzguß-F-94A/B im Maßstab 1:48 sucht, ist hier genau richtig. Kittyhawk bietet zwar eine F-94C im Maßstab 1:48 an, aber das ist eine deutlich stärker modifizierte T-33 mit einer anderen Nase, einem viel größeren Leitwerk, gepfeilten Leitwerken und Raketenbehältern an den Tragflächen. Vielleicht irgendwann. Aber für die F-94A/B gilt: Cockpithaube schließen, Landeklappen ausfahren, Caracal-Decals besorgen, und der Zusammenbau ist recht einfach. Nach den unzähligen Teilen der Eduard MiG-21bis im Maßstab 1:48 war es schön, mal wieder ein Modell mit wenigen Teilen zu bauen.
Referenzen:Walkarounds zur F-94A/Bs und T-33s findet man leicht im Internet, zum Beispiel: https://www.net-maquettes.com/de/pictures/lockheed-f-94-starfire/ https://ipms.nl/walkarounds/walkaround-jets/walkaround-lockheed-f94 https://inchhighguy.wordpress.com/2023/03/19/lockheed-f-94-starfire-walk-around-part-ii/ Der englische Originaltext wurde von der Redaktion übersetzt. Bob Leonard Publiziert am 27. Juli 2026 © 2001-2026 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links |