Focke-Wulf TL-Jäger "Flitzer"von Stefan Zimmermann (1:72 Revell)
Meine Focke-Wulf "Flitzer" ist im Sammlermaßstab 1:72. Das Modell kommt von Revell und gehört zu der Generation von Bausätzen, die Revell mal in den 1990ern aus eigenen Formen rausgebracht hat. Meiner Meinung nach eine gute Zeit der Strategen aus Bünde.
Dieser Flieger passt in die Kategorie "Luft´46", da das Projekt, wie so viele, zwar zukunftsweisend war, aber nie vollendet wurde.
Kurz zum historischen Vorbild:Die Focke-Wulf TL "Flitzer" war ein Projekt für einen einstrahligen Abfangjäger mit zusätzlichem Raketenantrieb aus dem Jahre 1943. Angetrieben von einem Triebwerk Heinkel HeS 011 und einer Raketenstarthilfe, der Walter HWK 109-509A, sollte der "Flitzer" eine Geschwindigkeit von 955 km/h und eine Dienstgipfelhöhe von 13.800m erreichen. Bewaffnet war der kleine Jäger mit zwei MK 108 in den Tragflächen und zwei MG 151/20 im Bug. Bis März 1944 waren die grundlegenden Projektarbeiten abgeschlossen und ein "Mock-Up" (Holzattrappe) wurde erstellt. Da das Reichsluftfahrtministerium kein großes Interesse am "Flitzer" zeigte, wurde das Projekt vorzeitig beendet und Focke-Wulf konzentrierte sich auf das Projekt Ta 183 "Huckebein".
Wie schon oben angedeutet, gehört der Bausatz zu den guten Eigenentwicklungen, die Revell in den 1990ern auf den Markt gebracht hat. Klar, mit heutigen Fertigungsmöglichkeiten nicht mehr vergleichbar, aber immer noch ein toller Bausatz. Passform ist gut und durch die überschaubare Teilezahl ein Bauprojekt, dass zu einem schnellen Ergebnis führen kann.
Für mich war dieser Bau ein Versuchsfeld für eine neue Airbrush-Pistole. Es kam nun die neue "Mobius 3" von Gaahleri zum Einsatz. Mein subjektiver Eindruck ist, dass das eine Top-Pistole ist, mit der ich sehr gut zurechtkomme. Von ihrer Machart und auch Qualität würde ich sie mit der Evolution von H&S vergleichen. Wobei ich finde, dass die Gaahleri-Gun leichter zu reinigen ist. Gebaut habe ich den "Flitzer" aus der Box, nur zwei Kanülen für die MK-Läufe habe ich noch hinzugefügt.
Lackiert wurde mit den neuen Airbrushfarben von Revell aus dem Luftwaffe WW II-Set. Hier kamen RLM 76 (spät), RLM 81 und 82 zum Einsatz. Das Tarnmuster wurde komplett freihand mit einer 0,3mm-Düse aufgesprüht. Die sprühfertigen Farben wurden noch ein wenig verdünnt und dann mit geringem Druck aufgebracht. Die vereinfachten Balkenkreuze sind per Schablone lackiert. Die Bausatzdecals sind okay, jedoch hätte ich die Rumpfbänder auch lieber lackieren sollen, anstatt die Nassschiebebildchen zu verwenden.
Als Alterung gab es wieder das altbekannte "Alloverwashing" mit verdünnter Ölfarbe und etwas Einsatz von Pastellkreide. Endversiegelung mit mattem Klarlack von Revell, die später durch eine dünne Schicht Bodenglänzer wieder etwas aufgebrochen wurde. Das Display ist eine Schieferplatte mit zwei Figuren.
Mein Modell stellt eine fiktive Maschine der Reichsverteidigung dar.
Stefan Zimmermann, Publiziert am 07. September 2026 © 2001-2026 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links |