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Projekt „Schwerer Durchbruchswagen“

Der erste Entwurf von F. Porsche, der später zum Tiger führte

von Bernd Hauser (1:35 Eigenbau)

Projekt „Schwerer Durchbruchswagen“

Seit vielen Jahren hatte ich schon die erste Skizze für einen Entwurf von Porsche im Visier, die im Internet veröffentlicht ist. Es sollte ein schwerer Durchbruchswagen werden, der letztlich als Tiger bekannt wurde.

Ehe der bekannte Tiger hergestellt wurde, gab es natürlich Entwicklungsstufen davor. Dabei sieht man auch, wie man vom ursprünglichen Gedanken abgewichen ist.

Projekt „Schwerer Durchbruchswagen“

In Kurzform:

Auf einer ersten Arbeitsberatung im Dezember 1939 erörterte  man den schweren Durchbruchwagen. Das vorgeschlagene Modell hieß intern Projekt 100. Das Ingenieurbüro Porsche hatte den Chefkonstrukteur Obering. Karl Rabe mit den Berechnungen beauftragt. Dazu fertigte Ing. Frank Xaver Reimspieß 2 Skizzen an: eine Seitenansicht und eine Frontalansicht. Doch im Zuge der Beratung scheint es schon erste Veränderungsgedanken gegeben zu haben: Die Seitenansicht zeigt Linien, daß der Turm länger sein sollte, mehr nach vorn und ein Pfeil weist darauf hin, dass man das Antriebsrad weiter hinten ansetzen wollte. 

Projekt „Schwerer Durchbruchswagen“

Das habe ich dann versucht als Modell nachzuvollziehen. Abweichend zur Skizze konnte ich mich allerdings überhaupt nicht mit einer 4,5cm Kanone für einen solchen schweren Panzerkampfwagen anfreunden.

In Umsetzung des Ganzen suchte ich mir ein einigermaßen passendes Modell und kam auf den VK 3001 P. Um diesen zurückzubauen, gab es mit dem runden Bug ein wenig Tüftelei: welches Material nehmen und wie festkleben. Ich entschied mich dann für 0,5mm Alu-Blech auch dem Baumarkt. Auf einem Werkstattfoto mit dem Vk3001 sieht man hinten das Holzmodell des Projekt 100. Dieser hat auf dem Bug eine Revisionsplatte. Am Modell hatte ich diese angebracht, aber vor dem Bemalen wieder entfernt.  

Projekt „Schwerer Durchbruchswagen“

Projekt „Schwerer Durchbruchswagen“

Den Turm fertigte ich ebenfalls aus Alu-Blech. Der Turm bereitete mir die größten Schwierigkeiten. Die Winkel betrugen seitlich 80 Grad Neigung, hinten jedoch 65 Grad.  Nach 3 Tagen überlegte ich, dass ein Kegelstumpf keinen Sinn macht. Also fertigte ich zuerst die Bodenplatte, dann das Dach des Turmes. Allerdings nicht so leicht gewölbt, wie auf der Frontalskizze.

Projekt „Schwerer Durchbruchswagen“

Projekt „Schwerer Durchbruchswagen“

Als  Kommandantenkuppel wählte ich ein Teil vom Neubaufahrzeug. Beim Entwurf erfolgte der Einstieg in den Panzer über den Turm, das Ausbooten jedoch für Fahrer und Funker/MG Schütze über seitliche Luken innerhalb des Laufwerkes. 

Die Klappen hatte ich noch in meiner Grabbelkiste.

Projekt „Schwerer Durchbruchswagen“

Das Laufwerk von 8m Länge weist auf der Skizze 6 Laufrollen auf. Auf die Länge des Fahrzeugs ergeben sich aber bei dieser Größe 6,5 Laufrollen Deshalb habe ich die vorhandene paarweise Aufhängung für 5 Laufrollen genutzt und die 6. nach hinten versetzt. Da keine Angaben zu Stützrollen vorhanden waren, die Kette aber durchgehend gerade skizziert ist, mußte ich also welche einpassen. So beließ ich die beiden vorhandenen . Eine zusätzliche Stützrolle nahm ich vom NbFz. Die ist nun leider 2 Zehntel stärker. Die Ketten hätte man vielleicht straffer darstellen können. Man kommt erst hinterher wieder darauf. Ich hatte unlängst die Gelegenheit bei einem Ackerschlepper die Kette mit nachzuziehen. Das einzelne Kettenglied wiegt ja schon schwer. (Das wär doch mal was: Kettenglied stemmen zum Frühsport...). Das ist eben der Nachteil bei Plastikmodellen! Metallketten sind wirklich günstiger, die hängen von alleine durch (naja - es wird ja trotzdem kein echter Panzer).

Die Kettenbreite von 50cm im Original  und Länge paßte vom VK3001 P.

Projekt „Schwerer Durchbruchswagen“

Projekt „Schwerer Durchbruchswagen“

Die Abschleppseile gibt es als 1,5mm Stahlkordel im Baumarkt. Sie hätten nur 1,2mm sein müssen, aber ich denke, diese Abweichung kann man für einen schweren Panzer gelten lassen.

Interessanterweise sitzt der Fahrer noch in Fahrtrichtung rechts. Für die Interessenten, die es nicht wissen: in Österreich galt bis 1938 Linksverkehr! Da das Konzept von Österreichern erstellt wurde, war dieser Gedanke wohl  noch so drin.

Porsche Vorprojekt 100
Porsche Vorprojekt 100

Die MG dürften MG-34 gewesen sein. Die Lüfteröffnungen habe ich entsprechend der Skizze am Modell etwas schmaler gestaltet.

Die Fotos vom Modell gestaltete ich in bewährter Weise wieder vor der Garage und im Gelände. Ja, bei der Garage fehlen immer noch die Scharniere (im Original übrigens 27cm hoch), sowie die Schiebeeinrichtung. Und ich stellte mal gegenüber: den VK 3001 P und auch einen Pz IVA. 

Porsche Vorprojekt 100 (rechts) Vergleich mit VK 3001 P (links)Vergleich mit VK 3001 P (L)Vergleich mit VK 3001 P Vergleich mit VK 3001 P Vergleich mit Pz IV AVergleich mit Pz IV AVergleich mit Pz IV A

Porsche Vorprojekt 100 (rechts) Vergleich mit VK 3001 P (links)

Porsche Vorprojekt 100 (rechts) Vergleich mit VK 3001 P (links) 

Die Farbgebung entspricht schon der moderneren Variante mit nicht hart abgesetzten Rändern, sondern gleitenden Übergängen: in Sandgelb, grün und braun.

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Projekt „Schwerer Durchbruchswagen“

 

Bernd Hauser

Publiziert am 06. November 2026

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