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Kittyhawk Mk.IV "Over the Mediterranean and the Pacific"

(Special Hobby - Nr. SH72484)

Special Hobby - Kittyhawk Mk.IV

Produktinfo

Hersteller:Special Hobby
Sparte:Flugzeuge Militär WK2
Katalog Nummer:SH72484 - Kittyhawk Mk.IV "Over the Mediterranean and the Pacific"
Maßstab:1:72
Kategorie:Bausätze (Plastik)
Erschienen:August 2023
Preis:ca. 17,40 €
Inhalt:
  • drei Gussrahmen in grau
  • ein klarer Gussrahmen
  • Abziehbild
  • Anleitung 

Besprechung

Zum Original:

Die Curtiss Kittyhawk Mk. IV war die britische Bezeichnung für die amerikanische Curtiss P-40N Warhawk, die als letzte große Serienversion der P-40-Familie entstand. Angetrieben von einem Allison V-1710-Reihenmotor mit rund 1.200 PS und mit sechs 12,7-mm-M2-Browning-Maschinengewehren bewaffnet, erreichte sie eine Höchstgeschwindigkeit von etwa 560 km/h. Zusätzlich konnte sie Bomben oder einen Zusatztank mitführen.

Ab 1943 gelangten zahlreiche Kittyhawk Mk. IV im Rahmen des Lend-Lease-Programms zu britischen und Commonwealth-Luftstreitkräften. Sie wurden vor allem im Mittelmeerraum, in Nordafrika und später in Italien eingesetzt. Besonders bei Tiefflug- und Jagdbombereinsätzen bewährte sich die robuste und widerstandsfähige Maschine. Gegen moderne deutsche Jagdflugzeuge war sie vor allem in größeren Höhen und hinsichtlich Steigleistung und Wendigkeit unterlegen, konnte diese Nachteile im Tiefflug jedoch teilweise ausgleichen.

Mit dem Auftreten leistungsfähigerer Jagdflugzeuge wurde die Kittyhawk zunehmend aus der Rolle des klassischen Jägers verdrängt und vor allem als Jagdbomber und Unterstützungsflugzeug eingesetzt. Besonders bei australischen und anderen Commonwealth-Verbänden blieb sie bis in die späten Kriegsjahre im Einsatz. Trotz ihrer begrenzten Leistungsfähigkeit gegenüber moderneren Jagdflugzeugen erwies sich die Kittyhawk Mk. IV aufgrund ihrer Robustheit, Bewaffnung und Vielseitigkeit als zuverlässiges und wichtiges Einsatzflugzeug.

Special Hobby - Kittyhawk Mk.IV "Over the Mediterranean and the Pacific"

Curtiss P-40 im Modell:

Die P-40 steht sicherlich nicht ganz oben, wenn man an Jagdflugzeugen des zweiten Weltkriegs denkt und dennoch war sie mit insgesamt 13.740 Exemplaren an jedem Kriegsschauplatz zu finden. Es sollte daher nicht verwundern, dass auch in der Modellbaulandschaft viele Hersteller auf dieses Arbeitstier der alliierten Luftwaffen setzen. Stand August 2026 sind insgesamt 590 Bausätze verfügbar, wovon allein 261 Kits auf den Maßstab 1:72 entfallen. Ich glaube es wäre mühsam jetzt auf alle Bausatzformen einzugehen, daher verweise ich die Interessierten auf die Modellbaudatenbank Scalemates.

Special Hobby hatte bereits 2008 eine Curtiss P-40 im Programm. Hier handelte es sich aber nur um die Versionen F/L mit Merlin-Motoren mit deutlich größerem Kühler. 2017 erschien ein weiteres New Tool. Dieses Mal allerdings mit dem Allision-Motor und schlankeren Kühler. Diese Form erfuhr bereits einige Auflagen und Wiederauflagen, alle mit sehr attraktiven Bemalvorschlägen und akribisch genau ausgearbeiteten Versionsunterschieden.

Special Hobby - Kittyhawk Mk.IV "Over the Mediterranean and the Pacific"

Zum Bausatz:

Hier haben wir nun die im Sommer 2023 erschienene Kittyhawk Mk. IV, die letzte Version, welche bei der RAF und in Australien eingesetzt wurde. Das Cover zeigt die Maschine von Leonard Victor Waters im Flug über Morotai im Seitenprofil und im Verband mit einer zweiten Maschine. Die Zeichnung stammt aus der Feder von Standa Hajek und macht eigentlich sofort Lust auf mehr. Generell sind die Cover die Special Hobby für seine Kartons wählt immer sehr gut getroffen.

Unter dem Stülpkarton befinden sich dann, sicher in einer Folie verpackt, drei graue Gussrahmen und ein Rahmen mit den Klarteilen. Die Teile sind sauber gespritzt, die Aufteilung ist logisch und übersichtlich. Flash oder ähnliches ist nicht zu sehen. Interessant finde ich die kleinen Farbunterschiede zwischen den Gussrahmen, welche zeigen, dass diese mindestens aus unterschiedlichen Chargen entstammen. Ein Qualitätsunterschied kann man aber nicht feststellen. Am Gussrahmen E befinden sich die beiden neuen Rumpfhälften, Gussrahmen A beherbergt die Teile für die Flügel, die Höhen- und Seitenruder, sowie Lufteinläufe für die Kühler, der große Gussrahmen B beherbergt alle Kleinteile für das Flugzeug.

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Kittyhawk Mk.IV "Over the Mediterranean and the Pacific"

 

Der Bau beginnt im Cockpit und bereits hier gibt es viel zu sehen und gleichzeitig auch die Versionsunterschied sind festzustellen.  So wird mit Bauteil Nummer 47 der eckige Sitz, welcher typisch für die Kittyhawk IV. ist, verbaut. Die Seitenwände werden in den Rumpf eingesetzt. Hier braucht es auch gar keine PE-Teile oder Teile aus dem Resindrucker, denn sie wissen auch schon so zu gefallen und geben das authentische Innenleben wieder. Der Cockpitboden befindet sich auf dem Bauteil mit den Flüglen, hier wird der Steuerknüppel und die Feststellbremse angebracht. Erfahrungsgemäß lässt sich das ganze gut bauen und passt nachher auch problemlos zusammen. Die Farbe des Cockpits wird von Special-Hobby mit Zink-Gelb angegeben, einen gelb-bräunlichen Farbton, allerdings habe ich auch schon die Flugzeuge mit dem standardmäßigen amerikanischen Interior-Grün gesehen.  

Auch der Rumpf ist versionstreu. Während bei früheren Warhawks der Rumpf direkt hinter dem Piloten begonnen hat und nur links und rechts zwei Aussparungen an den Seiten für die Rundumsicht waren, war der Rumpfrücken bei der Kittyhawk IV. abgesenkt und eine langgezogene Vollglaskanzel eingebaut. Diese ist natürlich auch beim Modell gegeben. Die Gravuren sind überzeugend und treffend wiedergegeben. Im Rumpf wird vorne noch der Kühler eingesetzt. Die Passung ist, wie am ganzen Modell, hervorragend, und es braucht keine Spachtelmasse, um Lücken zu verschließen. Auch die Ober- und Unterflügel passen gut zusammen. Aber Achtung: Nicht das Klarteil für den Landescheinwerfer vergessen.

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Kittyhawk Mk.IV "Over the Mediterranean and the Pacific"

 

Damit ist das Flugzeug schon so gut wie fertig und nur noch Kleinteile wie die Antenne, Auspuff und das Fahrwerk fehlen. Hier müssen zum Teil kleine Formtrennnähte entfernt werden. Die Luftklappen können geöffnet oder geschlossen dargestellt werden, auch die Anhängelast kann sich der Modellbauer aussuchen, neben zwei verschiedenen Zusatztanks kann auch wie auf dem Cover zu sehen, eine 500 Pfund-Sprengbombe angebracht werden. Auch bei den Reifen liegen verschiedene Varianten vor. Wer allerdings ein scharfes Profil haben will, muss zu Resinrädern greifen.

Die Klarteile sind in einer kleinen Folie separat verpackt und haben eine ausgezeichnete Passung. Kratzer oder Schlieren sind keine zu sehen.

Bemalung und Abziehbilder:

Der Decalbogen ist sauber gedruckt und beinhaltet im oberen Bereich eine große Menge Wartungshinweise. Im unteren Bereich befinden sich die Roundels und Kennung der einzelnen Flugzeuge. Das Pin-Up Gril ist sauber wieder gegeben, auch ist kein Versatz an den Hoheitszeichen zu erkennen. Decals für die Instrumente und Sicherheitsgurte liegen ebenfalls bei. Das Trägerpapier kann nach dem Anbringen vorsichtig abgezogen werden. Wie üblich lässt Special Hobby die Abziehbilder bei Eduard drucken.

Special Hobby - Kittyhawk Mk.IV "Over the Mediterranean and the Pacific"

Special Hobby gibt den Modellbauer dieses Mal nur zwei, dafür historisch interessante Maschinen an:

  1. Die erste Maschine mit dem Namen „Black Magic“ schoss am 10. Juni 1945 eine Ki-43, als letztes japanisches Flugzeug über Neuguinea ab. Mit Leonard Victor Waters wurde das Flugzeug auch vom einzigen Aborigine Piloten der RAAF im zweiten Weltkrieg geflogen. Er kam im November 1944 zum 78. Squadron und erhielt die „Black Magic“ wie er sein Flugzeug taufte. Insgesamt flog er 94 Einsätze und verließ die Luftwaffe am 18. Januar 1946. Nach seiner militärischen Karriere wollte er eine Regionale Fluggesellschaft gründen, konnte aber die nötigen Mittel nicht auftreiben, weshalb er, wie bereits vor dem Krieg, wieder als Schafscherer und Mechaniker arbeitete. Water verstarb im Alter von 69 Jahren am 24. August 1993.
  2. Die Doris, wie die D-OK genannt wurde, wurde von G. H. Brain geflogen und war bis in den November 1944 beim 450. Squadron der RAF geflogen und ging dann in die Generalüberholung. Im Gegensatz zum Pinupgirl mit dem Schriftzug „No Orchids“, eine Anspielung auf einen damals populären Erotikroman. Dieses wurde einfach kurzerhand an einer anderen Kittyhawk mit derselben Staffelkennung angebracht. Nach der Generalüberholung kam die ursprüngliche Maschine zwar wieder zur Truppe, kollidierte aber über Gaudo, nördlich von Neapel mit einer weitere Kittyhawk.

 

Special Hobby - Kittyhawk Mk.IV "Over the Mediterranean and the Pacific"

Anleitung:

Es handelt sich hier um die typische Anleitung in A5 beginnend mit einem kurzen historischen Abriss. Es folgen die Teileübersicht, wo auch die benötigten Farben aufgezählt werden, wie immer sind nur die Farben von Gunze bzw. Mr. Color dabei. Die einzelnen Bauschritte sind klar und verständlich, wobei die Detailbemalung sogar schon farblich dargestellt wird. Ein wenig störend empfinde ich, dass die Textblöcke mit der Geschichte der jeweiligen Vorbilder sich irgendwo in der Anleitung befanden. Die Seitenprofile sind übrigens genauso groß, wie das Modell selber, das macht es leichter Schablonen anzufertigen. Auf einer weiteren Seite befindet sich die Übersicht zum Anbringen der Wartungshinweise, welche für beide Bemalvorschläge gilt. Die letzten drei Seiten machen wieder Werbung in eigener Sache.

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Kittyhawk Mk.IV "Over the Mediterranean and the Pacific"

 

Darstellbare Maschinen:
  1. Kittyhawk Mk. IV A29-575, HU-E, geflogen von Leonard Victor Waters, 78. Squadron, RAAF, Morotai, Indonesien Anfang 1945
  2. Kittyhawk Mk. IV, FX835, OK-D, geflogen von G. H. Brain,  450. Squadron, RAF, Italien, Sommer 1944
Stärken:
  • hervorragende Passung
  • viele Option und Details
  • bester Warhawk / Kittyhawk-Bausatz in diesem Maßstab
  • interessante Vorbilder  
  • Versionsmerkmale ausgearbeitet
  • Umfangreiches Zubehör separat erhältlich
Schwächen:
  • keine ersichtlich
Anwendung: Auch oder gerade für Einsteiger geeignet. Wie gesagt, die Kittyhawk fällt praktisch von selbst zusammen.

Fazit

Absolut empfehlenswert. Der Bausatz macht wirklich Lust auf mehr und hat mir null Probleme bereitet. Im Ergebnis erhält man ein attraktives Flugzeug eines interessanten Vorbilds. Wieder einmal zeigt Special Hobby, dass man längst kein Short-Run Hersteller mehr ist.

Weitere Infos

Anmerkungen:

Leider ist der Bausatz selbst aktuell vergriffen, weitere Varianten und Detailsets finden sich aber hier beim Hersteller.: https://www.specialhobby.eu/search?price-end=25.00&price-start=2.00&price-in=EUR&pageid=1&sortby=default&search=P-40

Diese Besprechung stammt von Andy Hartung - 29. August 2026

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