Ford F 100 Pick-Up/Push Truck/Camper(AMT - Nr. 1412)
Produktinfo
BesprechungDas Deckelbild …… zeigt einen F 100 mit Campingaufsatz und zwei Waidmännern, die vielleicht in den winterlichen Wäldern Michigans oder Wisconsins unterwegs sind. Jagdausflug mit Schlafsack, „Einstieg“ über die Heckpritsche; eine frostige, unbequeme Angelegenheit und nicht jedermanns Sache. So habe auch ich den Bausatz Nr. 1412 von AMT zuerst gesehen und ihn übergangen.
Für ein Dirt-Speedway-Diorama suchte ich dann nach einem geeigneten Pick-Up für den Umbau zum sog. Push Truck, der Sprint Cars oder Midget Racers durch Anschieben startet. Fündig wurde ich schließlich doch beim Bausatz AMT Nr. 1412, bei dem sich deutlich mehr als nur der ominöse Camperaufsatz im AMT-üblichen Stülpkarton befindet. So lassen sich damit verschiedene Varianten des Pick-Up bauen – mathematisch gesehen mindestens 12 Stück (2 Motorenvarianten, 2 unterschiedliche Fahrzeugfronten, Ladefläche mit Pritsche, Camperaufsatz, Push Truck). Wer dann noch mit optionalen Teilen operiert, kommt auf noch mehr Möglichkeiten. „Train your immagination“ stand mal in einer alten AMT-Bauanleitung zu lesen.
Eigentlich ist der Bausatz gut eingeführt und wurde in verschiedenen Varietäten (u.a. als Servicefahrzeug oder für die Landwirtschaft) aufgelegt. Die Bausatzgenealogie lässt sich bis in die 1960er Jahre zurückverfolgen und brachte zuletzt neue Formen, Teile und Decals (zuletzt Nr. 1507, 2025). Der Hinweis auf dem Karton „Designed in the USA“ lässt bereits vermuten, dass der heutige Bausatz Nr. 1412 woanders hergestellt wurde. Eine Druckzeile unterm Dach des Modells schafft Klarheit: „Made in China“.
Verweisen darf ich in diesem Zusammenhang auf den Baubericht von Arne Weimann (AMT Nr. 1412, Link) und die Vorstellung des verwandten Bausatzes (AMT Nr. 1407) von Jens Lohse (Link). Da die beiden Artikel einen guten Überblick zum Ford F 100 geben, konzentriere ich mich im Wesentlichen auf den Push Truck.
Der Push Truck – ein Speedway-KlassikerDabei störte es mich nicht, dass die Funktion des Fahrzeugs für Beschleunigungsrennen vorgesehen ist, um Dragster zu starten, was ja auf demselben Prinzip beruht wie bei den Sprint Cars. Allerdings ist der Einsatz von Push Trucks zum Starten von Dragstern seit 1975 aus Sicherheitsgründen verboten und auf Grund der technischen Entwicklung beginnend in den 60er Jahren mit dem Aufkommen von Startwalzen und externen Startgeräten nicht mehr nötig.
Beim Dirt Track Racing sind die Push Trucks aber nach wie vor unverzichtbar. Die bis zu 900 PS starken Sprint Cars, die aus Gewichtsgründen nicht über Batterie und Anlasser verfügen, müssen vor dem Start und auch wenn sie liegen bleiben, angeschoben werden. Siehe auch "Push Truck Rules and Guidelines (Petaluma Speedway, CA)": Link Zentrales Element ist dabei der Push Bar, im Bausatz ein Plastikteil, das sich mit einem Warnstreifen-Decal optisch hervorheben lässt. Allerdings wird man selbst noch an der Holzstruktur nacharbeiten müssen. Dieses Teil lässt sich aber auch problemlos gegen ein Stück Echtholz austauschen, das man dem gewünschten Zustand entsprechend behandeln kann. Der Fahrzeugbausatz kommt diesem Ansinnen insofern entgegen, als eine plane Auflage am Fahrzeug vorhanden ist. Für eine zusätzliche Gummipolsterung muss man sowieso selbst sorgen. Im Prinzip könnte man einen Push Truck aus jedem beliebigen Pick-Up-Modell bauen; der AMT-Kit nimmt einem aber die Anpassungsarbeiten bereits ab. Zudem ist der F 100 ein weitverbreitetes Fahrzeug mit passenden Abmessungen. Die Fülle an Material, die viele Variationsmöglichkeiten bietet:
WahlmöglichkeitenBeim Bausatz gefallen die vielen Wahlmöglichkeiten und Auswahlteile, die schnell für das Anwachsen des häuslichen Fundus sorgen. So lässt sich der Motor mit Dreifachvergaser bzw. als aufgeladene Variante bauen. Neben der Stock-Variante, die stillschweigend als Basis für den Camper und Push Truck mitgeliefert wird, lässt sich auch eine aufgemotzte Custom-Variante tunen. Wer sich zu einem Curbside-Modell durchringen kann, hat einen schön detaillierten Motor für die Ladefläche oder eine Werkstattszene. Weitere optionale Teile bzw. Einbaumöglichkeiten (z.B. Rückspiegel) unterstützen diese modulare Freizügigkeit. Für die Nutzung als Push Truck liegen entsprechende Teile für eine Rundumleuchte und eine Pressluftfanfare sowie Werkzeug und Kraftstoffkannen bei. Lediglich bei den Reifen ist man nicht mehr so großzügig wie früher. Für die Custom-Variante und den Push Truck hätte man sich nicht die schmalen Reifen gewünscht, wie sie Ford werkseitig früher aufgezogen hat. Immerhin kann man die Reifen gewendet mit unterschiedlicher Schauseite einbauen. Ansonsten muss man eben auf den häuslichen Reifenfundus zurückgreifen. Für einen sicheren Stand des Modells auf allen vier Rädern ist es empfehlenswert, die Bodenplatte vor dem Zusammenbau zu prüfen.
Highlight des Bausatzes ist aus meiner Sicht der umfangreiche Decalbogen, der insbesondere auf das Drag-Racing-Thema ausgerichtet ist. Schön ist eine gewisse Vielfalt bei Schriftarten und Farben. Da meist Großbuchstaben verwendet werden, lässt sich einiges davon umschnibbeln (z.B. CUSTOM TEAM/ TOM’S TEAM). Auch zwei Zulassungstafeln wurden berücksichtigt – beide grün (Michigan 1963) – wieder sind wir bei den Jägern mit Camperaufsatz …
Die LadeflächeDer Bausatz verfügt außerdem über Material für die Ladefläche, was für eine Nutzung beim Drag-Racing durchaus ausreichte. Wer auf einem Dirt Track anschiebt, braucht vor allem Traktion, weshalb auf den Ladeflächen oft Zusatzgewichte befestigt waren. Die offene Pritsche lädt im Modell geradezu ein, alte LKW-Reifen (tw. mit Beton ausgegossen), Gehwegplatten oder andere Betonelemente zu befestigen. Im Modell leicht selbst herzustellen erhält man einen echten Hingucker. Darstellbare Fahrzeuge:
Stärken:
Schwächen:
Anwendung: Der Bausatz dürfte den Modellbauer vor keine größeren Probleme stellen. FazitTrotz der etwas irreführenden Zuspitzung auf den Camper (Titel, Deckelbild) hat der Bausatz viel Potential für Individualisierung und Verfeinerung. Er ist eine gute Grundlage für eigene Bauvorhaben und Nutzungen, egal, ob Landwirtschaft, Handwerk oder im Infield eines Speedways. Diese Besprechung stammt von Thomas Ehrensperger - 04. November 2026 © 2001-2026 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links | Modellbauer-Profil Thomas Ehrensperger![]() Land: Beiträge: 26 Dabei seit: 2023 Neuste Artikel:![]() ![]() Alle 26 Beiträge von Thomas Ehrensperger anschauen. Mitglied bei:![]() |