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Mistel V Ta 154 & Fw 190

(Revell - Nr. 04824)

Revell - Mistel V Ta 154 & Fw 190

Produktinfo:

Hersteller:Revell
Sparte:Flugzeuge Militär WK2
Katalog Nummer:04824 - Mistel V Ta 154 & Fw 190
Maßstab:1:48
Kategorie:Bausätze (Plastik)
Erschienen:2012
Preis:ca. 40,-Euro
Inhalt:
  • 6 (Fw 190)/ 6 (Ta 154) Spritzlinge aus Polystyrol-Kunststoff
  • 1 (Fw 190)/ 1 (Ta 154) Spritzling mit Klarsichtteilen
  • Decalbogen
  • Bauanleitung
  • Toploader-Karton

Besprechung:

In der 50cm breiten Box ist reichlich Platz.
In der 50cm breiten Box ist reichlich Platz.

Im Sommer 1944 erstellte das Konstruktionsbüro von Focke Wulf eine Kurzbeschreibung für das Mistelflugzeug Ta154 A mit dem Führungsflugzeug Fw190 A-8. Die zu etwa 50 Prozent in Holzbauweise konstruierte Ta154 sollte als unbemannter "Pulkzerstörer" gegen die amerikanischen Bomberformationen zum Einsatz gebracht werden. Bei einem Startgewicht des Mistelgespanns von rund 14,5t ließ sich ein 2,5 bis 3,5 t schwerer Sprengkopf am Bug der Ta154 anbringen. Der Pilot sollte das Gespann von hinten oder frontal im Bahnneigungsflug auf den Bomberpulk zusteuern, die Führungsmaschine abtrennen und die Ta154 mittels Fernzündung in der Bomberformation zur Explosion bringen. Der Sprengkörper hätte nach den Berechnungen alle Flugzeuge in einem Umkreis von etwa 200 Metern zum Absturz gebracht. Im Herbst 1944 sind noch einige Ta154 A-0 entsprechend vorbereitet worden. Zu Testflügen oder einem Einsatz ist es nicht mehr gekommen. (Quelle: Revell.de)

Focke-Wulf 190

Eine filigrane Sache -beachte die dünnen Wandstärken des Plastiks bei den Flügeln und Fahrwerkabdeckungen.Beachte die zwei verschiedenen Lüfterräder unten Mitte/ oben links.Zahlreiche Kleinteile zieren den Fw 190er Bausatz. Sehr schön gelungen: die Unterrumpf-/ Zusatztanks.Das Canopy kommt ohne Gussnaht und kristallklar daher.Beachte die feinen, akkuraten Gravurlinien.Die Fahrwerkschächte können mit ein wenig Detailbemalung schön dargestellt werden.Cockpitteile, leider oftmals mit reichlich Gussgrat versehen.
Zusatztank mit Anbauschellen (ovale Kleinteile) und obere Abdeckung der Cowling sowie MK 108-Deckel (rechteckige Teile).Nochmal die Cowling und die schön detaillierte Unterrumpfhalterung.Mistel V Ta 154 & Fw 190Beachte die erhabene Gussnaht am Ansatz des Heckleitwerks. Sie muss sauber verschliffen werden.Auch hier wird die schöne Oberflächenstruktur des Modells deutlich.

Eine filigrane Sache -beachte die dünnen Wandstärken des Plastiks bei den Flügeln und Fahrwerkabdeckungen.

Eine filigrane Sache -beachte die dünnen Wandstärken des Plastiks bei den Flügeln und Fahrwerkabdeckungen. 

Revell hat zwei alte Bekannte wieder auferstehen lassen: der vorliegende Bausatz der Fw 190A wurde erstmals in den 1990er Jahren von der legendären Firma Trimaster in Japan aufgelegt und galt, ebenso wie die seinerzeit erschienenen Fw 190 D-9 Varianten des japanischen Modellherstellers, als Revolution im Kunststoffmodellbau: feinste, scharfe Gravuren, realistische Oberflächen, dünne Flügelhinterkanten, präzise Detaillierung. Ebenso wie Dragon, die den Bausatz in Folge vermarkteten, hat Revell auf die Beigabe von Fotoätzteilen verzichtet, diese sind eh nicht notwendig, um die Jagdmaschine eventuell unter Hinzufügung von ein paar Nietreihen für die Modelloberflächen und Sitzgurten im Cockpit detailliert darzustellen. In verschiedenen Bauberichten liest man, dass der Bastler mit der ein oder anderen Passungschwierigkeit bei den Rumpfhälften und den Flügeln rechnen müsse. Man wird dafür allerdings im Ergebnis mit einem fein detaillierten, akkuraten Modell belohnt. Zudem ist die hier besprochene Fw 190A-Variante aus Trimasterformen deutlich weniger komplex konstruiert und daher einfacher zu bauen, als die Konkurrenz aus dem Hause Eduard. Darüber hinaus ist sie preiswerter zu haben als die recht teuren Pendants von Tamiya und Hasegawa.

Die Ta 154 wurde vor etwa zehn Jahren von ProModeller hergestellt und war seitdem sowohl bei Revell als auch bei Dragon im Programm. Insgesamt hat der Kit eine akkurate Formgebung, feine, versenkte Blechstöße und soll über eine recht gute Passung verfügen. Ich würde die Landeklappen aussägen und abgewinkelt darstellen, um das Modell etwas lebendiger erscheinen zu lassen.

Nachdem das hier vorliegende Mistel-Gespann 2007 von Dragon Models auf den Markt gebracht wurde, hat sich nun Revell angeschickt und bietet uns das Set in einer preiswerten Variante in einer großen Box an. Der Bausatz enthält 225 Einzelteile. Das Modell hat eine Länge von 259 (186) mm und eine Spannweite von 332 (220)mm (in Klammern die Maße der Fw 190).

Tank Ta 154

Das knallt: die Sprengstoffkuppel und die Halterungen für die Trägermaschine liegen als einzelner Spritzling bei.Sämtliche in der Mitte des Spritzlings und rechts befindlichen Bauteile für das Cockpit und Vorderrumpf werden beim Mistel nicht benötigt und wandern in die Ersatzteilkiste.Spritzling B mit den Flügelbauteilen.Gut erkennbar: die Motorgondeln, Seitenruder, Rumpf- und Fahrgestellbauteile.Motorgondeln, Funkantennen (nicht benötigt), Räder, weitere Motor- und Fahrgestellteile. Dieser Spritzling liegt doppelt bei.Bis auf das rechte Klarsichtteil (Landescheinwerfer) ist dieser Spritzling für die Restekiste vorgesehen.Nahaufnahme rechte Rumpfseite. Die gesamte Cockpitsektion wird unmittelbar vor der Flügelwurzel abgetrennt, um den Sprengkopf anzubauen.
Beachte die recht feinen Gravuren auf den Flügelvorderseiten.Die seitlichen Rumpfteile - schön detailliert, aber ab damit in die Restekiste!Auch die Funkantennen werden nicht benötigt. Die Auspufföffnungen sollten aufgebohrt werden.Die Rumpfgondeln etwas näher betrachtet.

Das knallt: die Sprengstoffkuppel und die Halterungen für die Trägermaschine liegen als einzelner Spritzling bei.

Das knallt: die Sprengstoffkuppel und die Halterungen für die Trägermaschine liegen als einzelner Spritzling bei. 

Es sind übrigens sämtliche Teile zum Erstellen zweier kompletter Bausätze vorhanden, so dass man auf die "Mistel"-Darstellung verzichten und beide Modelle auch einzeln bauen könnte - das Vorhandensein entsprechender Decals vorausgesetzt. 

Dankenswerter Weise hat Revell die Farbbezeichnungen auch mit RLM-Nummern versehen. Die vorgeschlagene Tarnung ist fiktiv, handelt es sich doch um eine projektierte Maschine, deren Flug bisher nicht nachgewiesen werden konnte. Wenn es nach den Vorschlägen von Revell geht, haben Trägermaschine und Sprengstoffträger eine einheitliche Tarnung aus RLM 76 Lichtblau mit runden, gleichmäßig aufgetragenen Flecken in RLM 75 Grauviolett. Ich halte dieses Tarnschema allerdings zumindest im Falle der Fw 190 für unrealistisch. Die Fw 190er Trägermaschinen der "Mistel"-Gespanne waren nämlich meist in ihrer Urpsrungstarnung aus RLM 74/75/76 belassen und auf die Sprengstoffträger aufgesetzt worden, ohne einheitlich lackiert zu werden. Dies kann man u.a. auf Originalfotos der Fw 190-/Me109-/ Ju 88-Misteln erkennen. Außerdem verzichtet der Bausatz auf die Darstellung der Sprit- und Elektrikleitungen, die Trägerflugzeug und Sprengstoffträger verbanden. Diese sollte man nach ein wenig Recherche problemlos scratch ergänzen können.

Der Abziehbilderbogen.Auszug aus der Revell-Bauanleitung.Die Bauschritte für die Fw 190 und die Ta 154 sind klar voneinander getrennt. Beachte das Abtrennen des Vorderrumpfes der Ta 154 in Schritt 1 (rechte Seite).Gut gemacht: Präzise Angaben zum Anbohren der Halterungsöffnungen und dem Verbinden von Trägerflugzeug und Flugbombe.Das fertige Modell (Quelle: www.revell.de).Das fertige Modell (Quelle: www.revell.de).

Der Abziehbilderbogen.

Der Abziehbilderbogen. 

Stärken:
  • zwei komplette Bausätze in einem Paket
  • interessantes Vorbild
  • gute Detaillierung
  • preiswertes Set
Schwächen:
  • durch Gratbildung ist Nacharbeit an den Bausatzteilen (Fw 190) notwendig
  • "eintöniger" Bemalungsvorschlag
Anwendung: Aufgrund der zahlreichen Bausatzteile und des notwendigen Umbaus mit Bohr- und Sägearbeiten sollte man über ausreichend Bastelerfahrung verfügen.

Fazit:

Der Bausatz beinhaltet alles, was man für ein interessantes Modellbauprojekt braucht. Empfehlenswert!

Weitere Infos:

Referenzen:
  • Der Artikel auf der Website von Revell
  • Die Bauanleitung als PDF
  • Brett Green baute das ProModeller-Pendant der Ta 154 vor einigen Jahren bei Hyperscale

Diese Besprechung stammt von Alexander Jost - 30. März 2013

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