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Saunders Roe SR-N1

Hovercraft

von Johannes Kreutzer (1:72 Airfix)

Saunders Roe SR-N1

Geschichtliches :

Die Hovercrafts (Schwebe und Luftkissenfahrzeuge) waren in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts eine völlig neue Fahrzeugart. Luft wird am Fahrzeug angesaugt und unter das Fahrzeug geleitet. Dadurch wird das Fahrzeug angehoben und schwebt. Ein Teil des Luftstroms wird in seitlich am Fahrzeug angebrachte Kanäle geleitet, die es ermöglichen das Fahrzeug vor, oder rückwärts zu bewegen. Zur Unterstützung der Steuerung waren an den Luftauslässen noch Ruder angebracht. Dieses Prinzip ermöglichte dem Fahrzeug in etwa 30cm Höhe fast jedes flache Terrain zu befahren. Sei es an Land als auch auf dem Wasser. Erste Patente die zu diesem Fortbewegungsmittel führten stammen aus der Zeit um 1877. Zur praktischen Verwendung des "Hovercraft-Prizips kam es durch C.S. Cockerell. Seine ersten Forschungen fanden auf rein privater Basis statt. Erst 1957 wurde er durch das britische Versorgungsministerium bei seinen Versuchen, die bei der Firma Saunders Roe durchgeführt wurden, unterstützt. Die SR-N1 wurde als Versuchsträger gebaut und diente der Erprobung. Sie bot dem Piloten und einen Begleiter Platz. Bei Vorführungen konnten jedoch bis zu 20 voll ausgerüstete Soldaten befördert werden. Die SR-N1 war auch das erste Luftkissenfahrzeug, das den Ärmelkanal überquerte. Mit dem später entwickelten Typ SR-N4 wurde bis zur Öffnung des Eisenbahntunnels von Dover nach Calais die schnellste regelmäßige Fährverbindung vom Festland Europe hinüber zur Britischen Insel geschaffen. Die SR-N1 hatte ein Gewicht von rund 4 Tonnen. Angetrieben von einem 450 PS starken Alvis - Leonides Kolbenmotor erreichte sie eine Höchstgeschwindigkeit von mehr als 90 km/h.

Saunders Roe SR-N1

Das Modell:

Ich weiß gar nicht mehr wie ich an diesen Bausatz der Firma Airfix gekommen bin. Sei es durch einen E-Bay Kauf oder über ein Mitglied im Flugzeugforum. Jedenfalls fristete dieses Modell ein gewisse Zeit in meinem Bastelvorrat. Irgendwann war ich es überdrüssig, wie gewohnt Flugzeuge und Fahrzeuge der "normalen Art" zu bauen. Und so fiel mir beim Stöbern durch meine Sammlung dieser Kit wieder in die Finger. Mit leichtem Augenverdrehen und Kopfschütteln wollte ich ihn schon beiseite legen, doch dann packte mich der Ehrgeiz. Warum nicht einmal versuchen, ein über 30 Jahre altes Modell zu basteln. Die Decals waren schon vergilbt und landeten somit an der Sonnenseite des Lebens. Nein, ich habe sie zum Ausbleichen an die Fensterscheibe in bester Sonnenlage geklebt. Vielen Dank, lieber Petrus, dass du uns so einen tollen April 2007 gegönnt hast, denn die Bleicherei klappte vorzüglich. Der Zusammenbau des eigentlichen Kits verlief ungemein entspannend. Da mußte nicht viel gespachtelt und geschliffen werden. Die Einzelteile passten sehr gut. Die Lackierung erfolgte bis auf die Metallicklacke ausschließlich mit Acrylfarben der Firma Revell. Das Aluminium des Rumpfes ist Enamellack von Revell. Die Ruderflächen waren als Decals beigelegt. Da ich den Decals nicht traute, wurden die Flächen ebenfalls lackiert. Dann kam der Moment der Wahrheit: Würden sich 30 Jahre alte Decals anbringen lassen ? Sie ließen, und zwar ohne Probleme. Erstaunlich, kann ich dazu nur sagen. Ich hatte schon Decals, die im vergleichsweise zarten Alter von 5 Jahren zerfielen. Eigentlich ein Zeichen, dass die Firma Airfix einmal hochklassige Artikel auf den Markt gebracht hat. Auf der Ausstellung in Siegen hab ich den "kleinen" am Ausstellungstisch des FFMCs (noch ohne Decals) präsentiert und war erfreut, wie groß der Zuspruch unter den Zuschauern bezüglich dieses Modelles war. Dort hat er auch von meinen Clubkameraden den passenden Spitznamen "Der fliegende Eierbecher" bekommen.

Saunders Roe SR-N1

Saunders Roe SR-N1

Saunders Roe SR-N1

Saunders Roe SR-N1

Johannes Kreutzer

Publiziert am 13. Mai 2007

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