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de Havilland Canada DHC-6 Twin Otter

von Hajo Lippke (1:72 Matchbox)

de Havilland Canada DHC-6 Twin Otter

Alex, Marty, Melman, Gloria und all die anderen Tiere würden sich bestimmt sofort in Hajo's Twin Otter verkucken, sollten sie sie jemals am Himmel über New York oder Madagaskar sehen. Und das wäre gar nicht so weit hergeholt, stand doch der Zeichentrickfilm Madagaskar bei diesem Projekt Pate. Inspiriert durch den Film und immer auf der Suche nach einer neuen Herausforderung, plante Hajo kurzerhand seine Matchbox Twin Otter mit einem Potpourri verschiedenster Fellmuster zu versehen.

de Havilland Canada DHC-6 Twin Otter

Wer Hajo und seinen Baumethodik kennt, der weiß, dass er überzeugter "Brush-User" ist. Allerdings nicht "Brush" wie in "Airbrush" sondern in "Paintbrush". Ja, richtig gelesen, Hajo hat das komplette Fellmuster inklusive dem Farbverlauf zwischen den Fellen mit einem Pinsel und handelsüblichen Enamelfarben realisiert. Aber lassen wir den Erbauer selber sprechen:

MV: Madagaskar ist ein aktueller Kinofilm, die Matchbox Twin Otter hingegen ein fast antiquarischer Bausatz – wie kam es zu dieser Idee? Hajo Lippke: Ja ja, Zeichentrickfilme... Sie bringen einen auf die unglaublichsten Ideen. Und wer kennt nicht „D-ENTE“, die alte Do-27 von Grzimek mit dem Zebramuster? Diese komplette Melange ergab bei mir im Kopf die Idee, einmal ein Flugzeug mit „Wildlife“-Schema zu bauen. Die Farbverläufe hatte ich schon im Kopf, nur der passende fliegende Farbträger fehlte mir noch. Da kam mir die Ankündigung eines Modellbaukollegen, sich um eine der seltenen Twin Otter bei eBay zu bemühen, gerade recht.

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MV: Was kannst Du zur Baubarkeit des Modells sagen? Hajo Lippke: Die Maschine ist, auch aufgrund fehlender Innenraumdetaillierung, schnell zusammengesetzt. Es ging mir bei diesem Projekt auch in erster Linie um das Farbfinish und nicht die Detaillierung, obwohl gerade der leere Passagierraum eigentlich nach zumindest ein paar Sitzen schrie.

MV: Wie ein bekannter Modellbauer mir einmal schrieb:„[…]Bauen ist Handwerk und die Bemalung ist Kunst“ Was kannst Du uns zum „künstlerischen" Aspekt Deines Modells erzählen? Hajo Lippke: Da das Modell in drei verschiedenen Farben am Spritzling daherkommt, müssen gerade die gelb und grau produzierten Teile mit einer guten Basis in Weiß versehen werden. Eigentlich ein Gräuel für mich, aber da der Rumpf von Natur aus schon weiß war, war ich hier ein bisschen versöhnt. Als bekennender „Pinsel“-Jockey“ war mir klar, dass die Farbübergänge zwischen den Tierschemata nicht ganz einfach werden würden. Ich behalf mich dann damit, dass ich am Rumpf auf das grundierte Weiß erst einmal die Tiergrundfarben „Tigerrot“, „Leopardensandgelb“, „Giraffengelb“ und „Zebraweiß“ aufbrachte.

MV: Ein Farbverlauf ohne Airbrush – unsere Leser möchten bestimmt wissen, wie Du das gemacht hast: Hajo Lippke: Dann kam eine zweite Schicht der jeweiligen Farbe, die jedoch sehr feucht gemalt wurde. Und mit den noch feuchten Farben habe ich dann auf dem Modell die Übergangsflächen „gemischt“. Das heißt, mit dem Pinsel so lange hin und her gemischt auf den Übergängen, bis diese einigermaßen flüssig wurden im Farbübergang. Um ehrlich zu sein, als es fertig war (und meiner Meinung nach nicht besser wurde), sah es OK aus, aber nicht wirklich toll. Ich tröstete mich, dass die immer noch recht abrupten Übergänge bestimmt mit dem Auftrag der jeweiligen Streifen und Flecken weniger auffällig würden.

de Havilland Canada DHC-6 Twin Otter

MV: Quod erat demonstrandum – es geht auch ohne Airbrush. Wie ging es weiter? Hajo Lippke: Für die Tigerstreifen verwendete ich einen handelsüblichen Folienmarker, natürlich permanent. Man sollte auch vorher schauen, ob er Klarlack verträgt. Meiner konnte, obwohl er dann später doch leichte Schlieren verursachte, fällt aber zum Glück nicht auf. Die Leopardenflecken wurden mit dem selben Marker gemacht: Immer kleine Gruppen von 3, 4 oder 5 Flecken zusammen. Um diese noch etwas zu betonen, wurden sie mit einem stark verdünnten Ockerton (ist dunkler als das Sandgelb) ausgefüllt.Die Zebraflecken entstanden mit einem dünnen Pinsel und einem Braunton, hier sollte man vor allem darauf achten, dass die gelben Zwischenräume wie Linien wirken und verhindern, die braunen Flecke einfach nur „reinzuklecksen“. Die Zebrastreifen sollten zuerst wieder mit dem Marker gemacht werden, da ich mich dann aber entschied, diese etwas breiter zu machen, kam ein dünner Pinsel zum Einsatz.

MV: So mancher Zoo hätte Freude an Deiner Tierschau. Du hast aber auch andere Farbakzente an Deinem Modell. Hajo Lippke: Die Flügel sollten natürlich auch dem Thema entsprechend gestaltet werden. Meine erste Idee, Vogelfedern zu malen, verwarf ich aus zwei Gründen: Zum einen weil für mich nicht realisierbar, zum anderen passten Vögel irgendwie nicht zu dem bereits aufgemalten Getier.Ich entschied mich daher für ein bei „Tiger-Meet“-Maschinen oft gesehenes Element, nämlich für das aufreißende Metall, das das Tier im Flieger zum Vorschein bringt. Die Abrisskanten wurden mit dem Marker vormarkiert (und blieben teilweise auch sichtbar, um die Kanten anzudeuten) und mit Silber ausgemalt. Mit einem Bleistift entstanden danach auf den Metallflächen leichte Unregelmäßigkeiten und Schattenwürfe. Eine Lackierung mit Glanzlack versiegelte die Maschine und rundete den „Paintjob“ ab. MV: Danke für dieses Gespräch.

Hajo Lippke

Publiziert am 02. November 2005

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