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SZD-9 bis Bocian 1E

von Kai Röther (1:48 Ardpol)

SZD-9 bis Bocian 1E

Der Bocian war ab den Siebziger Jahren das Standardflugzeug für die Anfängerschulung in der GST (Gesellschaft für Sport und Technik) der ehemaligen DDR. Das Flugzeug gilt als gutmütig und war ob seiner unkomplizierten Flugeigenschaften ideal geeignet für die Ausbildung. Entwickelt und gebaut wurde der Bocian in Polen bei SZD.

SZD-9 bis Bocian 1E

Der Bausatz stammt von der polnischen Firma Ardpol und kann als sehr gelungen betrachtet werden. Die äußere Form wird sehr gut wiedergegeben und die Detaillierung läßt kaum Wünsche offen. Besonders gelungen ist die Stoffstruktur auf den Tragflächen und den Ruderflächen des Leitwerkes. Die Abziehbilder erlauben die Markierung verschiedener polnischer Bocian's. In mehreren deutlichen Skizzen erklärt die Bauanleitung den Zusammenbau. Sehr hilfreich ist ein Dreiseitenriß im Maßstab 1:48, der dem Bausatz ebenfalls beiliegt. Auf diese Weise gestaltet sich der Bau einer Helling sehr einfach. Das sollte man in Anbetracht der Spannweite unbedingt tun.

SZD-9 bis Bocian 1E

Größere Passungsprobleme gab es beim Zusammenbau nicht. Der Rohbau war relativ zügig erledigt. Ein wenig spannender war da schon die Montage des Cockpit-Bodens. Aufgrund der Geometrie in diesem Bereich (Wölbungen in verschiedene Richtungen und Stufen im Boden) sollte hier vor dem Kleben sehr sorgfältig eingepaßt werden. Danach ging es an das Lackieren (Revell Nr. 4). Im Anschluß wurden die Decals verarbeitet. Bis dato waren Abziehbilder eigentlich nie ein Problem für mich, diese hier von Techmod hingegen sorgten für einige Überraschungen und Aufreger. Zunächst erstmal sind sie sehr dünn, was eigentlich gut ist. Problematischer dagegen war schon, dass kaum "Kleber" unter den Abziehbildern war. So gelang es mir nicht, trotz polierter Oberfläche, diese Decals ohne Silvering aufzubringen. Auch Weichmacher konnte hier nicht helfen. Dazu kam das Problem, dass ich durch eine kleine Unachtsamkeit Teile bereits versiegelter Decals an der abgenommenen Maskierung hatte. Also versuchte ich mir beim Händler (Jadar-Model aus Polen) einen weiteren Satz zu besorgen. Zwei Wochen später kam ein Einschreiben mit gleich zwei neuen Sätzen - vorbildlich.

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Danach konnte nun das Innenleben komplettiert werden. Anhand von Fotos und aus dem Gedächtnis wurden nur einige Kleinigkeiten ergänzt - Griffe zum Ausklinken, Haubenverschluß, Trimmknöpfe. Alles andere liegt dem Bausatz bei, teils als Ätzteil, teils in Resin.

SZD-9 bis Bocian 1E

Ein weiteres wichtiges Detail ist der Griff kurz vor der Höhenflosse. An diesem kann man den Bocian anheben, so dass er nur noch auf dem Rad steht. Das ist sehr hilfreich bei jedweder manueller Bewegnung des Fliegers am Boden. Die Griffe sind nicht im Bausatz vorgesehen. An dieser Stelle befindet sich am Modell eine angedeutete Klappe. Vielleicht wird oder wurde in Polen statt des festen Griffes ein solcher zum Einstecken verwendet.

SZD-9 bis Bocian 1E

Noch etwas zu den Markierungen. Die Hoheitszeichen sind aus Resten "zusammengeschnipselt". Die Kennung wurde am PC erstellt und auf klarem Trägerfilm über einen Laserdrucker ausgedruckt. Ohne weitere Behandlung wurden diese dann wie gewohnt verarbeitet.

Fazit:

Ein sehr guter Bausatz eines wichtigen Flugzeuges, mit dem so mancher seine ersten Flüge unternahm.

Positiv:

  • sehr guter und einziger Bausatz eines der bedeutensten Schulseglers der ehemaligen DDR
  • hohe Detaillierung
  • fairer Preis
  • erstklassiger Service

    Negativ:

  • Vorderteil der Haube ein wenig zu gewölbt
  • Kai Röther

    Publiziert am 16. November 2004

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