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Pfalz D.IIIA

von Michael Franz (1:32 Wingnut Wings)

Pfalz D.IIIA

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Von den Jagdstaffeln der königlich bayerischen Fliegertruppe hautpsächlich verwendet, war die Pfalz D.III ein Jagdflugzeug der Deutschen Fliegertruppen während des 1. Weltkriegs. Von den Pfalz Fliegerwerken in Speyer wurden ab 1913 Maschinen der Typen Morane und Otto in Lizenz gebaut, während des 1. Weltkriegs dann vorrangig Pfalz A.1 sowie Kampfeindecker. Nach einem erfolglosen Versuch, einen eigenen Doppeldecker zu entwickeln, fertigte man in Lizenz Flugzeuge der Typen Roland D.II und D.IIa. Nach Auslauf der Produktion waren wiederum Kapazitäten für die Entwicklung eigener Maschinen frei.

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Wie auch andere Flugzeughersteller hatten die Pfalzwerke Flugzeuge des Typs Nieuport 11 erhalten, die während des 1. Weltkrieges abgeschossen wurden. Die Konstrukteure versuchten daraufhin, ein Flugzeug zu entwickeln, welches nah an diese Maschine angepasst war, ohne hierbei aber die vorhandenen Schwächen mit zu übernehmen. Als Rumpf hat man sich für die Wickelrumpfbauweise entschieden, wobei mehrere Lagen dünnes Sperrholz in Kreuzbauweise auf dem Rumpfgerüst aufgeleimt wurden. Diese Erfahrungen als Basis genommen, entstand dann die Pfalz D.III als erste tatsächliche Eigenkonstruktion der Pfalzwerke, welche mit einem Mercedes D.III Motor im Juni zur Erprobung fertig gestellt wurde. Eine weitere Bestellung über 100 Flugzeuge des in Lizenz gefertigten Roland D.II wurde nach 30 ausgelieferten Modellen gestoppt und durch eine Order über 70 Pfalz D.III ersetzt. Nach Inspektion der ersten ausgelieferten Flugzeuge durch die Fliegertruppen erhöhte man die Bestellung um weitere 300 Modelle auf nunmehr 370 Flugzeuge. 

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Die Pfalz D.III war ein konventionelles Modell, bei dem der Rumpf in Schalenbauweise aus Sperrholzwicklungen gefertigt wurde. Besonders erwähnenswert war der sehr stabile Unterflügel, der maßgeblich für die guten Sturzkampfleistungen der Pfalz D.III verantwortlich war und dafür sorgte, dass die Pfalz in großen Höhen die Leistungen der bis dahin unerreichten Albatros-Flugzeuge übertreffen konnte. Der von Mercedes entwickelte Motor mit passabler Leistung war mit einem Teeves und Braun Flächenkühler verbunden. Als Bewaffnung dienten zwei starre, nach vorn gerichtete 7,92mm MG 08/15, welche direkt in den Rumpf integriert waren. Nach Lieferung von 260 Flugzeugen wurde auf die D.IIIa umgestellt, welche sich dann durch abgerundete Flügelenden und größere, ebenfalls abgerundete Leitwerke unterschied. Auch die MGs wurden zur besseren Erreichbar- und Bedienbarkeit für den Piloten während des Fluges in die obere Rumpfabdeckung verlegt. Weiterhin wurde nun ein verbesserter 6-Zylinder Mercedes D.IIIa Motor verwendet, welcher weitaus höhere Leistungen als das Vorgängermodell erzielte.

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Bis Kriegsende 1918 wurden insgesamt 260 Pfalz D.III und 750 Pfalz D.IIIa gefertigt und an die Front ausgeliefert. Erst im Oktober 1918 wurden die letzten Modelle von der Front abgezogen und zur Pilotenausbildung weiterverwendet. 

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Der Bau

Die Darstellung der Holzoptik im Innenraum erfolgt hauptsächlich mittels (wasserlöslichen) Ölfarben. Zunächst jedoch werden die später holzfarbenen Teile in einem hellen Beige lackiert. Dies stellt dann die Basis für die spätere Holzoptik dar. Mit einem Borstenpinsel werden dann Ölfarben "Umbra gebrannt" und "Van Dyk Braun" in Richtung der Maserung aufgetragen. Die gewickelte Holzstruktur in der Rumpfinnenseite wird nach dem Ölfarbenauftrag noch mit Wattestäbchen "Leiste für Leiste" einzeln unterschiedlich nachbearbeitet. Die Bauteile benötigen dann einige Tage Zeit, bis die Ölfarbe vollständig getrocknet ist. Anschließend werden diese dann in Grau/Grün überlackiert, so dass die Holzoptik nur unter der Lackierung noch zu erahnen bleibt, bzw. an schadhaften Lackstellen durchscheinen wird. Erst dann können die weiteren Details - Anzeigen, Instrumente, Griffe, Hebel, etc. - mit dem Pinsel bemalt und der komplette Innenraum zusammengefügt werden.

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Der Mercedes D.III Motor wird zunächst komplett laut Plan zusammengebaut. Die Detaillierung ist, wie bei Wingnut Wins zu erwarten, sehr hoch und die Passgenauigkeit unvergleichlich. Anschließend werden kleine Löcher gebohrt, die Zündkabel aus dünnem, ausgeglühtem Kupferdraht eingeklebt, nach dem Trocknen in Form gebogen und an den Enden ebenfalls verklebt. Die Lackierung beginnt zunächst mit Aluminium per Airbrush, Maskierung und Schwarz folgt ebenfalls mit der Airbrush. Weitere Farben und Details werden dann mit dem Pinsel ausgeführt. Ein erstes Washing mit schwarzer Ölfarbe sorgt für einen gebrauchten Eindruck des Motors.

Pfalz D.IIIA

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Nachdem die in Holzoptik grundierten Bauteile ihre endgültige Farbe - ein Grün-Grau - erhalten haben, wird der Rahmen zusammengesetzt, der Sitz ergänzt und weitere Anbauteile, Instrumente, Munitionskiste etc. angebracht. Die Fotoätzteile, die für die Darstellung der Gurte vorgesehen sind, werden ausgeglüht, dann bemalt und montiert, hierbei in realistische Form gebogen und dem Sitz angepasst. Anschließend wird der Motor in den Rahmen eingesetzt, bevor dann farbliche Nacharbeiten erfolgen. Ist alles getrocknet, folgen im nächsten Schritt die Decals zur Darstellung der Anzeigen und Instrumente, welche dann mit glänzenem Klarlack "verglast" werden.

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Der Innenraum erhält noch Steuerseile aus EZ-Line, welche zunächst an die jeweiligen Positionen verklebt, nach dem Aushärten des Klebers nach hinten durch die Rückwand gezogen, verspannt und dort ebenfalls verklebt werden. Anschließend wird der fertiggestellte Innenraum in die beiden Rumpfhälften eingebaut, dann die beiden Hälften zusammengefügt und die Klebenaht verspachtelt und verschliffen. Die Bewaffnung wird erst nach der Lackierung des Rumpfes ergänzt. Es kann nun mit weiteren Rumpfdetails auf der Außenseite weiter gehen.

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Als nächstes wird die einteilige untere Tragfläche am Rumpf montiert. Diese passt sehr gut, etwas Spachtel und Schleifarbeit ist aber doch an den Übergängen der Unterseite notwendig, um eine vollständig glatte Oberfläche zu erhalten. Anschließend wird der Rumpf versäubert und ist dann bereit für die Lackierung. Hierzu werden auch die obere Tragfläche sowie die Stützstreben vorbereitet, um sie parallel mit dem Rumpf lackieren zu können.

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Nach einer hellgrauen Grundierung wird der Bugbereich zunächst in Rot lackiert. Hierfür kommen mehrere Rottöne von Lifecolor zur Verwendung, die nach Farbangaben gemischt werden. Nach Trocknung wird der rote Bereich maskiert und das Blau (Tamiya Blue) aufgetragen. Der untere Bereich des Rumpfes sowie der beiden Tragflächen wird in einer Mischung aus Hellgrau und einigen Tropfen Aluminium lackiert. Sind die Farben getrocknet, folgt als Basis für die Decals ein Klarlackauftrag.

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Nach Trocknung des Klarlacks können nun die Decals mit den Markierungen des Flugzeugs von Rudolf Berthold angebracht werden, welche Wingnut Wings als separaten Decal-Satz anbietet. Die Verarbeitung der Decals ist gewohnt unproblematisch. Sind die Rumpfmarkierungen, Nummern und Balkenkreuze aufgebracht und mittels Weichmacher an die Struktur des Untergrunds angepasst, werden diese mit Mattlack fixiert und vor dem nun folgenden Weahtering geschützt. So werden auf den Tragflächen noch die Rippen lackiert und alles etwas gealtert, auch weitere Details und Kleinteile werden nun noch bemalt. Ein schwarz-/braunes Washing mit hochverdünnter Ölfarbe sorgt für eine dezent gebrauchte Optik und nimmt dem Modell das spielzeughafte Aussehen. Mit Pastellfarbe werden anschließend die Rippen der Tragflächen aufgehellt und alles abschließend mit Mattlack überlackiert.

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Es folgen dann weitere Anbauteile wie die seitlichen und die vordere Motorabdeckungen, Stützen für die obere Tragfläche und die beiden 7,92 mm MG 08/15. Die MGs erhalten aus Messing gedrehte Läufe und Ummantellungen von Master Models, welche die Bausatzteile um ein Vielfaches übertreffen. Der Auspuff wird zunächst silber, dann rostfarben bemalt und mit Pigmenten "verrußt". Als nächstes werden dann Höhenruder und Heckflosse montiert, anschließend die separat mit Kühler und Steuerrudern fertig montierte obere Tragfläche. Das Rigging erfolgt dann mit EZ-Line sowie den Spannösen und Spannschlössern von Gaspatch Models und stellt auch hier keinerlei Probleme dar.

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Die Metallteile werden zunächst in den Tragflächen verklebt, anschließend die EZ-Line an der unteren Tragfläche verklebt, nach dem Trocknen gespannt und jeweils am Zielpunkt verklebt, überstehende Reste dann abgeschnitten. Danach können die bereits vormontierten, fertig lackierten und mit Weathering versehenen Räder sowie letzte noch fehlende Kleinteile verbaut werden. Das Fahrwerk erhält dann noch die Verspannung analog des restlichen Flugzeugs, so dass nach einer abschließenden Schicht Mattlack noch die "Frontscheibe" des Piloten, mit silbernem Rahmen versehen, angebaut werden muss, bevor das Modell fertig ist.

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Pfalz D.IIIA

 

Michael Franz,
www.world-in-scale.de

Publiziert am 11. Mai 2017

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