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Zerstörer Z-9 Wolfgang Zenker

von Matthias Pohl (1:700 Trumpeter)

Zerstörer Z-9 Wolfgang Zenker

Dieser Bau war eigentlich nicht geplant - zumindest nicht für mich persönlich. Auf der Modellbauausstellung der MBG Vellmar im Oktober sprach mich ein Besucher an, ob ich einen meiner ausgestellten Trumpeter-Zerstörer als Auftragsarbeit fertigen könnte. Er solle ein Weihnachtsgeschenk für seinen Schwiegervater werden, dessen Vater auf Z-9 gefahren ist.

Bei so viel „Nähe" zu meiner eigenen Familiengeschichte war es für mich natürlich geradezu selbstverständlich, den Auftrag anzunehmen, auch wenn durch die Kürze der Zeit meine eigenen Bauten stark zurückstehen mussten.

Der Ausgangskit, Z-7 von Trumpeter (Best.-Nr. 05793), war schnell geordert, ebenso die korrekte neue Brücke von Carl Allsup (3D Models) aus den USA. An zusätzlichen Details habe ich lediglich die DKM-Railings plus Ankerketten von Flyhawk und die Besatzung von Eduard verbaut.

Der Wunsch des Auftraggebers war es, den Zerstörer auf jeden Fall in seinem Element zu zeigen, mit derselben Methode, wie ich meinen „Prinz Eugen" auf der Ausstellung präsentiert hatte: „Geflammtes Styrodur" (20 mm stark).

Die Szenerie sollte staubdicht in einer kleinen Trumpeter-Box Platz finden, wir einigten uns auf die Version Nr. 09813 mit den Abmessungen 120x232x86mm.

In diesem Fall wollte ich einmal die Vollrumpf-Version des Zerstörers ausprobieren, um einen etwas stärkeren Seegang darzustellen, der teilweise den Rumpf erscheinen lässt.

Mittels der Wasserlinienplatte aus dem Bausatz wurde der Umriss angezeichnet und mit einem Cutter ausgeschnitten, bis der Rumpf saugend passte.

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Allerdings wollte das Unterwasserschiff so gar nicht recht am übrigen Rumpf passen. Während backbords alles im Lot war, ergaben sich steuerbords dringende Angleichungsarbeiten mittels Squadron White Putty! Ärgerlich! Fiel mir bisher noch nie auf, da meine übrigen Zerstörer dieser Trumpeter-Serie alle Wasserlinienmodell waren und ich mit diesem Umstand noch nicht konfrontiert war.

Sei's drum. Der Bau ging dann aber zügig voran, ich hatte ja bereits reichlich „Vorkenntnisse". Den Rumpf klebte ich mit doppelseitigem Klebeband auf einen Montagesockel, um das Boot nicht ständig in die Finger nehmen zu müssen. Alle Kleinteile wurden entgratet, soweit notwendig, montiert und zum Lackieren auf einen Spraydosendeckel fixiert, der ebenfalls mit Teppichklebeband versehen war. Nach meiner Arbeitsweise kommt die Reling VOR dem Lackieren an Deck, um einen guten und dauerhaften Sitz zu gewährleisten. Für den achteren Mast habe ich noch ein Stückchen konisches Rundmaterial aus der Grabbelbox nebst einer Rahe entdeckt, die ich verarbeitet habe. Ein bissel zusätzliche Detaillierung erfolgte steuerbords an der Schornsteinplattform, wo ich das Lager des Rettungsbootes etwas verfeinerte, das Deck zusätzlich mit Streben abstützte.

Auch habe ich darauf verzichtet, die Fla-Waffen durch 3D-Material zu ersetzen, es blieb bei den durchaus gelungenen Teilen aus dem Bausatz.

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Nachdem ich den Schraubenabweiser aufgebohrt hatte (das wollte ich mal versuchen und nicht - wie bei meinen anderen Zerstörern - durch Drahteigenbau ersetzen) und die Decks dunkelgrau lackiert wurden, ging es an die aufwändige Arbeit des Abklebens. Das Holz des Brückendecks stammt aus einem Rest des Holzdecks meiner „Prinz Eugen". Der schwarze Wasserpass ist übrigens ein Streifen Decal.

Nach dem Demaskieren und der Montage der wenigen Baugruppen sah das Ergebnis schon recht manierlich aus. Die einzelnen Trocknungsphasen nutzte ich zur Weiterbearbeitung der Wasserfläche. Aufstippeln von Deckenweiß per Borstenpinsel, Farbe aufbringen mit einer kleinen Lackierwalze, mit der Airbrush, Bereiche aufhellen und eine erste Schicht Klarlack aufziehen und das Modell schon mal „probepassen"! Macht sich schon nicht schlecht.

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Restliche Kleinteile wie Beiboote anbringen, Besatzung verteilen und Uschi's Rigging spannen - (fast) fertig! Ein wenig Alterung durfte es schon sein, wobei Z-9 ja nicht lange im Einsatz war, um derbe Verschleiß- und Alterungsspuren aufzuweisen. Dann wurde das Boot erneut zu Wasser gelassen und die Kontur zur Bordwand mit Acrylgel gestaltet. Auf dem Foto erscheint das Gel zunächst noch weiß, es trocknet jedoch glasklar auf.

Zerstörer Z-9 Wolfgang Zenker

In das noch feuchte Acrylgel arbeite ich Watteteilchen ein, die mit Gel, später aber auch noch mit Klarlack vorsichtig überstrichen werden.

Ein Sockelschildchen mit den notwendigsten Daten schließt den Bau ab und zeigt Z-9 „Wolfgang Zenker" als Teil der Kriegsschiffgruppe 1 auf dem Marsch nach Bergen/Norwegen, wo er im Rahmen der „Operation Weserübung" nach einem Gefecht mit britischen Einheiten nach dem Aufbrauchen der Munition von der Besatzung selbst versenkt wurde.

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Und zum Schluss des kleinen Intermezzos noch ein paar Bilder „monochrom", „zeitgenössisch" sozusagen:

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Zerstörer Z-9 Wolfgang Zenker

 

Eine schöne kleine Arbeit „für Zwischendurch", die dennoch mit über 30 Stunden zu Buche schlug.

Matthias Pohl,
PMC Fritzlar-Homberg e.V.

Publiziert am 18. Dezember 2017

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