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Graf Zeppelin

von Martin Kohring (1:720 Revell)

Graf Zeppelin

Der Flugzeugträger GRAF ZEPPELIN war der erste und einzige Flugzeugträger der deutschen Kriegsmarine. Namensgeber war der Luftschiffpionier Ferdinand Graf von Zeppelin. Das Schiff wurde niemal ganz fertiggestellt und wurde am Kriegsende sowjetische Beute und wurde 1947 von der sowjetischen Marine versenkt. Weiterer Infos zur Geschichte und zu den technischen Daten sind hier zu finden: Review der Graf Zeppelin von Revell.

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Das Modell

Über das Pro und Contra des Modells wurde ja bereits in der Bausatzbesprechung ausgiebig berichtet. Ich habe mich dazu entschlossen das Modell direkt aus der Box ohne Zurüstsätze und gescratchte Modifikationen zu bauen. Lediglich ein wenig Rigging wurde an den Antennen und Masten befestigt. Auch habe ich von meiner üblich Darstellung als Wasserlinienmodell abgesehen, weil gerade die Darstellung des am Modell schön ausgeprägten Torpedowulstes mit den Schlingerkielen und die 4 Schrauben mich dazu motivierten es darzustellen.

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Der Zusammenbau der Teile geht problemlos vonstatten, lediglich leichte Passungenauigkeiten gibt es bei den beiden Decksteilen am Bug sowie am Heck, die verspachtelt und verschliffen wurden. Die dadurch am Heck verloren gegangenen Poller wurden entsprechend neu aufgebaut. Die vier Relingstücke, die im Bausatz waren, habe ich nicht montiert, da mir diese in Formt und Dimension nicht gefielen.

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Die Bemalung

Nach den Standards der deutschen Kriegsmarine hätte die Bemalung eines Schiffs im Einsatz wie folgt ausgesehen: Rumpf Dunkelgrau 51, gewählt aufgehelltes Revell 57 oder den entsprechenden Ton aus dem WEM-CC Programm. Aufbauten Hellgrau 50 oder Revell 371. Auch hierfür gibt es von WEM einen passenden Farbton. Für das Unterwasserschiff kommt Revell 37 zu Einsatz. Das Flugdeck wurde mit stark aufgehelltem Ocker 88 lackiert und aus Mangel einer Holzstruktur wurde diese mit Hilfe von Buntstiften unterschiedlicher Grau- und Brauntöne segmentweise streifig in Decklängsrichtung angelegt und dann mit Klarlack versiegelt.

Die Decks auf der Insel, sowie die Umläufe am Flugdeck und die Böden der Flakstände wurden in Panzergrau 78 gehalten. Alle Farben bis aus das 371 entstammten dem AquaColor Programm der Firma Revell, die zur Lackierbarkeit mit Alkohol verdünnt wurden. Im Nachhinein würde ich das nächste Mal das Panzergrau aufhellen, da der Kontrast hell/dunkel gerade im Bereich der Insel zu stark wirkt. 

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Da auf dem Decalbogen kein Decal für den Wasserpass vorhanden war, entnahm ich dünne Streifen aus einem Decalbogen der Firma TL-Decal.  

Die beiden Windschotts vor den beiden vorderen Aufzügen wurden mit Tamiyatape abgeklebt und mit Grau 74 lackiert. Bei den Verkehrsbooten wurde Revell 371 für den Bootsrumpf, Braun 85 für die Decks und Schwarz 08 für das Unterwasserschiff verwendet.

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Nicht nur wegen der Tatsache, dass ich das Flugdeck auf ein Zeichenbrett montieren musste, um mit einer Reissschiene die Linien der Planken aufzumalen und somit die Unterfahrt des hinteren Aufzugs störte, führt der Blick in den Aufzugsschacht bei abgelassenem Lift zwangsläufig in das Hangardeck, das nicht vorhanden ist. So sägte ich die Unterfahrt ab und schloss mit dem optionalen Teil für die Aufzugplattform das Flugdeck.

Die drei gelben Streifen sowie die Führungsschienen für die Startwagen, die sich auf dem Flugdeck befinden, wurden aus dem mitgelieferten Decalset aufgebracht. Für die beiden am Anfang und am Ende befindlichen Balken wird die Streifenfarbe angemischt, abgeklebt und lackiert. Im Abschluss bekam das gesamte Modell einen Überzug aus mattem Klarlack.

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Takelage

Das Rigging wurde mit über einer Kerze gezogenen Gussästen aus schwarzem Plastikmaterial ausgeführt. Die so entstanden dünnen Plastikfäden wurden mit Sekundenkleber verklebt. Eine dritte Hand half mir, gerade an den Bereichen der vier Antennenmasten an der Bachbordseite, den Faden bis zum Aushärten des Klebers ruhig zu halten. Durchhängende Fäden wurden mit Hilfe einer erhitzten Nadel, die vorsichtig an der Unterseite der Fäden vorbei geführt wurde, gespannt. Bei den Masten wurde ebenso vorgegangen nur mit dem Unterschied, dass die Rahen aus Stahldraht gefertigt wurden. Das hat den Vorteil, dass sich diese Bauteile beim Spannen nicht verbiegen.

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Die Flagge

Die Flagge, die glücklicher Weise als Decal vorliegt, wurde auf Alufolie geklebt, ausgeschnitten und leicht "zerknittert" für eine realistische Darstellung für ein Flattern im Wind. Auch dieses "Bauteil" wurde mit Sekundenkleber und der dritten HAnd gehisst.

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Das Bordgeschwader

Die 6 Ju 87 und 6 Me 109, Fi 167 liegen dem Bausatz nicht bei, wurden mit Grün 65 für die Oberseite und aufgehelltem Hellblau 49 für die Unterseite versehen. Bei den Me 109 wurden zur Unterscheidung in unterschiedliche Staffeln weiße und rote Propellerspinner gemalt. Bei den geparkten Maschinen hinter der Insel wurden die Tragflächen geklappt montiert. Eine Me 109 startet gerade mittels eines Startwagens über das Steuerbordkatapult. Der zu groß dimensionierte Startwagen wurde backbordseits weggelassen. Auf dem Flugdeck befinden sich übrigens die Positionen der Fangseile als versenkte Gravur. Diese Fangseile wurden wiederum mit dem gezogenen Gussast dargestellt.

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Fazit:

Der Träger Graf Zeppelin ist ein schöner Bausatz, der wegen seiner guten Passgenauigkeit OOB recht schnell fertig zu stellen ist. Wer etwas mehr Arbeit investieren möchte, dem empfehle ich das Ätzteileset von Toms Mopdelworks und die Austauschflaks von WSW. Leider ist es schwer an eine Fi 167 heranzukommen. WEM hat diese aus dem Programm genommen und HP-Models bietet seine Trägerflugzeuge nicht separat an. Vielleicht ändert sich das in Zukunft, wünschswert wäre dies.

Martin Kohring,
IG Waterline

Publiziert am 05. Februar 2007

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