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Boeing SB-17G

Air Rescue Service

von Christian Groth (1:72 Academy)

Boeing SB-17G

Das Original:

Die Boeing SB-17 ist eine Variante des Bombers Boeing B-17 und für Rettungseinsätze über See konzipiert. In der US Navy liefen in den 40er und 50er Jahren die Seerettungseinsätze, die mit Langstreckenflugzeugen durchgeführt wurden, unter dem Codenamen "Dumbo". Der Name hatte seinen Ursprung in dem Walt Disney Film, in dem der fliegende Elefant Dumbo im Mittelpunkt stand. Der Film wurde erstmalig im Oktober 1941 gezeigt.

Boeing SB-17G

Sinn und Zweck der Dumbo-Flüge war es, über See abgeschossene Piloten oder treibende Seeleute auszumachen und deren Rettung einzuleiten oder zu koordinieren. Im Sprachgebrauch machte sich der Name Dumbo schnell für sämtliche Rettungsflüge über See breit, egal ob mit landgestützten Langstreckenflugzeugen oder PBY Catalinas durchgeführt.

Während die Catalinas bei den Schiffbrüchigen landen konnten, wenn der Seegang es zuließ, konnten die SB-17 nur Rettungsmittel abwerfen und die Koordinaten durchgeben. Nicht selten wurden dann U-Boote zu der Notfallstelle dirigiert, um die Schiffbrüchigen aufzunehmen.

Boeing SB-17G

Die Idee, treibende Piloten oder Seemänner aus der Luft zu versorgen, wurde erstmalig 1943 von britischer Seite durchgeführt. Um treibende Piloten aus dem Kanal zu retten, wurde eine Lancaster umgebaut und konnte ein Rettungsboot abwerfen. Um den Aufschlag des Bootes bei der Landung zu minimieren, wurden Fallschirme verwendet. Das hatte den angenehmen Nebeneffekt, dass auch die Schiffbrüchigen nicht von dem fallenden Boot erschlagen wurden.

Der Amerikaner Andrew Higgins übernahm die Idee für die US Navy und ließ in der eigenen Fabrik, die eigentlich Landungs- und PT-Boote baute, ein stabiles und abwerfbares Boot konstruieren. Das Boot war etwa 1,5 Tonnen schwer, 8 Meter lang und verfügte über mehrere Luftkammern, so dass es nur schwer sinkbar war. Auch hier kamen Fallschirme zum Einsatz.

Boeing SB-17G

Sobald das Boot landete, wurden Rettungsleinen mit kleinen Treibsätzen automatisch von dem Boot abgeschossen. Diese Leinen flogen fast 200 Meter weit und ermöglichten dem Schwimmer, das Boot zu erreichen. Sobald der Schiffbrüchige an Bord war, fand er Nahrungsmittel, Kleidung und vorbereitete Karten für das jeweilige Seegebiet. Die Boote hatten Motorantrieb und konnten auch gesegelt werden.

Die Abwürfe wurden mit einem entsprechend umgebautem B-17 Bomber getestet und für einsatzfähig befunden. Anfang 1944 war das System einsatzbereit. Ab 1944 flogen Dumbo Flugzeuge überall dort, wo die Möglichkeit bestand, dass eigene Piloten treiben konnten oder notwassern mussten. Mit dem erfolgreichen Vormarsch der USA im Pazifik standen mehr inselgestützte Flugplätze zur Verfügung. Die Dumbo Flieger hatten daher kürzere Anflugzeiten, konnten dafür aber im Suchgebiet länger in der Luft bleiben.

Boeing SB-17G

Ab 1945 wurde ein regelrechtes Sicherungssystem eingerichtet, um treibende Piloten schnell und effektiv bergen zu können. Beim letzten großen Angriff auf Japan im August 1945 wurden neben den Bombern neun landgestütze Dumbos, 21 Catalinas, 14 U-Boote und fünf Rettungsschiffe eingesetzt, um den Einflugkorridor der amerikanischen Bomber abzusichern.

Zu dieser Zeit hatte die USA die absolute Lufthoheit, daher flogen die umgebauten B-17 ganz ohne Bewaffnung. Außerdem wurden die Rettungseinsätze oft von den japanischen Piloten toleriert und entsprechend unterblieben Angriffe. Überall dort, wo dennoch Gefahr drohte, kamen die üblichen Geleitjäger zum Einsatz.

Nach dem Ende des 2. Weltkrieges bauten die USA 16 B-29 Superfortress in Super-Dumbos um. Diese Super Dumbos waren während des Korea Krieges im Einsatz und dienten bis Ende der 50er Jahre.

Boeing SB-17G

Der Bausatz:

Der Bausatz hat sich mittlerweile etwas rar gemacht, im Internet wird er manchmal angeboten, im Einzelhandel so gut wie gar nicht mehr. Bei ebay findet man ihn in aller Regel bei ausländischen Lieferanten. Der Bausatz besteht aus einer Vielzahl von Teilen, von denen die meisten nicht benötigt werden. So liegen dem Bausatz die komplette Bewaffnung für die B-17F und die B-17G bei, acht Propeller, Bomben, mehrere Höhenruder und und und.

Boeing SB-17G

Die für die SB-17 benötigten Teile sind sauber gespritzt und passen ganz gut zusammen. Überall ist ein ganz leichter Grat vorhanden, den man aber problemlos entfernen kann. Kleinere Spalten und Unstimmigkeiten lassen sich nicht vermeiden, damit kann ich leben. Man darf auch nicht vergessen, dass Academy nicht unbedingt der hochpräzise Hersteller ist und der Bausatz ursprünglich relativ günstig zu haben war.

Das Cockpit ist nur rudimentär dargestellt, allerdings sieht man später sowieso kaum etwas davon. Am Ende sind tatsächlich nur sehr wenige Teile zu verbauen, so dass der Zusammenbau schnell und problemlos von statten geht.

Boeing SB-17G

Die Farbangaben beschränken sich auf Silber, Schwarz und Gelb, wobei das Gelb etwas problematisch ist. Es ist nur die Farbe nach Federal Standard angegeben (FS 13358). Im Internet habe ich länger suchen müssen, welches leicht erreichbare Gelb dem am nächsten kommt. Vorne am Rumpf ist ein gelbes Decal. Ich wollte gerne, dass das gemalte Gelb dem Gelb des Decals möglichst nahe kommt, aber ich wollte auch nicht erst umständlich irgendwo auf der Welt diesen Farbton ordern müssen. Nach einigem Herumprobieren kristallisierte sich die denkbar einfachste Lösung heraus: Revell Nummer 15 passt wie die Faust auf‘s Auge und gibt's an jeder Ecke.

Boeing SB-17G

Spezielle Ätzteile für diesen Bausatz gibt es nicht, ich hätte an der einen oder anderen Ecke sicher Ätzteile für normale B-17 verwenden können, wollte aber auch ganz bewusst den Aufwand in Grenzen halten. Ich habe mich daher auf ein paar Alterungsspuren beschränkt und das Modell so aus der Box gebaut.

Für die vielen schwarzen Streifen an Rumpf und Tragflächen habe ich nicht die beiliegenden Decals verwendet, sondern sie einfach lackiert.

Boeing SB-17G

Größere Probleme mit der Passung gab es nur bei der Cockpitverglasung. Hier war die linke Rumpfhälfte etwas schief, daher ist ein relativ ordentlicher Spalt an der Trennfuge zwischen Rumpf und Cockpitverglasung entstanden, den ich aber nicht als besonders störend empfinde.

Insgesamt ein schöner und nichtalltäglicher Bausatz, der schon durch seine Farbgebung auffällt und einen guten Kontrast zu den üblichen B-17 darstellt.

Christian Groth

Publiziert am 16. Oktober 2014

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