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Focke-Wulf Fw 190 F-8

mit Sondergerät 113

von Stefan Zimmermann (1:48 Dragon)

Focke-Wulf Fw 190 F-8

Zum Vorbild:

Heute möchte ich euch meine Fw 190 F-8 mit dem "Sondergerät 113" zeigen. Kurz etwas zum historischen Hintergrund meines Modells:

Die in der ersten Kriegshälfte eingesetzten Flugzeuge zur Panzerabwehr, vor allem die Junkers Ju 87 Stuka, stellten sich in der zweiten Kriegshälfte als ungeeignet heraus, da sie durch die zunehmende Luftüberlegenheit der Alliierten anfällig gegen Angriffe von Jagdflugzeugen waren. Aus diesem Grund wurden Überlegungen angestellt, vorhandene, den alliierten Jagdflugzeugen ebenbürtige Baumuster, zur Panzerabwehr zu verwenden.

Die Fw 190 stellte die geeignetste Plattform dar. Schnell und wendig und weniger empfindlich gegen Beschuss als z.B. die Bf 109.

Focke-Wulf Fw 190 F-8

Als Waffensystem wurde dabei unter anderem ein von Rheinmetall-Borsig entwickeltes rückstoßfreies Geschütz im Kaliber 75 mm mit einer Rohrlänge von 1600 mm untersucht. Allerdings wurde dieses nicht in Flugzeuglängsrichtung nach vorn schießend angeordnet, sondern in den Tragflächen nach unten gerichtet montiert. Der Vorteil dieser Schussrichtung ist, dass gepanzerte Fahrzeuge auf der Oberseite die geringste Panzerung aufweisen, womit auch kleinere Kaliber die Fahrzeugpanzerung durchschlagen können. Die Kanonen sollte über einen elektrostatischen bzw. elektromagnetischen Sensor (Förstersonde) beim Überfliegen des Zieles ausgelöst werden.

Als Versuchsflugzeug wurde im September 1944 eine Focke-Wulf Fw 190 F-8 mit zwei SG 113 in den Tragflächen in die Erprobung geschickt. Dabei wurden auch die Flugfähigkeit der umgerüsteten Maschine sowie die allgemeinen Auswirkungen zweier Kanonen in den Tragflächen untersucht. Ende 1944 wurde die Maschine in die Truppenerprobung entlassen. Etwaige Erfolge sind nicht mehr festzustellen.

Focke-Wulf Fw 190 F-8

Ich denke allerdings, dass der Einsatz dieser Waffe zur Panzerbekämpfung nur in ebenen, unbewaldeten und unbebauten Gebieten erfolgreich gewesen wäre. Ein weiteres Risiko bestand darin, dass das Ziel in relativ niedriger Geschwindigkeit und geringer Höhe überflogen werden musste, und so war die Gefahr von Treffern am Flugzeug bei Beschuss vom Boden aus recht hoch.

Auch auf dem Flugplatz und Testgelände in Böblingen fanden Erprobungen mit dem SG 113 statt. Hier jedoch in der Rumpfmitte einer Henschel Hs 129 montiert. Es gibt ein unscharfes Bild, auf dem die besagte Hs 129 in sehr niedriger Höhe einen erbeuteten russischen KV-2 Panzer überfliegt.

Focke-Wulf Fw 190 F-8

Zum Modell:

Als Basis diente mir Dragons Fw 190 A-8/F-8. Es ist zwar schon ein etwas älterer Vertreter, ließ sich aber erstaunlich gut bauen...wenn man die "Goofs" des Bausatzes kennt.

Hier sind die Passform der Motorabdeckungen und der Übergang zwischen Tragflächen und Rumpf zu nennen. Trockenanpassung und akkurates Zusammenkleben sind hier Gebot der Stunde. Ansonsten macht diese 190 aber Spaß!

Focke-Wulf Fw 190 F-8

Für die Geschütze des SG 113 kam das passende Resinset von Airmodel zum Einsatz. Dieses besteht aus den beiden Doppelgeschützträgern, den dazugehörigen Bodenplatten und (optional) den Metallsensoren ("Antennen") der Förstersonde. Anhand von Bildmaterial aus dem Web habe ich mich für den Bau ohne besagte "Antennen" entschieden.

Als weiteres Zurüstmaterial kamen geätztes Gurtzeug, ebenfalls von Airmodel, Kanülen für die Kanonenläufe in den Tragflächenwurzeln und dehnbares Garn als Antennendraht zum Einsatz. Für die Bremsleitungen und Kabel am Hauptfahrwerk benutze ich einfach Basteldraht in verschiedenen Stärken.

Focke-Wulf Fw 190 F-8

Lackiert wurde mit Farben von Revell (Aqua Colors) und Gunze. Hier noch ein kleiner Tipp zum Verdünnen der Aqua Colors: auf Anraten eines Freundes benutze ich hierfür Gunzes "Leveling Thinner". Eigentlich für Enamels vorgesehen, funktioniert dieser hervorragend bei den Aquas von Revell. Auch wirkt sich dieser Verdünner vorteilhaft auf das Spritzbild aus.

Bei bisheriger Verdünnung mit Wasser, Sidolin oder Spiritus gab es, jedenfalls bei meinen Modellen, immer eine recht raue Oberfläche. Der Leveling Thinner erzeugt eine glattere, seidenmatte Oberfläche. Durch den enthaltenen Trocknungsverzögerer ist auch die Düse der Airbrush nicht so schnell zu.

Eine Versiegelung der Lackierung erfolgt mit dem Steinbodenglänzer von "Mellerud", den ich mit einem breiten und sehr weichen Pinsel auftrage.

Focke-Wulf Fw 190 F-8

Die Decals stammen aus dem Bausatz, wobei ich nur die Wartungshinweise etc. verwendet habe. Die vereinfachten Balkenkreuze habe ich per Schablone (Montex) aufgebrusht.

Die Alterung läuft bei mir immer nach bewährter Methode ab: komplettes Washing mit verdünnter Ölfarbe. Das heißt, das Modell wird großflächig mit der Ölfarbenbrühe eingepinselt. Kurz antrocknen lassen und dann mit einem Kosmetiktuch zunächst kreisförmig, dann in "Flugrichtung" vorsichtig abreiben. Speziell bei deutschen Tarnschemen hat diese Methode den Vorteil, dass die Ölfarbe nicht nur in den Gravuren verbleibt, sondern auch auf dem kompletten Modell einen leichten Filter bildet. Dieser mildert Kontraste (gerade bei den Tarnflecken und Übergängen) ab.

Natürlich muss man sektionsweise vorgehen und nicht gleich das komplette Modell auf einmal mit der Ölfarbenbrühe einschmotzen!

Die Abgasfahnen sind aufgebrusht. Zuerst Braun, danach mit Schwarz übernebelt. Die Endversiegelung erfolgte mit mattem Klarlack von Vallejo.

Focke-Wulf Fw 190 F-8

Die Figuren stammen aus einem Set von ICM. Einfach zu bauen und schön in der Optik. Eine eindeutige Kaufempfehlung von mir! Lackiert mit Revells Aqua Colors und "behandelt" per oben genannter Alterungs-Methode. Ich bin jetzt nicht so ein versierter Figurenbemaler, aber für ein paar kleine Szenen um das Flugzeug herum reicht es aus, denke ich.

Immer wieder bin ich überrascht, wie sehr ein Modell in der Ansicht an Leben gewinnt, wenn man ein paar Accessoires drum herum hinzufügt.

Stefan Zimmermann,
www.zimmosflugwelten.de

Publiziert am 03. März 2018

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