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Focke-Wulf Ta 152 H-1

von Daniel Stihler (1:72 Revell)

Focke-Wulf Ta 152 H-1

Das Original:

Die Ta 152 ("Ta" nach Kurt Tank, dem Chefkonstrukteur von Focke-Wulf) war eine Weiterentwicklung der mit einem Reihenmotor angetriebenen Fw 190 D. Die speziell für Einsätze in großen Höhen konzipierte H-1 erwies sich als das leistungsfähigste Kolbenmotor-Jagdflugzeug der deutschen Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg, kam aber nur noch kurz vor Kriegsende und in geringer Anzahl zu Fronteinsätzen. Zu den Innovationen gehörten u.a. eine druckdichte Kabine und die neu entwickelten Flügel. Angetrieben wurde das Flugzeug durch einen Hochleistungsmotor Jumo 213 E-1 mit Zusatzanlagen zur Leistungssteigerung. Die Dienstgipfelhöhe betrug 14.800 m, die Maximalgeschwindigkeit in 9.000 m Höhe 730 km/h. Die Bewaffnung bestand aus einer durch die Propellernabe feuernden 30 mm-Kanone und zwei 20-mm-Kanonen in den Flügelwurzeln.

Focke-Wulf Ta 152 H-1

Trotz seines großen Potentials spielte das Flugzeug keine nennenswerte Rolle mehr. Die genauen Produktionszahlen sind nicht bekannt, es waren aber wohl insgesamt deutlich weniger als 100. Nur sehr wenige Flugzeuge erreichten die Fronteinheiten. Die hier dargestellte "grüne Neun" gehörte im April 1945 zum Stab des Jagdgeschwaders 301 in Neustadt-Glewe und wurde von Oberfeldwebel Willi Reschke geflogen, der drei seiner insgesamt 27 Luftsiege mit der Ta 152 erreichte. Dieselbe Maschine wurde übrigens von der Royal Air Force übernommen und nach Farnborough gebracht. Hier flog sie u.a. der legendäre Testpilot Eric "Winkle" Brown, der bis heute den Rekord für die meisten geflogenen Flugzeugtypen hält.

Quellen: Wikipedia, Bauanleitung von Revell

Focke-Wulf Ta 152 H-1

Das Modell:

Hier handelt es sich um eine aus dem Jahr 2013 stammende Revell-Neuauflage des erstmals 1970 von FROG auf den Markt gebrachten Bausatzes mit den bekannten Ungenauigkeiten und altersbedingt fehlenden oder groben Details. Immerhin gibt es als Zugabe von Revell den sehr schönen Decalbogen. Das Modell ist zweifellos veraltet, aber für wenig Geld zu haben und im Bau deutlich nervenschonender als der wunderbar detaillierte, aber aufgrund eklatanter Mängel bei der Passgenauigkeit offenbar ohne Nervenzusammenbruch kaum baubare Bausatz von Dragon. Die Formenbauer von FROG haben offenbar für die Ewigkeit gearbeitet. Ein paar Teile haben zwar etwas Grat, aber es gibt nichts, was man mit etwas Schmirgelpapier nicht in den Griff bekommt. Man kann dieses - zurückhaltend formulierte - sehr einfache Modell entweder monatelang detaillieren und supern (es gibt im WWW beeindruckende Beispiele), oder einfach aus der Schachtel heraus bauen und sich darauf verlassen, dass es unterm Strich und aus einer gewissen Entfernung einer Ta 152 relativ ähnlich sieht. Ich habe mich für die zweite Variante entschieden und das Ganze als eine Art Wochenend-Projekt durchgezogen.

Focke-Wulf Ta 152 H-1

Bei 30 Teilen braucht man vom Zusammenbau kaum zu reden, verwiesen sei lediglich auf die Flügelwurzeln, die etwas Spachtelmasse brauchen. Ein Pilot - bei mir sonst eher weggelassen - macht sich gut als Sichtblende für das gähnend leere Cockpit.

Focke-Wulf Ta 152 H-1

Beim Lackieren fanden die bewährten Xtracrylics-Farben Verwendung. Insgesamt ist das Flugzeug ziemlich bunt und braucht erstaunlich viele verschiedene Farbtöne. Nach dem Aufbringen der Decals - das rotgelbe Band war leider zu kurz, weswegen noch mal der Airbrush raus musste - wurde das Ganze mit Revell-Mattlack überzogen und sehr dezent - die Flugzeuge waren ja mehr oder weniger fabrikneu - mit verschiedenen Tönen aus Tamiya Weathering Master-Sets gealtert. Ein paar Lackabplatzer mit dem Silberstift schlossen das Projekt ab.

Focke-Wulf Ta 152 H-1

So habe ich zwar "nur" ein sehr einfaches Modell, dem man insbesondere beim Fahrwerk das Alter deutlich ansieht, aber ein trotzdem attraktives Flugzeug und - nicht zu verachten - auch ein intaktes Nervenkostüm...

Focke-Wulf Ta 152 H-1

Daniel Stihler

Publiziert am 26. Februar 2018

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