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Grumman F8-F1 Bearcat

von Christian Meyerhoff (1:32 Trumpeter)

Grumman F8-F1 Bearcat

Heute möchte ich Euch eines meiner langwierigsten Projekte überhaupt vorstellen: Die F8-F1 Grumman Bearcat von Trumpeter in 1:32. Ich weiß nicht, wie oft ich das Modell zur Seite gelegt habe, um dann doch weiter zu machen. Die Bauzeit betrug einschließlich der Unterbrechungen 10 Jahre.

Grumman F8-F1 Bearcat

Grumman F8-F1 Bearcat

Neben dem Bausatz, der von eher mäßiger Passgenauigkeit ist, kam das Detailset von Eduard zum Einsatz, abgesehen von einigen Kupferdrähten und etwas Rundmaterial war das alles. Wer sich die Bilder des Modells anschaut, wird sofort einige Unstimmigkeiten feststellen. Diese sind aber genau so beabsichtigt. Die Innenlackierung ist grau und nicht grün, die Öffnungen für die Bordwaffen sind verschlossen, das Revi fehlt und die Antennen wollen auch nicht so recht ins Bild passen. Da stellt sich natürlich folgende Frage: Wat`n dat für`n Dingen?

Grumman F8-F1 Bearcat

Grumman F8-F1 Bearcat

Ich habe zum Original einen sehr engen Bezug, obwohl die Maschine in Arizona steht. Manchmal steht sie auch anderswo, was wiederum daran liegt, das sie voll flugfähig ist und auch eine allgemeine Zulassung besitzt. Das bedeutet, dass das Flugzeug uneingeschränkt benutzt werden darf. Die Maschine ist damit die älteste zugelassene und flugfähige Bearcat der Welt. Sie wurde noch vor der Kapitulation Japans mit einem Flugzeugträger in Marsch gesetzt, nahm aber an keinen Kampfhandlungen mehr teil.

Grumman F8-F1 Bearcat

Grumman F8-F1 Bearcat

Den stolzen Besitzer und Piloten dieser Maschine kenne ich länger als sonst jemand, er ist mein jüngerer Bruder. Er hat die Maschine vor Jahren einem Museum abgekauft und wieder restauriert. Seitdem wird sie regelmäßig geflogen, wenn nicht grade Wartungsarbeiten anstehen.

Hier kann man meinen Bruder mit seinem Lieblingsspielzeug sehen, sollte man sich mit Kopfhörer anschauen…

Grumman F8-F1 Bearcat

Die Geschichte des Originales

1944 beauftragte die US-Navy den Bau eines Abfangjägers für die Invasion Japans, mit der Spezifizierung einer höheren Leistung als der sich im Einsatz befindlichen Grumman F6F Hellcat. Zur selben Zeit wurde eine in England erbeutete Focke Wulf 190 von Grumman’s Testpiloten zur Beurteilung geflogen. Dieser war von der leichten Bauweise der FW-190 so begeistert, dass er und Leroy Grumman beschlossen, eine extrem gewichtssparende Zelle um den leistungsfähigen Pratt & Whittney R-2800 zu bauen. Die Navy bestellte zwei Prototypen und Grumman gewann die Ausschreibung mit dem Auftrag, 23 weitere F8F-1 Bearcats zu liefern. Die unter heutiger Registrierung fliegende N-9G war die achtzehnte dieser Reihe. Ausgeliefert aus der Produktion in Bethpage, New York im Mai 1945 wurde sie sofort an die VF-19 Navy Squadron nach Santa Rosa, Kalifornien überführt. Dort wurden die Piloten der VF-19 auf der Bearcat ausgebildet und danach in Alameda, Kalifonien auf der USS Langley eingesetzt. Im Juli 1945 stach die USS Langley von San Francisco aus durch das Golden Gate in Richtung Japan in See. Noch während der Anreise detonierten Anfang August die beiden Atombomben über Japan und beendeten am 15. August den zweiten Weltkrieg im Pazifik. N-9G ist die einzige heute noch existierende Bearcat aus dieser Zeit. Mit dem Ende des Krieges blieb sie bis 1948 bei der VF-19, wurde dann jedoch mit dem Beginn des Jetzeitalters von der F9F Panther abgelöst. Danach ging das Flugzeug nach Litchfield in Arizona und war bis Januar 1955 Reserve im Dienst der Navy. 1958 wurde sie an Guenther Balz versteigert, der sie als “Race 7” in Kurz- und Langstreckenrennen, aber auch für viele Jahre als sein persönliches Reiseflugzeug benutzte. 1978 spendete er das Flugzeug dem Kalamazoo Air Museum, wo es bis 1995 als Teil des “Catflights” in Airshows geflogen wurde. Nach einer Notlandung im Jahr 1995 wurde das Flugzeug zum Austellungsstück und nicht mehr geflogen.

Im Oktober 2008 beschloss das Museum aufgrund finanzieller Probleme, einige seiner Flugzeuge zu verkaufen. Darunter war auch N-9G, welche von Jens Meyerhoff erworben wurde. Nach sechs Monaten harter Arbeit unternahm Testpilot Steve Hinton im April 2009 den ersten Testflug. Nach einer Serie von Flügen wurde N-9G nach Falcon Field Arizona überführt. Bereits im Mai 2009 führte N-9G die größte Bearcat-Formation in der modernen Geschichte zum hundertsten Jahrestag Grummans in der Chino Airshow. Über die folgenden Jahre wurden umfangreiche Arbeiten am Flugzeug vorgenommen. Das Cockpit wurde komplett restauriert, alle Systeme und die Elektrik wurden überarbeitet und ein neuer Motor installiert. Im Jahr 2011 flog sie dann das erste mal seit über 65 Jahren wieder über dem Pazifik. N-9G ist die älteste der noch etwa zehn flugfähigen Bearcats der Welt.

Und zum Abschluss eine Bildergalerie:

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Grumman F8-F1 Bearcat

 

Christian Meyerhoff

Publiziert am 17. März 2020

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