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Grumman Goose JRF-5

von Christian Bruer (1:48 Signifier)

Grumman Goose JRF-5

Das Original

Grumman entwickelte die G-21 A im Jahr 1936 als zweimotoriges Amphibienflugzeug für den kommerziellen Einsatz. Sie konnte bis zu 7 Passagiere aufnehmen und fand anfänglich im Kurzstreckenverkehr Verwendung. Bereits 1938 wurde die US Navy auf das Modell aufmerksam und bestellte kurzerhand 10 Maschinen, die unter der Bezeichnung JRF-1 in die US Navy integriert wurden. Das Einsatzgebiet war recht vielfältig, die vor und während des Krieges bestellten Maschinen der Versionen JRF-1 bis JRF-5 dienten vorwiegend bei der US Navy, dem Marine Corps, der Coast Guard sowie bei der Royal Air Force als Aufklärungs- und Verbindungsflugzeug. Für die Aufgaben im Rahmen der Küsten- und Seeraumüberwachung wurden eine erweiterte Funkausrüstung und Aufhängungen für Bomben angebracht. Die Produktion belief sich auf insgesamt 367 Maschinen. Nach dem Krieg fanden viele Maschinen im privaten Passagier- und Frachtverkehr Verwendung. Auch heute noch, nach rund 70 Jahren, fliegen Maschinen bei Privatleuten und kleinen Airlines teilweise aufwendig restauriert und umgebaut.

Das Modell

Der Bausatz von Signifer enthält 26 Spritzguss- und 56 Resinteile in einer hervorragenden Qualität. Die Spritzgussteile haben fein versenkte Gravuren und Nietenreihen und die Resinteile durchweg einen Hohen Detaillierungsgrad. Alle Steuerflächen liegen dem Bausatz separat bei und als Option besteht die Möglichkeit, die Zugangsklappe zum Bugraum geöffnet darzustellen. Die Verglasung für Cockpit und Kabinenfenster ist in Form von Vacu- und Spritzgussteilen sowie transparenter Folie enthalten. Die Decals sind sauber gedruckt und ermöglichen den Bau von Varianten der US Navy, Royal Air Force, Französischen und Japanischen Luftwaffe.

Grumman Goose JRF-5

Eine erste Probepassung ließ einige Problempunkte im Bereich des Tragflächen- und Rumpfanschlusses erkennen. Viel Schleifarbeit ist auch beim Einpassen der Interieurteile erforderlich bzw. generell an den Verbindungsstellen von Resin und Spritzgussteilen. Die Goose ist auf den ersten Blick hervorragend umgesetzt, weist aber leider auch einige Schwachpunkte in punkto Genauigkeit auf. Neben der nicht richtig wiedergegebenen Partie um die Cockpitscheibe sind die Radschächte nicht tief genug und passen nicht in der Darstellung der Struktur. Zusätzlich weist das Seitenleitwerk am Rumpfanschluss einen viel zu großen Querschnitt auf und ist daher nicht scharfkantig genug. Schlussendlich sind auch die Ausschnitte für die Kabinenfenster eckig ausgeführt und nicht wie im Original abgerundet.

Grumman Goose JRF-5

Vor dem eigentlichen Zusammenbau trennte ich erst einmal alle Resinteile von den Angüssen, passte die Cockpitteile in die Rumpfhälften eine und lackierte anschließend sämtliche Interieurteile. Im folgenden habe ich Rumpf und Tragflächen als getrennte Baugruppe montiert. Für den Zusammenbau der Teile ist entsprechend Zeit und Sorgfalt einzuplanen. Gerade beim Dünnerschleifen der innenseitigen Wände im Cockpit ist äußerste Vorsicht angebracht. Der Tragflächenanschluss an den Rumpf verdient einige Aufmerksamkeit, bei dem mir vorliegenden Exemplar habe ich den Rumpfausschnitt für die Tragfläche nach oben hin verlängert, da ansonsten ein Spalt zwischen Rumpfseitenwand und Tragflächenunterseite zu sehen ist. Für die Detaillierung und Bemalung der vielen liebevoll gestalteten Einzelteile, angefangen beim Interieur bis hin zu den Sternmotoren, sollte man sich ebenfalls Zeit und Ruhe nehmen, das Ergebnis lohnt die Mühe allemal.

Grumman Goose JRF-5

Nachdem das Modell soweit zusammengebaut war, machte ich mich an die Lackierung. Als Freund von Marineflugzeugen war klar die Goose in den Farben der U.S. Navy zu lackieren. Auf den ersten Blick ist die Lackierung relativ einfach, bedingt durch die Übergänge der drei zur Verwendung kommenden Farben dann aber wieder doch nicht. Für die Farbübergänge habe ich Masken zugeschnitten, die ich schwebend aufgesetzt habe um einen leicht diffusen Farbübergang zu erzielen. Insgesamt waren drei Arbeitsgänge erforderlich wobei ich mit der hellsten Farbe begonnen habe. Anschließend kamen die Decals auf das lackierte Modell. Für die Alterung und Detailbemalung verwandte ich Marabu und Acrylfarben. Der Interessanteste Teil der Alterung war diesmal die Alterung der Rumpfunterseite, der Schwimmer und der Wasserlinie, um hier den Effekt durch Wasser und Schmutz darzustellen. Zum Abschluss habe ich sämtliche Kleinteile angebracht und das Modell mit mattseidenem Klarlack versiegelt.

Grumman Goose JRF-5

Fazit

Der Bausatz hat Stärken und Schwächen und ist nicht für den Anfänger gedacht. Mir hat der Bau trotz einiger Schwierigkeiten eine Menge Spaß gemacht. Das Modell hätte etwas besser recherchiert sein können, aber immerhin gibt es Firmen, die sich auch den weniger bekannten Flugzeugklassikern annehmen. Im Fall der Goose sogar zwei, unabhängig voneinander in einem Jahr.

Grumman Goose JRF-5

Grumman Goose JRF-5

Grumman Goose JRF-5

Christian Bruer

Publiziert am 19. Oktober 2005

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