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Messerschmitt Bf 109 E-4

von Stefan Zimmermann (1:72 Airfix)

Messerschmitt Bf 109 E-4

Zum Vorbild:

Mein heutiger Galeriebeitrag ist eine Bf 109 E-4 im Maßstab 1:72 aus dem Hause Airfix. Über das historische Vorbild brauche ich sicherlich nichts mehr zu schreiben, da die 109 jedem von uns ein Begriff sein dürfte.

Mein Modell stellt die Maschine Franz von Werras dar, die er während der "Luftschlacht um England" flog und mit der er am 05. September 1940 während eines Begleitschutzauftrages für Bomber über Großbritannien abgeschossen wurde. Es gelang ihm, eine Bruchlandung hin zu legen und unverletzt aus dem Wrack zu steigen, worauf er von Angehörigen der "Home Guard" festgenommen wurde.

Nach dreiwöchigen Verhören kam von Werra ins Offiziers-Gefangenenlager Nr. 1 bei Grizedale. Am 07. Oktober gelang ihm von dort die Flucht und er wurde sieben Tage später in einem Moorgebiet wieder gefasst. Nach 21 Tagen Strafarrest kam Franz von Werra ins Offz.-Durchgangslager Nr. 13 bei Swanwick, aus welchem er aber ebenfalls wieder floh. Als holländischer Pilot "getarnt" gelangte er sogar bis ins Cockpit einer Hurricane auf einem RAF-Fliegerhorst, wurde aber in letzter Sekunde von Wachmannschaften gestellt.

Messerschmitt Bf 109 E-4

Ab Januar 1941 begannen die Briten ihre Gefangenen nach Kanada zu schaffen, so auch Franz von Werra. Auch hier versuchte er sich wieder als Ausbrecher, diesmal mit mehr Erfolg. Über die damals noch neutralen USA gelangte von Werra nach Südamerika und von dort über Italien zurück nach Deutschland.

Am 25. Oktober 1941 stürzte von Werra infolge eines Motorschadens bei Katwijk (Niederlande) in die Nordsee. Seine Maschine versank sofort.

Sein abenteuerliches Leben, insbesondere seine spektakuläre Flucht, wurde nach dem Krieg mit Hardy Krüger in der Hauptrolle verfilmt ("Einer kam durch").

Messerschmitt Bf 109 E-4

Zum Modell:

Airfix hat hier eine neue Bausatzform auf den Markt gebracht, die relativ gelungen ist. Relativ, weil einige Kleinteile (Antennenmast, Trimmgewichte etc.) so filigran ausgeführt sind, dass sie nur sehr schwer heil vom Gussast zu lösen sind. Hier muss der Modellbauer wirklich sehr vorsichtig sein, will er nicht ständig Ersatzteile scratchen. So ist mir der Antennenmast beim Ablösen regelrecht zerbröselt und wurde durch eine Exemplar aus gezogenem Gussast ersetzt. Das wäre dann aber aus meiner Sicht schon der einzige Knackpunkt an diesem Bausatz. Gebaut habe ich "OOB".

Bei der Detaillierung hat Airfix für 1:72 ein echtes Pfund drauf gepackt. So sind die Oberflächendetails klasse und auch das Cockpit wird umfangreich dargestellt, so dass selbst OOB die Kanzel ruhig offen gelassen werden kann. Insgesamt wirkt das Modell sehr stimmig.

Durch die gute Passform ging der Bau zügig voran. Die Läufe der Tragflächenbewaffnung wurden von mir durch Kanülen ersetzt. Spachtelmasse kam nur in geringem Umfang an den Klebenähten der Unterseite zum Einsatz.

Nach einer Grundierung mit Alclad Primer ging es ans Airbrushen. Zuerst kamen die Unterseite und die Rumpfseiten dran - RLM 65 von Vallejo. Für die Tarnung der Oberseite nahm ich Revell 45 (Aquacolors) als RLM 02 und RLM 71 von Gunze. Hierbei lackierte ich erst RLM 02 ganzflächig, klebte dann mit Tamiyatape ab und lackierte als nächstes RLM 71. Für weitere Kleinteile (Propeller, Fahrwerk etc.) kamen Farben von ModelMaster und Revell (Aquacolors) zum Einsatz.

Messerschmitt Bf 109 E-4

Nachdem die Farben durchgetrocknet waren, erhielt meine "Emil" eine Lage Future. Es folgten die Decals, die sich sehr gut verarbeiten ließen.

Insgesamt ist der Decalbogen sehr umfangreich, lässt aber leider nur den Bau von Werras Maschine zu. Ich denke, dass das wohl eher marktstrategische Gründe hat. Mit Hilfe von Decal Soft legten sich die Nassschiebebildchen schön an die Konturen der Modelloberfläche an. Jetzt bekam das Modell erneut eine Lage Future und es ging an die Alterung.

Es ging los mit einem Washing aus verdünnter, schwarzer Ölfarbe. Es folgten die Abgasfahnen, die ich per Airbrush mit Alclad Smoke aufbrachte.

Weitere Verschmutzungen erstellte ich mit Hilfe von Pastellkreide. Der Antennendraht besteht aus gezogenem Gussast.

Am Ende wurde alles mit mattem Klarlack von Vallejo versiegelt.

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Messerschmitt Bf 109 E-4

 

Stefan Zimmermann,
www.zimmosflugwelten.de

Publiziert am 08. November 2012

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