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HMS Illustrious (R06)

von Frank Spahr (1:350 Airfix)

HMS Illustrious (R06)

Das Vorbild

Die Invincible-Klasse wurde um 1970 als U-Jagd-Kreuzer mit Hubschraubern entwickelt; sie sollten sowjetischen U-Boote den Zugang zum Atlantik verwehren. Zum Schutz gegen sowjetische Patrouillenflugzeuge erhielten sie Harrier-Senkrechtstarter. Damit blieb der britischen Marinefliegerei nach dem Verzicht auf ihre klassischen Flugzeugträger zumindest eine kleine offensive Komponente erhalten.

Im Falklandkrieg 1982 bewährte sich das Typschiff gut, und Pläne zu seinem Verkauf wurden gestoppt. Statt dessen wurden die drei Schiffe im Rahmen ihrer Möglichkeiten aufgerüstet und schließlich zu sehr vielseitig einsetzbaren kleinen Trägern. Sie wurden seither in allen Konflikten mit britischer Beteiligung eingesetzt und sollten ursprünglich bis zur Einsatzreife der zwei neuen großen Träger der Queen-Elizabeth-Klasse im Dienst bleiben.

Die desolate Finanzlage der Briten führte jedoch zuerst zum Verzicht auf den Sea Harrier, und dann zu einer früheren Verschrottung von Invincible und Ark Royal und zur Beschränkung der Illustrious auf die Rolle als Hubschrauberträger. Sie soll noch höchstens bis 2014 in Dienst bleiben.

Der Bausatz

Diesen Bausatz haben mir meine Modellbaufreunde geschenkt – aber ich hätte ihn so oder so haben müssen. Er ist die größte Neuentwicklung im Schiffsbereich der Firma Airfix seit buchstäblich Jahrzehnten, und von daher für mich als Airfix-Fan ein Muss (neudeutsch ein „must-have“). Wenn auch nicht so fein detailliert wie die aktuellen Produkte anderer Hersteller, liegt mit der Illustrious ein solider und baubarer Kit vor.

Ich bekam dazu den exzellenten Ätzteilesatz der Firma White Ensign Models, sowohl für das Schiff als auch für das Bordgeschwader. Peter Hall, der Entwickler, ist früher selbst mit der Royal Navy zur See gefahren und hat einmal mehr erstklassige Arbeit abgeliefert. Am Airfix-Stand bei der Scale Model World in Telford 2010 erstand ich zwei zusätzliche Spritzlinge mit Fluggeräten, um mein Flugdeck angemessen gefüllt zu zeigen; zudem kaufte ich den Resinzurüstsatz von WEM für die Sea King-Hubschrauber. Bewaffnet mit zahlreichen Vorbildfotos, von denen ich einige wenige sogar selbst aufgenommen hatte, und mehreren Büchern, machte ich mich an die Arbeit.

Ich entschloss mich, die Illustrious in dem Bauzustand zu zeigen, den der Bausatz ohne größere Veränderungen hergibt, also nach ihrem letzten größeren Umbau ab 2005. Ich wollte auch unbedingt Sea Harrier an Bord haben, das engte den Zeitraum auf wenige Monate ein, denn dieses Muster wurde Ende 2005 außer Dienst gestellt. Mein Schiff nimmt also am Manöver Neptune Warrior im Herbst 2005 teil, es sind Sea Harrier und Harrier GR.7/9 eingeschifft, sowie Merlin-Hubschrauber zur allgemeinen Verwendung sowie Sea King AsaC 7 zur Luftraumüberwachung.

Schweres Gerät zum Ausformen der Basis und Einpassen des RumpfesGut zu erkennen, die Wirkung des Pinselreinigers auf das Styrodur.Nach dem Auftragen der weißen WandfarbeDie grüne Farbe ist aufgetragen.Nach dem Auftragen der blauen Farbe - nun muss alles gut durchtrocknen.

Schweres Gerät zum Ausformen der Basis und Einpassen des Rumpfes

Schweres Gerät zum Ausformen der Basis und Einpassen des Rumpfes 

Baubeginn - von der Basis her

Ich begann das Projekt mit der Basis – das tue ich meist, weil ich so nichts am Modell kaputt machen kann. Ich verbinde das Modell meist erst ganz zum Schluss mit der Basis und fühle mich wohl dabei. Diese Basis besteht aus einem zurechtgeschnittenen Stück einer 40 mm starken Styrodur-Wärmedämmplatte aus dem Baumarkt.

In dieses wurde (im Freien, wegen des Hausfriedens) ein Ausschnitt angelegt, der das Unterwasserschiff des Modells aufnehmen konnte. Mit schwerem Gerät (Messingdrahtbürste im Akkuschrauber) wurde die Platte schon in die ungefähre Form gebracht, die die Bugwelle des Schiffes und der mittlere Seegang hervorrufen würden. Keile aus Styrodur und Anschlussacryl aus dem Baumarkt wurden zur weiteren Modellation benutzt; das aufgewühlte Kielwasser wurde durch vorsichtiges Besprühen des Styrodurs mit Pinselreiniger simuliert – der Pinselreiniger löst die Oberfläche an und bildet Bläschen. Hierbei bitte auf gute Belüftung achten

Die Basis wurde nun mit weißer Wandfarbe stippelnd bemalt, um eine leicht unregelmäßige Oberfläche zu erhalten, die später einer Wasserfläche ähnelt. Es ist besser, mehrmals dünnere Schichten aufzustippeln und dann eine Zeitlang abzuwarten – dadurch vermindert sich das Risiko einer Rissbildung. Nach Abschluss dieses Schrittes wurde die Basis mit Modellbau-Acrylfarben aus der Airbrush eingefärbt. Es wurden nur ein Grünton (Revell Aqua 48) und ein Blauton (Vallejo ModelAir Insignia Blue) benutzt. Zusammen mit dem weißen Untergrund ergeben sich dadurch vorbildähnliche Farbübergänge.

Wichtig ist, nach diesem Schritt die Basis sehr gut durchtrocknen zu lassen (gern einige Wochen lang!), um die Restfeuchte aus den wasserbasierten Farben austreten zu lassen, bevor die Basis mit lösungsmittelbasiertem Klarlack versiegelt wird. Wartet man nicht lange genug, kommt es zur Blasenbildung!

Derweil baute ich den Kern des Modells, das Hangardeck mit den diversen von außen zugänglichen Bootsdecks, zusammen. Die Passung war erfreulich gut und ich kam zügig voran. Da bei diesen Schiffen keinerlei Einblick in den Hangar von den Rumpfwänden möglich ist, unterließ ich jegliche Detaillierung im Inneren. Ich hatte ursprünglich vorgehabt, einen der beiden Aufzüge teilweise abgesenkt zu zeigen, verwarf diesen Plan aber später. Somit baute ich hier nur, was man wirklich sieht.

Später kaum zu sehen, das hölzerne AchterdeckDie Verklebung des Rumpfes erfordert Überzeugungskraft.Die Schrauben halten das Modell am Schraubstock und werden ganz am Schluss herausgedreht.Der zusammengebaute RumpfSpalten am Vordeck werden gefüllt.Auftragen eines Washings an der BordwandKnifflig, knifflig - Abkleben und Nachlackieren der Startlinie!
Der Moment der Erleichterung...Das Deck ist fertig, leider bekam ich den Versatz um die Aufzüge nicht weg.Auch der Aufbau braucht Druck für die Passung.

Später kaum zu sehen, das hölzerne Achterdeck

Später kaum zu sehen, das hölzerne Achterdeck 

Der Bau des Rumpfes

Auch wenn man später nicht viel davon erkennen kann, arbeitete ich das Achterdeck etwas nach. Die vier großen Betings wurden selbstgebaut und das Deck nachgraviert, um die Holzbeplankung andeuten zu können. Nach einer Bemalung mit Acryl und Trockenmalen mit Ölfarben sah das auch ganz nett aus, ist am fertigen Modell aber kaum wahrnehmbar.

Einige Ätzteile fanden ihren Weg schon in die kleinen Einbaudecks, diese wurden allesamt komplett bemalt und auch gealtert, denn nach dem Anbringen der Rumpfwände geht da nicht mehr viel. Dieser Arbeitsschritt machte mir Sorgen, denn es sind sehr große Teile miteinander zu verbinden, mit jeder Menge Gelegenheit für Probleme dabei. Aber es klappte erheblich besser als befürchtet, und durch schrittweises Verkleben ließ sich alles gut zusammenbringen. Selbst der Heckspiegel erbarmte sich nach einigen Mühen.

Da meine See etwas lebhafter geraten war, würde irgendwo ein Teil des Unterwasserschiffs sichtbar sein – deshalb der Aufwand mit dem Ausschnitt in der Basis, und deshalb wurde auch das Unterwasserschiff nun angebracht. Allerdings nicht ohne vorher - zum Halt an meinem Bau-Schraubstock - Muttern mit Kunststoff einzukleben.

Am Übergang zum Unterwasserschiff gab es die eine oder andere Schleif- und Spachtelarbeit, aber sie hielten sich noch in Grenzen. Nun konnte der Rumpf von außen lackiert werden, wobei trotz Entfettens und Grundierens die Farbe sich an einigen ärgerlichen Stellen beim Entfernen des Abklebebands löste, wodurch ich einige Nacharbeiten hatte. Aber schließlich sah alles akzeptabel aus. Die zahlreichen Lüftungsgitter an den Bordwänden wurden nicht durch Ätzteile ersetzt, sondern lediglich durch ein Washing betont – das reichte mir völlig aus.

Am Flugdeck wurden einige überformatige Löcher für Flaggenstöcke verschlossen, dann konnte es angebaut werden. Hier blieben einige Spalten übrig, besonders am Bug, die sich aber verfüllen ließen. Während dieser Arbeiten hatte ich bereits die Insel im Rohbau montiert; bei einem so großen Projekt bietet es sich an, an mehreren Baugruppen zu arbeiten, das reduziert die Wartezeiten deutlich.

Am Schiff ging es nun an die Lackierung des Flugdecks, und dort hat sich Airfix leider ziemlich verhauen. Der schöne Decalsatz hat den gravierenden Fehler, dass die Startlinie nur auf der Skischanze am Bug schwarz, und sonst in einem Mittelgrau gehalten ist. Dafür habe ich kein Vorbild finden können – ich kenne nur Startlinien, die von Bug bis Heck gleich dunkel sind. Nach einigem Hin und Her entschloß ich mich zu dieser etwas nervenaufreibenden Variante: Das Deck wurde im passenden Farbton gespritzt, wobei ich auf Farb- und Helligkeitsvariationen achtete. Dann wurde es zur Vorbereitung der Decals mit Glanzlack versiegelt. Nun wurden die gesamten Decals aufgebracht – diese passten besonders um die Aufzüge nicht optimal, und ich war glücklich, die Aufzüge geschlossen zu haben. Die Decals wurden wiederum mit Klarlack versiegelt und diesem Zeit zum Durchhärten gegeben. Leider fehlt im Decalsatz das große „L“, das die Illustrious identifiziert – dieses wurde abgeklebt und lackiert. Nun kam der stressige Teil: Die gesamte Startlinie wurde vorsichtig abgeklebt, genau wie die darin enthaltenen Zahlen, die den Piloten zeigen, wieviel Startbahn ihnen noch verbleibt. Nun wurde darüber vorsichtig mit Mattschwarz lackiert und dann mit angehaltenem Atem das Klebeband wieder entfernt. Glücklicherweise überlebten Decals und Lackierung diese Prozedur, und mir fielen zahlreiche Mittelgebirge vom Herzen.

Die Brücke praktisch fertigKnifflig, sieht aber gut aus - das HauptradargerätFeine Kleinteile am MastHMS Illustrious (R06)Hier muss sehr vorsichtig geklebt werden...Die Catwalks vor dem LackierenOhne Markierungen geht nichts...
Der Kran brauchte einiges an Arbeit.Der Kranwagen nach der ÜberarbeitungEine der Scheinwerferbatterien30 mm CIWSFeuerlöschschläuche

Die Brücke praktisch fertig

Die Brücke praktisch fertig 

Das fertige Schiff noch mit nacktem Deck
Das fertige Schiff noch mit nacktem Deck

Weiterbau des Schiffes

Am Aufbau gab es reichlich Arbeit – hier ballen sich komplexe Ätzteilgebilde und zahlreiche Details. Aber zuvor hieß es spachteln und schleifen, um die Nähte zwischen den Hälften wegzubekommen, und dann einiges an Arbeit, um die Brücke ansehnlich zu machen. Die zahlreichen Kästen der Scheibenwischernmotoren deutete ich anstatt aus Ätzteilen lieber aus Kunststoffprofilen an. Nun ging es Schritt für Schritt durch die Bauanleitung des Ätzteilesatzes, und es wurden die diversen Radarantennen, Relings und Plattformen eine nach der anderen hergestellt und in der Anleitung abgehakt – um den Überblick zu behalten und zu sehen, dass es tatsächlich voranging. Denn in dieser Phase habe ich oft das Gefühl, ich arbeite vor mich hin, ohne Fortschritte zu machen. Da helfen solche kleinen Tricks ganz gut.

Nach einigen Wochen sah ich hier sozusagen Land. Der Aufbau konnte am Rumpf befestigt werden, und ich wusste, dass ich hier nur noch bereits fertige Baugruppen hinzufügen musste. Es war Zeit, die ähnlich knifflige Arbeit an den das Flugdeck umgebenden Laufgängen anzugehen. Hier bietet WEM fein geätzte Gitter und Unmengen an dreieckigen Stützen an, die mit Teilen der Kunststoffbauteile zu verbinden sind. Das bedeutete jede Menge vorsichtige Sägearbeiten und ebenso bedachtes Verkleben, um die fotogeätzten Gitter nicht zuzusetzen.

Eingedenk des fertigen Flugdecks wollte ich die Teile getrennt vom Schiff lackieren und dann nur noch anbauen – bei den Tests funktionierte das auch ganz gut, aber leider warfen sich die Laufgänge während des Aushärtens des Klebstoffs – keiner meiner entspannteren Momente. Irgendwie bekam ich sie dann doch einigermaßen passend hin, irgendwie verschloss ich die übelsten Spalten zwischen den geätzten Stützen und der Bordwand, aber richtig glücklich war ich damit nicht.

Ein Schiff dieser Größe benötigt jede Menge Rettungsinseln. WEM bietet fotogeätzte Unterkonstruktionen dafür an, um den Realismus zu erhöhen. Ich schnitt diese Teile auch aus und lackierte sie, aber scheute dann doch davor zurück, die ganzen Rettungsinselbauteile auseinanderzusägen und nachzuarbeiten. Ich habe sie aus dem Kasten belassen und bilde mir ein, dass sie die verzogenen Catwalks stabilisieren.

Parallel dazu ging es an zahlreiche andere Bauteile, die mehr oder weniger stark verändert wurden. Viel Arbeit machte der Bordkran, bei dem ich das Führerhaus stark umgestaltete und fotogeätzte Seilrollen anbrachte. Auch der Coles-Kranwagen erforderte einiges an Detaillierung mit Kunststoffprofilen. Die Scheinwerferbatterien vorn und achtern am Aufbau ließen sich besser verarbeiten als erwartet, sie sind deutlich schöner als die Bausatzteile. Ich habe bei diesem Projekt nicht versucht, Arbeitsstunden oder Teile zu zählen – es waren aber schon einige von beiden!

Schließlich fügte sich eins zum anderen, und auch das Takeln der Signalleinen und Antennen brachte ich hinter mich. Hierzu benutzte ich Faden der Firma UNI aus dem Anglerbedarf in der Stärke 8/0, der am Ausgangspunkt mit Sekundenklebergel befestigt wurde. Daraufhin wurde der Faden zu seinem Ziel gezogen und mittels daran gehängter Wäscheklammern gespannt. Nun konnte der Endpunkt mit dünnflüssigem Sekundenkleber verklebt und der Überschuss mit einer scharfen Klinge abgetrennt werden. Das Schiff wurde nur sehr wenig gealtert, es wurden mit Ölfarbe lediglich vorsichtig einige Ablaufspuren angebracht. Das Flugdeck wurde mit Pastellkreiden gealtert und charakterisiert. Nach dem Anbringen der geätzten Namenstafeln und Schiffswappen konnte ich das Schiff als solches als fertig ansehen.

Im Bausatz sind der Coles-Kranwagen und zwei Traktoren enthalten; der Ätzteilesatz für das Bordgeschwader enthält zudem Gabelstapler, Karren für Bomben und Raketen, Zugstangen und Einstiegsleitern für die Harrier. Die Gabelstapler erfordern den Bau eines Kerns aus Kunststoff, um den herum das Ätzteil gefaltet wird. Mit ein bisschen Herumprobieren ging das ganz gut von der Hand, und ich baute mir auch noch einen dritten Traktor.

Ein Gabelstapler aus dem WEM-SatzEin Traktor aus dem Bausatz und ein selbstgebauterEin Harrier mit Abformung und Abguss aus klarem KunststoffEiner der Sea KingEin MerlinHarrier mit Zusatztanks von BMK

Ein Gabelstapler aus dem WEM-Satz

Ein Gabelstapler aus dem WEM-Satz 

Das Bordgeschwader und die Fertigstellung

Schlussendlich ging ich die Fluggeräte an. Obwohl ich kein Freund von glasklar gespritzten Flugzeugen bin, wären durchsichtige Kanzeln hier schön gewesen – diese hätte man sogar als Einzelteile beilegen können. Nach einigem Überlegen nahm ich Abdrücke von meinen zusammengebauten Harriern und gab diese einem Zahntechniker, der die Abdrücke mit glasklarem Kunststoff ausgoss. Durch Aushärten im Drucktopf wurde das Material auch wirklich glasklar.

Ich polierte dann die Kanzeln und sägte sie vorsichtig aus dem Kunststoffteil heraus. Ebenso wurden die Kanzeln an meinen Harriern vorsichtig weggefräst und beide Teile einigermaßen geduldig aneinander angepasst. Nachdem ich den Bereich am Flugzeug schwarz bemalt hatte, wurde die Kanzel jeweils mit Sekundenkleber angeklebt und verbleibende Spalten vorsichtig mit Weißleim ausgefüllt. Nun konnten die Kanzeln mit Humbrol Maskol geschützt und die Flugzeuge grundiert werden. Die Harrier erhielten nun fotogeätzte Pylone, Stützräder und Hitzeschilde. Bei den GR-Modellen sind das acht Pylone je Flugzeug. Nach Anbringen der Ätzteile wurden die Harrier lackiert und dezent gealtert. Ein Glanzlacküberzug schaffte eine gute Unterlage für die Decals. Diese wurden wiederum mit Glanzlack versiegelt, dann konnte das Flugzeug mattiert und die Kanzel demaskiert werden. Korrekturen am Anstrich und etwas Detailbemalung führten dann zur Fertigstellung.

An den Hubschraubern blieben die Kanzeln massiv und wurden dunkelblau bzw. grün bemalt. Einige Luken wurden geöffnet, und an den Sea Kings wurden die unschönen massiven Sponsons abgetrennt und durch Resinteile ersetzt, nachdem die Öffnungen im Rumpf verschlossen worden waren. Einiges an Ätzteilen ging in die Rotoren, und an den Sea Kings kamen die Searchwater-Radar-Behälter aus Resin von WEM gut zur Geltung.

Da die Harrier ohne Außenlasten etwas nackt wirkten, bemühte ich mich um passende Zusatztanks. Diese waren nicht verfügbar; durch die Anregung meines Freundes Frank Ilse ist jedoch die Herstellung solcher Tanks aus gedrehtem Metall durch die Firma BMK umgesetzt worden. Ich bekam eine mehr als ausreichende Anzahl der ersten Charge und konnte damit meine Harrier etwas aufmoppeln.

Schließlich konnte ich meine Decksfahrzeuge und Fluggeräte auf dem Flugdeck arrangieren. Die Szene stellt den Beginn der Flugoperationen dar: Der „Plane Guard“-Hubschrauber und der Luftraumüberwachungs–Hubschrauber stehen unmittelbar vor dem Start; Ersatzhubschrauber stehen schon bereit; und das gesamte Achterdeck ist komplett voll mit Harriern, die bald einer nach dem anderen über die Skischanze abheben werden. Eine Anzahl Figuren, hauptsächlich von PitRoad, sowie fotogeätztes Zubehör wie Zugstangen und Einstiegsleitern, wurde zur Belebung der Szene eingesetzt. Ein Überzug mit mattem Klarlack zur Abdeckung der Klebstoffspuren und Weißleim zur „Verglasung“ der Brückenfenster schlossen das Projekt ab.

HMS Illustrious (R06)HMS Illustrious (R06)HMS Illustrious (R06)HMS Illustrious (R06)HMS Illustrious (R06)HMS Illustrious (R06)HMS Illustrious (R06)
HMS Illustrious (R06)HMS Illustrious (R06)HMS Illustrious (R06)

HMS Illustrious (R06)

 

Fazit

Airfix-Fans wie ich sind gern etwas toleranter gegenüber der Qualität der Bausätze. Dieser ist zwar nicht so fein gestaltet wie die besten neuen Produkte anderer Hersteller, aber er lässt sich gut verarbeiten und bietet eine anständige Basis für weitere Verfeinerungen. Will man im derzeitig beliebtesten Maßstab ein Modell eines dieser interessanten leichten Träger bauen, kommt man um ihn nicht herum.

Quellen:

  • Nick Childs: The Age of Invincible. London 2009 (Historischer Überblick über die Entwicklung der Klasse)
  • Tim McLelland: Harrier. Hersham 2011 (Sehr viel Material über die Entwicklung und Varianten des Harriers)
  • Denis J. Calvert / Gary Madgwick: HMS Ark Royal – 50 years of flight 1955-2005. Wantage 2007 (Behandelt zwar ein Schwesterschiff, bietet aber trotzdem gute Informationen zu den Fluggeräten. Die Staffeln wurden sowieso auf allen drei Schiffen eingesetzt ...)

Frank Spahr

Publiziert am 08. Januar 2014

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