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T-34/76 Modell 1940

1945 - Die Schlacht um Berlin

von Theo Peter (1:72 UM)

T-34/76 mit für das Modell 1940 typischer 76,2mm L-11 Kanone
T-34/76 mit für das Modell 1940 typischer 76,2mm L-11 Kanone

Zum Original:

Wenn man an einen russischen Panzer zu Zeiten des Zweiten Weltkriegs denkt, fällt wohl jedem sofort der T-34 ein. Hierbei steht das "T" für das russische Wort "танк" für Panzer und die "34" für das Jahr 1934, indem die Forderung des Militärs erhört wurde, solch einen Panzer zu planen. Produziert wurde der Panzer von 1940 bis weit nach dem zweiten Weltkrieg im Jahre 1958. Der Panzer stellt eine Weiterentwicklung der BT-Serie dar.

500 PS bahnen sich einen Weg durch die Trümmerwüste Berlins.
500 PS bahnen sich einen Weg durch die Trümmerwüste Berlins.

Die einfache Bauart des Panzers ermöglichte es dem Militär, den Panzer in enormen Stückzahlen zu bauen. Es wurden unglaubliche 50.000 Exemplare bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs hergestellt. Bis Produktionsende sogar unglaubliche 80.000 Stück. Normalerweise waren die deutschen Panzer allen feindlichen Panzern in Bezug auf Feuerkraft, Mobilität und Panzerung klar überlegen. Erst mit dem Einmarsch deutscher Truppen in Russland und dem Auftauchen des russischen T-34 auf den Schlachtfeldern wendete sich das Blatt und die deutschen Panzer waren den Gegnern erstmals deutlich unterlegen. Ebenfalls waren die russischen T-34 Panzer den deutschen Panzereinheiten stückzahlenmäßig haushoch überlegen. Auch die breiten Ketten des T-34 erwiesen sich im russischen Winter als großer Vorteil gegenüber den deutschen Panzern, da durch die größere Auflagefläche ein Einsinken im russischen Morast verhindert wurde. Erst die Einführung der deutschen "Panther", "Tiger II" und der überarbeiteten "Panzer IV" änderten diese Tatsache.

Nur noch wenige deutsche Soldaten stellen sich den vorrückenden Russen entgegen...
Nur noch wenige deutsche Soldaten stellen sich den vorrückenden Russen entgegen...

Als größte Nachteile des T-34 stellten sich das fehlende Funkgerät und der fehlende Richtschütze heraus. Als Antwort auf die neuen deutschen Panzer "Panther", "Tiger II" und "Panzer IV ab Version F" entwickelten die Russen den T-34/85 mit neuem Turm und neuer Kanone. Außerdem wurden im T-34/85 erstmals ein Fahrer, ein Richtschütze, ein Funker, ein Ladeschütze und ein Kommandant eingesetzt, was die Treffsicherheit, die Schussfrequenz und das Zusammenspiel mehrerer Panzer enorm erhöhte.

Mit Erscheinen des neuen T-34/85 wurden die früheren, ehemals als T-34 Panzer bezeichneten Varianten in T-34/76 umbenannt. Bewaffnet war der hier dargestellte T-34/76 (Modell 1940) mit einer 76,2mm Kanone L-11. Der ca. 6,75 Meter lange, 3 Meter breite und 30 Tonnen schwere Panzer T-34/76 konnte 55 km/h schnell werden.

...daher schwenkt ein russische Soldat bereits siegessicher die russische Flagge!
...daher schwenkt ein russische Soldat bereits siegessicher die russische Flagge!

Zum Bau des Panzers:

Wieder einmal schaffte es ein bereits gebauter Bausatz erneut auf den Basteltisch. Der Urbausatz wurde bereits hier im Beitrag vorgestellt. Damals erfolgte der Bau des Panzers überwiegend aus der Box. Dem Bausatz lagen damals neben Fotoätzteilen und Resinteilen auch Gummiteile für die Laufräder bei.

Ein noch weitgehend unzerstörter Reichsadler schmückt den Eingang in die Fabrik!
Ein noch weitgehend unzerstörter Reichsadler schmückt den Eingang in die Fabrik!

Als erstes erfolgte eine Demontage der Panzerwanne und des Turms. So wurde die damals angebrachte runde Luke wieder durch die Standard-T-34/76-Luke (dieses Teil war ebenfalls im damaligen UM-Kit enthalten und hatte in der Restekiste überlebt) ersetzt. Ebenfalls wurde das fotogeätzte Gitter vom Panzer entfernt, gereinigt und anschließend wieder angebracht sowie die Fahrerluke geschlossen. Als nächstes wurde die damals vernachlässigte Spachtelung des Modells nachgeholt. Zwei Kanister (CMK), zwei neue Ersatzketten (Revell) und zahlreiche Planen (CMK) wurden am Modell angebracht, um es zusätzlich zu detaillieren.

Verschanzen sich in der kaputten Rüstungsfabrik etwa noch Volkssturmangehörige?
Verschanzen sich in der kaputten Rüstungsfabrik etwa noch Volkssturmangehörige?

Bemalt wurde das Modell mit matten Revellfarben und dem Pinsel. In die noch feuchte Farbe wurden die Decals aus der Restekiste angebracht. Der weiße Streifen des Turms wurde mit dem Pinsel freihand ans Modell gemalt. Die Alterung erfolgte durch ein Washing mit matten Revellfarben und viel Nitroverdünnung sowie mit der Anbringung von Pigmenten (selbst angefertigt: sehr sehr fein gemahlene echte Erde). Leider war das Kanonenrohr zu dünn, um es aufzubohren. Auf das fertige Modell wurden noch einige Mauerstücke und Backsteine geklebt, so dass sich der nun fertige Panzer später optimal ins Diorama einfügt.

Die zahlreichen Rohrleitungen wurden aus Trinkhalmen gebastelt!
Die zahlreichen Rohrleitungen wurden aus Trinkhalmen gebastelt!

Zum Bau des Dioramas:

Die letzte bedeutende Schlacht des Zweiten Weltkriegs in Europa war der sogenannte Kampf um Berlin im Jahre 1945. Schätzungen gehen davon aus, dass die vom 16. April bis 2. Mai 1945 andauernde Schlacht 500.000 Verletzte, ungefähr 10.000 tote Zivilisten und 170.000 gefallene Soldaten forderte. Die Rote Armee begann zusammen mit einigen Einheiten der polnischen Armee die Stadt Stück für Stück zu erobern. Der vorrückenden Übermacht der Russen stellten sich Angehöre des sogenannten "Volksturms" entgegen. Der Volkssturm bestand aus mäßig ausgebildeten und oftmals unzureichend bewaffneten deutschen Knaben und Senioren, die den Befehl hatten, die Stadt bis auf den letzten Mann zu verteidigen. Der Kampf um Berlin und auch das Ende des Zweiten Weltkriegs endeten nach dem Selbstmord des deutschen Führers.

Das ehemalige Wachhäuschen liegt bereits in Schutt und Asche.
Das ehemalige Wachhäuschen liegt bereits in Schutt und Asche.

Die ca. 25x15cm große Grundplatte des Dioramas entstand aus Karton, während die Seitenwände aus Strukturpappe von Faller dargestellt wurden. Die Rohre, die Industrielüftungsrohre darstellen sollen, wurden mit Hilfe von Trinkhalmen realisiert. Der Torbogen stammt aus einem alten 1:72 MiniArt Bausatz und der Adler über dem Torbogen aus der Restekiste. Die zerstörten Mauern im Innern des Industriegebäudes entstanden aus einem Sandwich aus Strukturpappe-Styrodur-Strukturpappe. Die verkohlten Holzbalken wurden aus angezündeten langen Streichhölzern gebastelt. Anschließend wurden die noch hellen Holzstellen mit Holzbeize abgedunkelt.

Die Soldaten der Roten Armee dringen immer tiefer ins Herz Berlins vor...
Die Soldaten der Roten Armee dringen immer tiefer ins Herz Berlins vor...

Der Boden des Displays wurde mit Styrodurresten, Pappe, Steinen, Schotter und Kieseln beklebt, sodass zahlreiche unterschiedliche Geländeunebenheiten entstanden. Hierbei wurde der spätere Panzerstehplatz bereits berücksichtigt. Anschließend wurde das Ganze mit einer sehr dünnen Wasser-Weißleim Mischung und Papiertaschentüchern überzogen. Die angefeuchteten Papiertaschentücher lassen sich sehr einfach mit einem dicken Pinsel über den präparierten Untergrund legen und anpassen.

Die 1:72 Figuren stammen von Zvezda und sind von hervorragender Qualität,...
Die 1:72 Figuren stammen von Zvezda und sind von hervorragender Qualität,...

Nach ca. einem Tag war der Dioramaboden komplett durchgetrocknet und äußerst hart. Nun konnte der Boden in verschiedenen Braun- und Grautönen bemalt werden. Bereits jetzt wurde der Boden mit dem Trockenmalverfahren und einem sehr dicken Pinsel bearbeitet. Am nächsten Tag musste erneut eine äußerst dünne Wasser-Weißleim Mischung angerührt werden. Kleine Bruchteile eines kaputten Blumentopfs wurden in eine Tüte gefüllt und mit dem Hammer zerkleinert. Ebenfalls wurden in kleine Rechtecke geschnittene Styrodurstücke sowie Kieselsteine mit matter Revellfarbe in Ziegelrot, Purpurrot und Kaminrot bemalt. Die Mischung der Styrodur-Ziegel und der zerkleinerten echten Tonstücke wurde lose im Display verteilt. Befestigt wurden die "Trümmer" anschließend mit der Wasser-Weißleim Mischung und einer Pipette. In den noch feuchten Displayboden wurde zusätzlich noch zermahlene feine Erde gestreut. Dabei wurden die vorher angepassten Fahrrinnen des Panzers ausgelassen.

Die Figuren stammen aus dem 1:72 Zvezda-Kit "Soviet Regular Infantry" und sind von hervorragender Qualität. Die Flagge des Soldaten entstand ebenfalls aus einem Sandwich aus Papier-Alufolie-Papier und wurde mit dem Feuerzeug und dem Messer gealtert. Bemalt wurden die Figuren mit Revellfarben und dem Pinsel und anschließend mit Waffen aus dem ACE Bausatz "1:72 photo-etched accessory set - WWII soviet hand weapons set 1" ausgerüstet. Die Fotoätzteile sind von hervorragender Qualität und werten die Figuren enorm auf. Allerdings sollte man bereits Fotoätzteile verarbeitet haben, ansonsten ist die Handhabung doch sehr schwer.

... und wurden mit matten Revellfarben und dem Pinsel bemalt!
... und wurden mit matten Revellfarben und dem Pinsel bemalt!

Fazit:

Schon lange plante ich ein vom Bomben- und Straßenkampf zerstörtes Berlin-Diorama. Doch bisher hat mich die Darstellung der Trümmer- und Schuttberge immer wieder vom Bau des Dioramas abgeschreckt. Aber mit dem Bau des Dioramas "Die polnische Heimatarmee schlägt zurück!" kam auch das Vertrauen, auch dieses Bauprojekt umsetzten zu können. Der Bau des Dioramas und der Um- bzw. Neubau des Kits machte sehr viel Spaß. Auch die Fähigkeit den Figuren neuen Posen zu verleihen, steigt von Diorama zu Diorama. Das nächste Display mit einem T-34/85 ist bereits in Planung. Ich hoffe es gefällt!

Die Stein- und Ziegeltrümmer entstanden aus Styrodur, kleinen Steinen und zerkleinerten Blumentöpfen!Wuchtiger Anblick: Kein Untergrund kann den T-34 Panzer am Vormarsch stoppen.Zahlreiche Resin-Zurüstteile aus der Restekiste detaillieren den Panzer zusätzlich.Man beachte: Maßstab 1:72!Die Flagge entstand in Sandwichbauweise und wurde aus Papier - Alufolie - Papier gefertigt.Das ansprechende Cover des 1:72 UM-Kits, welches mich zum Kauf des Bausatzes inspiriert hat!Einige Bilder aus den verschiedenen Bauphasen des Dioramabaus.
Die hervorragend detaillierten 1:72 ACE Fotoätzteilwaffen wirken bemalt sehr realistisch.Die Auspuffanlage wurde ebenfalls mit Pigmenten gealtert.Man kann fast die Ziegel und Balken unter den 30 Tonnen Gewicht bersten hören.Trümmer, Schutt und Asche - viel war 1945 nicht mehr von Berlin übrig!Das Bild könnte fast ein Originalfoto darstellen...Siegessicher - die deutsche Kapitulation ist nur noch eine Frage der Zeit!Daran können auch die zahlreichen Panzersperren und Minen nichts mehr ändern.

Die Stein- und Ziegeltrümmer entstanden aus Styrodur, kleinen Steinen und zerkleinerten Blumentöpfen!

Die Stein- und Ziegeltrümmer entstanden aus Styrodur, kleinen Steinen und zerkleinerten Blumentöpfen! 

Theo Peter

Publiziert am 12. Mai 2016

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