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U-Boot I-401

Unterwasser-Flugzeugträger

von Martin Deuretsbacher (1:700 Aoshima)

U-Boot I-401

I-401 war ein Unterwasser-Flugzeugträger der Sen-Toku-Klasse (I-400-Klasse) der Kaiserlich Japanischen Marine. Das U-Boot hatte eine Besatzung von 157 Mann und konnte drei Sturzkampfbomber vom Typ Aichi M6A1 Seiran mitführen. Die Boote dieser Klasse waren die größten je gebauten U-Boote mit konventionellem Antrieb.

U-Boot I-401

Mit einer Gesamtlänge von 121,9m, einer Breite von 11,98m und einem Tiefgang von 7m verdrängte es getaucht 6.560t. Lediglich und nur zur Veranschaulichung der Größe: die deutschen VII C Boote waren 64,5m lang, 5,85m breit und verdrängten getaucht 745t. Die Größe der japanischen Unterwasser-Flugzeugträger ergibt sich aus dem diesen Booten zugedachten Verwendungszweck. 1942 beschloss die japanische Admiralität Unterwasser-Flugzeugträger zu bauen, mit denen das amerikanische Festland, insbesondere die Küstenstädte der Vereinigten Staaten, wie z.B. New York, oder die Schleusen des Panamakanals, aus der Luft mit Bombern angegriffen werden konnten.

U-Boot I-401

Eine regelmäßige Zerstörung dieser Schleusen hätte die Nutzung des Panamakanals für amerikanische Kriegsschiffe als schnellen Verbindungsweg zwischen Atlantik und Pazifik verhindert. Damit wäre ein erheblicher strategischer Nachteil für die Vereinigten Staaten und ihre Alliierten verbunden gewesen. Zu diesem Zweck wurden von 1943 bis 1945 fünf Boote der I-400 Klasse gebaut, jedoch nur drei Boote, darunter I-401, fertiggestellt. Die Reichweite betrug 37.500 sm (umgerechnet 69.450 km). Die Boote hätten damit theoretisch drei Mal die Erde umrunden können.

U-Boot I-401

Die Bewaffnung bestand aus acht Torpedorohren im Bug, wobei jeweils vier Torpedorohre übereinander liegend angeordnet waren. Am Heck befand sich ein 140mm L/50 Geschütz. Zur Flugabwehr hatte es über dem Hangar drei 25mm Flak-Drillinge und eine 25mm Einzelflak. Unmittelbar vor dem Hangar befand sich das mit Luftdruck betriebene Katapult zum Starten der Flugzeuge.

U-Boot I-401

Die Aichi M6A1 Seiran war ein zweisitziger Sturzkampfbomber mit einer Reichweite von 1.190 km und einer Höchstgeschwindigkeit von 474 km/h. Er konnte zwei 250 kg Bomben oder eine 800 kg Bombe als Außenlast tragen. Um das Flugzeug im Hangar des U-Bootes unterbringen zu können, konnten die Tragflächen seitlich nach hinten und das Höhenleitwerk teilweise nach unten geklappt werden. Die Schwimmer wurden ebenso wie die Bombenzuladung gesondert im Hangar gelagert und sollten erst kurz vor dem Start angebracht werden. Infolge der Kriegslage kamen diese Unterwasser-Flugzeugträger nicht mehr zu Einsatz. Im Zuge der Kapitulation wurden alle drei Boote an die amerikanischen Streitkräfte übergeben und von diesen nach genauester Untersuchung als Zielschiffe für neu entwickelte Torpedos verwendet und 1946 versenkt.

U-Boot I-401

Der Vollrumpf-Bausatz von Aoshima in 1:700 ist sehr präzise und war vollkommen problemlos zu bauen. Ich habe den Rumpf auf ein Wasserlinienmodell gekürzt. Die dicken Plastikrohre der Flakdrillinge habe ich mit 0,2mm Draht ersetzt, die aufgesetzten Magazine ebenso verfeinert. Einen Teil der Antennen habe ich durch Relingteile dargestellt. Die Bemalung erfolgte wie üblich mit Acrylfarben, die Alterung in Ölfarben.

U-Boot I-401

Für das Wasser verwende ich regelmäßig transparentes Acryl-Soft-Gel (glänzend) von Schmincke. Vom Schreinermeister kommt das mit Klarlack versiegelte Holzbrett. Darauf kommen mit Airbrush eine helle Grundierung, dann zwei Schichten Blau XF-8 von Tamiya. Dann klebe ich das Schiffsmodell mit Sekundenkleber auf das so bemalte Brett. Erst jetzt ziehe ich mit einer geeigneten langen aber schmalen Spachtel das Acrylgel auf, warte bis es nach 15 Minuten leicht angezogen hat und klopfe sodann mit einem kleinen Mokkalöffel die Wellenstruktur hinein. Der Löffel (ebenso die Spachtel) ist durchgehend mit Wasser zu befeuchten, damit das Strukturgel nicht daran anklebt. Dann werden mit entsprechend schmalen aber breiten (feinen) Pinseln die Bugwellen etc. modelliert. Auch die Pinsel müssen immer mit genug Wasser benetzt sein.

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Nach zwei, drei Tagen ist das ursprünglich weiße Gel schön durchsichtig und hart geworden. Es verändert seine Form nicht mehr und bleibt ewig so wie es ist. Jetzt male ich mit weißer Ölfarbe die Schaumkronen und fertig ist das Diorama.

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Quellen:

Wikipedia: I-400-Klasse; Aichi M6A (29.04.2018)

Martin Deuretsbacher

Publiziert am 16. April 2018

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