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Agusta-Bell AB-47 J/J-3

80305 Guardia Di Finanza Taranto 1968

von Axel Schulz (1:48 Tail Boom)

Agusta-Bell AB-47 J/J-3

Vor einiger Zeit habe ich hier auf Modellversium den Bausatz vorgestellt, der von dem italienischen Modellbauer Maurizio di Terlizzi als Kleinserien-Resinkit realisiert wurde. Nun habe ich mich darangewagt und möchte euch das Ergebnis hier vorstellen.

Agusta-Bell AB-47 J/J-3

Der Bausatz ist von der Anzahl der Teile eher übersichtlich und machte einen unproblematischen Eindruck. Wie sich zeigen sollte, liegt die Tücke eher im Detail (im wahrsten Sinne des Wortes).

Agusta-Bell AB-47 J/J-3

Die Bauanleitung besteht nämlich nur aus einer Explosionszeichnung, die viele Fragen offen lässt. Für zusätzliche Details oder manchmal auch nur, um Teile an die richtige Stelle zu bekommen, musste ich mehr als einmal das rettende Internet zu Rate ziehen.

Begonnen habe ich wie immer mit dem Cockpit, parallel dazu habe ich aber auch den Motor gebaut und die Schwimmer lackiert und gealtert.

Agusta-Bell AB-47 J/J-3

Einige Details im Cockpit müssen scratch gebaut werden, so z.B. die Halterungen der Sitze, Kabel etc. Der Feuerlöscher verabschiedete sich von der Spitze der Pinzette auf Nimmerwiedersehen in die Tiefen des Bastelkellers. Da eine Suchaktion vermutlich Monate gedauert hätte, wurde er von mir komplett neu aufgebaut.

Agusta-Bell AB-47 J/J-3

Die Gurte habe ich aus einem Zubehörsatz von Reheat hergestellt, will heißen aus einem textilartigen Folienmaterial und geätzten Schnallen und Verschlüssen. Bei insgesamt vier Plätzen eine aufwendige Arbeit, aber das Ergebis lohnt die Mühe.

Der Motor ist eher rudimentär detailliert, aber später kaum zu sehen, so daß ich hier keine weitere Arbeit investiert habe.

Agusta-Bell AB-47 J/J-3

Nach dem Fertigstellen dieser Baugruppen habe ich sie eingebaut und die Rumpfhälften miteinander verklebt. Wie bei Bausätzen dieser Art zu erwarten, war einiges an Anpassungs-,Schleif-, und Spachtelarbeiten nötig, hielt sich aber insgesamt in Grenzen. Knifflig ist vor allem die Montage des Motors gewesen, da der Motorträger sehr filigran ist und das Resin sehr spröde und brüchig ist. Daher wurden dieses Teil mehrmals lauthals verflucht und mussten teilweise aus Draht neu gefertigt werden.

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Die große Kabinenhaube hatte mir etwas Kopfzerbrechen bereitet, da sie aus sehr klarem, aber sprödem und äußerst bruchempfindlichen Material tiefgezogen war und dem Bausatz nur einmal beilag. Ich habe mit etwas Übermaß die Haube ausgeschnitten, wobei ich eine Diamant-Trennscheibe benutzt habe. Den verbliebenen Rand habe ich vorsichtig abgetrennt. Bis hierhin ging alles gut, so dass ich mutig wurde und auch eine Tür herausgetrennt habe. Hierzu habe ich eine fotogeätzte Säge benutzt.

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Nach dem üblichen Maskieren ging es an die Lackierung. Ich habe mir aus den fünf möglichen Versionen eine der Guardia Di Finanza ausgesucht. Die technische Ausrüstung dieser Behörde ist durchaus interessant, da die GdiF neben den klassischen Aufgaben des Zolls auch die des Grenzschutzes sowie SAR-Einsätze durchführt.

Glänzend Gelb H 4 von Gunze trifft den Originalfarbton recht gut und wurde in mehreren Lagen mit der Airbrush aufgetragen.

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Nach mehreren Tagen Trockenzeit, die ich für die Fertigstellung von Haupt- und Heckrotor genutzt habe, ging es an das Anbringen der Abziehbilder. Und hier zeigte sich der echte Schwachpunkt des Bausatzes: die Decals. Der Druck ist sehr durchscheinend, und fast alle Markierungen müssen mit den passenden Decals in Weiß unterlegt werden. Das wäre ja nicht weiter schlimm, hätten die Farben nicht die bedauerliche Tendenz gehabt, sich im Wasser aufzulösen! Auch mehrmaliges Versiegeln mit Liquid Decal Film brachte kaum Besserung. Außerdem zeigten sie kaum Haftung, im Gegenteil, der recht dicke Trägerfilm löste sich von den Rändern her immer wieder ab. Die Kokarden konnte ich zum Glück durch Passende aus einem Tauro-Bogen ersetzen, ansonsten habe ich irgendwann beschlossen, mit dem für mich unbefriedigenden Ergebnis zu leben.

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Nach einem leichten Washing und der Versiegelung mit Seidenmattlack von Xtracrylix konnte ich das Projekt mit der Montage der Rotoren, der Schwimmer und einiger Kleinteile beenden.

Agusta-Bell AB-47 J/J-3

Axel Schulz

Publiziert am 09. September 2009

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