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Fairey Gannet AS Mk.4

U-Boot-Jäger der Marineflieger

von Bernd Korte (1:72 Revell)

Die gegenläufigen Propeller wurden durch eine Double-Mamba Zwillingsturbine angetrieben.
Die gegenläufigen Propeller wurden durch eine Double-Mamba Zwillingsturbine angetrieben.

Als die Fairey Gannet 1949 vom Boden abhob, sollte sie das erste britische trägergestützte Marinekampfflugzeug sein, das vom Reißbrett weg der U-Bootjagd gewidmet war und sowohl Such- als auch Bekämpfungsrolle in einer Maschine vereinte. Da sie mit beigeklappten Tragflächen und etwas Fantasie dem Basstölpel ähnelte, war der Name für das neue Muster schnell gefunden, und die erste Version, die Gannet AS Mk.1, konnte ab 1951 in Serie auf Fischfang gehen.

Fast zur gleichen Zeit suchte man in Deutschland nach schnell verfügbarem und einfach zu handhabendem Flugmaterial für die Neuaufstellung der Marineflieger. So kam es, dass Deutschland nach der Hawker Sea Hawk mit der Gannet im Zeitraum 1957/58 das zweite trägertaugliche Flugzeugmuster in Dienst stellte, ohne dass man ihr Potential mangels eigenem Flugzeugträger je hätte voll ausschöpfen können. 15 Einsatzmaschinen AS Mk.4 und ein Trainer T.Mk.5 wurden beschafft, die bis zu ihrer Ablösung durch die Breguet Atlantic 1966 ihren Dienst taten.

Hier kommt die geringe Materialstärke des Ätzteilabgasrohrs gut zur Geltung.
Hier kommt die geringe Materialstärke des Ätzteilabgasrohrs gut zur Geltung.

(Viel) besser spät als nie

Im Kino gilt ja meist die Faustregel, dass die späteren Teile einer Filmreihe nur selten an ihre Vorgänger anknüpfen können. Deshalb war ich gespannt, wie Revells Gannet im Vergleich zur früher erschienenen Trumpeter-Ausgabe abschneiden würde, die ich bereits gebaut hatte. Als nun der Revell-Bausatz vor mir lag, war die Entscheidung dementsprechend schnell zugunsten einer ebenfalls deutschen Einsatzmaschine gefallen: AS Mk.4 und T.Mk.5 würden in der Vitrine ein nettes Duo abgeben.

Schon nach wenigen prüfenden Blicken wird klar, dass Revell die Chancen, die sich, wenn man der Konkurrenz den Vortritt lässt, durch solch eine Nachfolgestrategie ergeben, gut genutzt hat. So sind die Details in allen Bereichen besser definiert und auch einige Extras mehr im Paket enthalten als bei Trumpeter der Fall: etwa der geöffnet darstellbare Waffenschacht und die separaten Steuerflächen. Zudem kosten die Trumpeter-Kits mancherorts noch immer mehr als das besser detaillierte Revell-Angebot.

Revell hat gut aufgepasst und die Schlaufe des Ankers zeigt auf beiden Rumpfseiten jeweils nach links.
Revell hat gut aufgepasst und die Schlaufe des Ankers zeigt auf beiden Rumpfseiten jeweils nach links.

Echt ätzend

Eduard hat wie schon für den Trumpeter-Bausatz auch für Revells Gannet so ziemlich alles an Extra-Details auf den Markt gebracht, was man nur irgendwie durch doppelt und dreifaches Falten von Ätzteilen nachbilden kann. Im Einzelnen sind das ein selbstklebender und bereits farbig bedruckter Bogen mit allem für das Cockpit, ein Bogen für alle weiteren äußeren Details mit Schwerpunkt auf den Fahrwerksschächten sowie ein ebenfalls schon farbiges Set für das Verfeinern der ausgefahrenen Landeklappen. So schön letzteres auch gemacht ist, kam es an meiner Gannet nicht zum Einsatz. Zum einen war ich mit den beiden Ätzteilbögen für Cockpit und Außenbereich sowieso schon sehr gut ausgelastet, und zum anderen fand ich in drei Publikationen zur Gannet gerade einmal ein Foto, auf dem eine am Boden stehende Maschine mit ausgefahrenen Landeklappen zu sehen war. Zugegeben, bei meiner Trumpeter-Gannet sind die Klappen ausgefahren montiert. Aber da war ich von dem schlichten Vorhandensein der Option so begeistert, dass mir die Vorbildtreue zweitrangig erschien. Zu einem zweiten „Verstoß" dieser Art hat es bei Revells Gannet dann aber nicht mehr gereicht.

Dank der geöffneten Cockpithauben ist auch beim fertigen Modell ein guter Einblick ins Cockpit möglich.
Dank der geöffneten Cockpithauben ist auch beim fertigen Modell ein guter Einblick ins Cockpit möglich.

Cockpit2Go

So wie es für den gestressten Büromenschen auf dem Weg zur Arbeit neben Kaffee auch so ziemlich alles andere „2 go" (sprich „to go" - etwa „für unterwegs") gibt, scheint sich sogar die Modellbaubranche immer mehr in diese Richtung zu bewegen. Nachdem das Cockpit nämlich mit einer Grundlackierung in aufgehelltem Schwarz und einem Washing sowie Trockenmalen ausgestattet war, feierten Eduards farbige und selbstklebende Ätzteile bei mir Premiere: Haupt- und Seitenkonsolen einfach vom Bogen trennen und auf die entsprechende Stelle am Modell kleben - fertig! Natürlich mussten dafür vorher die angegossenen Strukturen auf den Plastikteilen entfernt werden. Aber das Ergebnis lässt sich schon nach kurzer Zeit durchaus sehen. Selbst mit dem feinsten Pinsel und Valiumhänden wäre es schwierig, eine vergleichbare Präzision in Eigenarbeit zu erreichen. Bleibt nur zu hoffen, dass Eduards Ätzteilklebstoff nicht mit der Zeit seine Kraft verliert und alles wieder in seine Einzelteile zerfällt. Um alles etwas einander anzupassen, erhielt das fertige Cockpit zum Schluss noch eine Schicht matten Klarlack.

Bevor die selbstklebenden Eduard Ätzteile im Cockpit eingesetzt werden können, müssen die erhabenen Details an den entsprechenden Stellen der Plastikteile abgeschliffen werden.Das Cockpit erhielt eine Grundlackierung in aufgehelltem Schwarz.Die Cockpitteile nach Washing und Drybrushing. Jetzt können die Zoom Ätzteile aufgeklebt werden.Die Verglasung der Instrumente wurde mit Tropfen glänzenden Klarlacks nachgebildet.Auch das Gurtzeug ist bereits farbig bedruckt.Das zum Einbau fertige vordere Cockpit.

Bevor die selbstklebenden Eduard Ätzteile im Cockpit eingesetzt werden können, müssen die erhabenen Details an den entsprechenden Stellen der Plastikteile abgeschliffen werden.

Bevor die selbstklebenden Eduard Ätzteile im Cockpit eingesetzt werden können, müssen die erhabenen Details an den entsprechenden Stellen der Plastikteile abgeschliffen werden. 

Wie man's macht, man macht es falsch

Das fertige Cockpit konnte nun in eine der Rupfhälften eingebaut werden. Ich zeigte mich leicht beeinflussbar und nahm wie von Revell vorgeschlagen die rechte. Womit ich allerdings überhaupt nicht einverstanden war, waren die beiden kleinen Bullaugenfenster, die Revell am hinteren Cockpit auf jeder Rumpfseite platziert hat. Diese Bullaugen waren nämlich laut dem 4+ Publications Heft eher ein Charakteristikum für die frühe AS. Mk.1 Variante. Teils wurden sie bereits dort später verschlossen, und bei der AS. Mk.4 Variante hat es sie wohl gar nicht mehr gegeben. Und eben zu dieser Variante gehörten die 15 deutschen Einsatzmaschinen. Um ganz sicher zu gehen, kontrollierte ich noch einmal alle mir verfügbaren Fotos - und siehe da, nirgends Fenster! So kam es, dass ich diese Fenster zwar einbaute, dann aber verspachtelte. Ganz im Gegensatz übrigens zur Trainer-Gannet von Trumpeter. Dort waren die Fenster nur durch Gravuren angedeutet, für den deutschen Trainer aber unverzichtbar, weswegen ich sie damals aufbohren musste.

Die deutschen AS Mk.4 hatten keine Bullaugenfenster, weswegen diese verspachtelt wurden.Man sollte meinen, dass so viel Ballast im Bug ausreicht, um später einen sicheren Stand auf dem Dreibeinfahrwerk zu gewährleisten. Aber der Eindruck täuscht.Fairey Gannet AS Mk.4Die Rumpfhälften müssen „unter Spannung“ Hochzeit feiern, da der Waffenschacht etwas zu breit zu sein scheint.Beim Einsatz des Radartopfes zeigen sich ein paar unschöne Spalte, die verspachtelt werden müssen.Die Eduard Abgasrohre werden einfach um die Originalteile aus dem Bausatz gewickelt, um die richtige Form zu erhalten.

Die deutschen AS Mk.4 hatten keine Bullaugenfenster, weswegen diese verspachtelt wurden.

Die deutschen AS Mk.4 hatten keine Bullaugenfenster, weswegen diese verspachtelt wurden. 

Heavy Metal

Zusammen als Einheit mit dem Cockpit wurde auch der Waffenschachtboden mit in die rechte Rumpfhälfte geklebt. Der Bugfahrwerkschacht folgt entgegen der Bauanleitung separat nach, da er so besser eingepasst werden kann. Auf dem Schacht befestigte ich mit Sekundenkleber so viel Gewicht wie nur irgend möglich. Am Ende half das allerdings auch nicht, und die Gannet wurde, wie auch schon das Trumpeter-Modell, zum Tail-Sitter.

Fanghaken und Radartopf bleiben erst einmal draußen - wieder entgegen der Anleitung. Bei der Hochzeit der Rumpfhälften kommt es dann auch zum ersten Passungsproblem: Der Waffenschacht scheint an seinem hinteren Ende zu breit für den Rumpf zu sein, so dass sich dort ein großer Spalt ergibt. Als weitere Folge passt natürlich auch der Einsatz für den Radartopf nicht, so dass hier der erste größere Spachteleinsatz nötig ist. Ein Blick auf die Eduard-Homepage zeigt, dass ich mit diesem Problem nicht alleine dastehe: Auch bei den Ätzteilprofis will es im entsprechenden Rohbaufoto an derselben Stelle einfach nicht passen.

Die Fahrwerkschächte profitieren besonders von den Ätzteilen. Zur Montage kommt Sekundenkleber zum Einsatz.
Die Fahrwerkschächte profitieren besonders von den Ätzteilen. Zur Montage kommt Sekundenkleber zum Einsatz.

Besser biegen als brechen

Ein Großteil des Eduard-Sets ist zur Detaillierung der Fahrwerkschächte vorgesehen. Hier sollte man die Anleitung besonders gut studieren und die Teile trocken anpassen, um auch wirklich alles an die richtige Stelle zu kleben.

Aber auch der Waffenschacht hat es in sich, will man ihn wie ich offen darstellen. Zuerst einmal müssen dafür die beiden in einem Stück gegossenen Klappen voneinander getrennt werden. Dank einer entsprechenden Gravur in der Mitte des Teils ist das kein Problem. Anspruchsvoller werden dann wieder die insgesamt acht Leuchtkörper- und Markierungsbehälter, von denen je vier auf je einer der beiden Waffenschachtklappen angebracht waren. Revell hat sich mit diesem Detail nicht unnötig aufgehalten, so dass man die entsprechenden Teile auf Eduards Platine findet. Da die Biegeflächen teils sehr klein sind, ist das Handling der Teile dementsprechend schwierig. Sind alle acht Kästen fertig, kann es eigentlich nur noch einfacher werden. Ein paar Leitungen und Kabelbäume aus Kupferdraht bzw. Litzen vervollständigen das Innenleben des Waffenschachts.

Die Leuchtkörper- und Markierungsbehälter fordern die kompletten Faltkünste des Modellbauers.Komischerweise fehlen bei der linken Tragfläche ein paar Gravuren, die aber einfach entsprechend der rechten Seite hinzugefügt werden können.Der Waffenschacht wird mit Kupferlitze verkabelt.Die hinzugefügten Leitungen entsprechen in ihrer Lage dem Original.Hier ist der schwarze Boden des Bugfahrwerkschachts zu sehen.Die zusätzliche Ätzteildetaillierung der Schächte hat sich auf jeden Fall gelohnt.

Die Leuchtkörper- und Markierungsbehälter fordern die kompletten Faltkünste des Modellbauers.

Die Leuchtkörper- und Markierungsbehälter fordern die kompletten Faltkünste des Modellbauers. 

Der Tölpel wird flügge

Was bei den Fahrwerkschächten und beim Waffenschacht zur Detaillierung an Extrazeit investiert wurde, sparte ich bei der Flügelmontage wieder ein. Die Landeklappen wurden aus dem anfangs beschriebenen Grund eingefahren belassen und auch alle sonstigen Ruder in Nullstellung angebracht, da dies bei abgestellten Maschinen wohl eher Standard war.

Ein kleines aber wichtiges Detail sollte jeweils beim Übergang vom Querruder zur Flügelspitze herausgearbeitet werden: Beim Original steht die Flügelspitze minimal nach hinten über das Querruder über. Im Bausatz ist das nicht der Fall, und beide Teile liegen auf einer Linie. Daher nahm ich bei der Hinterkante der Querruder ein wenig Material weg, so dass es nun von der Flügelspitze überragt wird.

Die Querruder werden so weit abgeschabt, bis die Flügelspitze ein wenig über sie nach hinten hinausragt.
Die Querruder werden so weit abgeschabt, bis die Flügelspitze ein wenig über sie nach hinten hinausragt.

Revell scheint bei der Konstruktion des Bausatzes übrigens einen nostalgischen Schwächeanfall gehabt zu haben: Alle Ruder, das Radom und der Fanghaken können theoretisch beweglich gestaltet werden. Ich unterdrückte allerdings meinen Spieltrieb und ignorierte alle „Nicht kleben"-Symbole der Bauanleitung. Ebenfalls ignoriert wurde die Nummerierung der Landeklappen in der Bauanleitung, da der Zeichner hier die Seiten verwechselt hat. Das ist allerdings nicht allzu tragisch, denn durch ihre Form passen die Klappen nur entweder unter den linken oder rechten Flügel.

Die kleinen zusätzlichen Stabilisatoren auf den Höhenleitwerken klebte ich erst nach der separaten Lackierung an, da man sich so etwas Abklebearbeit ersparen kann.

Damit die Tragflächen möglichst bündig am Rumpf abschließen, muss hier und da an ihren Wurzeln etwas Material abgetragen werden. Zehn Minuten zusätzlicher Aufwand, der am Ende mit einem kaum sichtbaren Flügel-Rumpf-Übergang belohnt wird.

Die silberfarbene Umrandung des Lufteinlaufs wird bei BW Gannet-Modellen gerne vergessen.
Die silberfarbene Umrandung des Lufteinlaufs wird bei BW Gannet-Modellen gerne vergessen.

Luft für Verbesserungen

Beide Rumpfseiten der Gannet sind mit einer Vielzahl von Lufthutzen übersät, um die Bordsysteme mit genügend Kühlluft zu versorgen. Revell hat den größten Teil davon korrekt aber massiv wiedergegeben, so dass die Öffnungen aufgebohrt werden müssen. Steuerbordseitig wurde allerdings eine kleine Hutze irrtümlicherweise einfach auf gleicher Höhe quasi spiegelverkehrt zu ihrem Pendant der Backbordseite dargestellt. Beim Original sitzt sie jedoch weiter hinten auf dem Wulst des Steuergestänges, wohin ich sie kurzerhand auch transplantierte. Darüber hinaus wurden drei Lufteinläufe ergänzt: je einer beidseitig über den Triebwerksauslässen sowie nur steuerbordseitig ein einzelner Einlauf am Heck in Höhe des Eisernen Kreuzes. Die selbst angefertigten Hutzen entstanden übrigens aus dem aufgebohrten und längs geteilten Kopfstück einer Sidewinder-Rakete.

Die Lufthutzen wurden aufgebohrt und teils ergänzt.
Die Lufthutzen wurden aufgebohrt und teils ergänzt.

Glaswerk

Bevor es an die Lackierungen gehen kann, müssen erst noch die feststehenden Klarsichtteile angeklebt werden. Hier und da war etwas Spachtel nötig, was wiederum an der bereits angesprochenen zu großen Breite des Rumpfes lag. Der vorgestanzte Maskierfilm von Eduard muss zwar nicht unbedingt sein, bedeutet aber dank seiner Passgenauigkeit eine schöne Zeitersparnis. Die später offenen Hauben wurden natürlich noch nicht montiert und separat bemalt. Dabei lackiere ich immer erst mit der Cockpitinnenfarbe, bevor die Außenfarbe an die Reihe kommt. Andernfalls würden die Streben der Cockpitverglasung von innen fälschlicherweise in der Außenfarbe erscheinen.

Bevor die Kanzelteile an den Rumpf geklebt werden, wurden sie mit einer Express Mask von Eduard maskiert.
Bevor die Kanzelteile an den Rumpf geklebt werden, wurden sie mit einer Express Mask von Eduard maskiert.

Es grünt so grün

Zur Lackierung kamen bei mir wie immer Acrylfarben zum Einsatz: Duck Egg Green Nr. 009 für die Unterseite sowie Dark Sea Green Nr. 053 für die Oberseite, beide aus dem Model Air Programm von Vallejo. Bis auf die hellschwarze Decke des Bugfahrwerkschachtes wurden auch alle anderen Öffnungen an der Unterseite, wie Waffenschacht und Hauptfahrwerkschächte, mit Duck Egg Green lackiert. Da macht es das Vorbild dem Modellbauer schön einfach, und man kann alles in einem Sprühvorgang erledigen.

Um die Lackierung nicht allzu eintönig zu belassen, hellte ich jeweils die Mitten der einzelnen Panels mit der leicht aufgehellten Grundfarbe auf. Waffenschacht und Fahrwerkschächte bekamen schon vor dem Aufbringen der Decals ein Washing mit Umbra gebrannt als wasserlösliche Gouache-Farbe von Lukas. Future Bodenacrylversiegelung bildete die Grundlage für die Decals und kam auch als Zwischenschicht zwischen den beiden Grüntönen zum Einsatz. Das bietet den Vorteil, dass unerwünschter Sprühnebel problemlos von der darunter liegenden Farbschicht mit etwas Spiritus weggewischt werden kann. Die Farbschicht bleibt unversehrt, da sie durch die extra Future-Schicht geschützt ist.

Die Abziehbilder ließen sich mit etwas Weichmacher problemlos verarbeiten. Nur beim steuerbordseitigen Eisernen Kreuz musste ich mit Farbe und Pinsel etwas nachbessern, da es nun teils über der dort ergänzten Lufthutze liegt.

Eine weitere Schicht Future versiegelte die Decals, bevor das obligatorische graue Ölfarbenwashing folgte. Öl- , Dreck- und Abgasspuren wurden mit einem Tamiya Weathering Master Set dargestellt.

Duck Egg Green über alles. Nur der Boden des Bugfahrwerkschachtes wurde zuvor schwarz lackiert und abgeklebt.Mit der aufgehellten Grundfarbe wurden die einzelnen Panels mittig aufgehellt, was der Oberfläche Leben einhaucht.Der Waffenschacht und die Fahrwerkschächte wurden mit wasserverdünnbarer Gouache-Farbe von Lukas gealtert.Die helle Rumpflackierung muss sauber abgeklebt werden, bevor es an die dunkle Oberseitenbemalung der Flügel geht.Alles eingepackt und fertig für eine Schicht Dark Sea Green von Vallejo.Alles, was von der mühseligen und zeitaufwändigen Abklebearbeit übrig bleibt.Die Decals sind platziert. Noch glänzt das Model dank Future wie eine Speckschwarte.
Leider wird man beim fertigen Modell im Normalfall nicht mehr viel von der Unterseite zu sehen bekommen.Weiße und schwarze Ölfarbe werden gemischt und verdünnt, um eine graue Farbbrühe für das Washing zu erhalten.Alle Lackierarbeiten sind beendet und die Gannet zeigt sich in ihrem Schlussfinish.Fairey Gannet AS Mk.4Schlieren, wie etwa an den Hinterkanten der Fahrwerksschächte, wurden mit Pigmenten aus einem Tamiya Weathering Master Set aufgetragen.

Duck Egg Green über alles. Nur der Boden des Bugfahrwerkschachtes wurde zuvor schwarz lackiert und abgeklebt.

Duck Egg Green über alles. Nur der Boden des Bugfahrwerkschachtes wurde zuvor schwarz lackiert und abgeklebt. 

Endmontage

Nach der finalen seidenmatten Klarlackschicht wurden alle bisher separat fertig gestellten Baugruppen wie Propeller und Fahrwerk montiert. Die Fahrwerksbeine befestigte ich dabei mit Sekundenkleber, da die ursprünglichen Montagelöcher in den Schächten durch die Ätzteile verdeckt werden, und die Beine so direkt auf die Metallteile geklebt werden müssen. Im Vergleich zur nachfolgenden Amtshandlung war das aber mühelos zu bewerkstelligen. Die Antennendrahtverspannung hatte es nämlich noch einmal in sich und wollte erst beim zweiten Anlauf gelingen - mein Repertoire an Kraftausdrücken war zu dem Zeitpunkt bereits erschöpft.

Das große Puzzle vor der Endmontage. Die Felgen der Bugräder waren steuerbord grün und backbord rot lackiert.
Das große Puzzle vor der Endmontage. Die Felgen der Bugräder waren steuerbord grün und backbord rot lackiert.

Als auch diese allerletzte Geduldsprobe bestanden war, konnte die Gannet neben ihre Trainer-Schwester von Trumpeter in die Vitrine gestellt werden. Und dank der verwendeten Ätzteile hat sie nun weit mehr zu bieten, als nur ihr - sagen wir mal „kurvenreiches" - Äußeres.

Die trägerflugzeugtypischen Knickflügel erinnern leicht an die Vought Corsair.
Die trägerflugzeugtypischen Knickflügel erinnern leicht an die Vought Corsair.

Für einen Jet-Modellbauer wie mich war die Antennenverspannung mit die größte Herausforderung während des gesamten Baus.
Für einen Jet-Modellbauer wie mich war die Antennenverspannung mit die größte Herausforderung während des gesamten Baus.

Im Waffenschacht konnten z.B. zwei Torpedos transportiert werden.
Im Waffenschacht konnten z.B. zwei Torpedos transportiert werden.

Das kurvenreiche Profil des britischen Entwurfs entzweit die Schar der Flugzeugliebhaber – interessant sieht es allemal aus!
Das kurvenreiche Profil des britischen Entwurfs entzweit die Schar der Flugzeugliebhaber – interessant sieht es allemal aus!

Fairey Gannet AS Mk.4Die Spannweite der Gannet ist größer als ihre Länge. Um auf Flugzeugträgern Platz zu sparen, konnten die Flügel jedoch beigeklappt werden.Mit der fertigen Gannet in der Vitrine bekommt man fast schon Lust, auch noch ihren ebenfalls von Revell in 1:72 erhältlichen Nachfolger, die Breguet Atlantic, zu bauen.Das Eiserne Kreuz über der hinzugefügten Lufthutze musste teils per Pinsel nachgebessert werden.Die durchbrochenen Schlitze der kleinen Ätzteil-Bugfahrwerksklappen tragen zum realistischen Gesamtbild bei.Das Abgasrohr wurde mit verschiedenfarbigen Pigmenten auf „gebraucht“ getrimmt.

Fairey Gannet AS Mk.4

 

Bernd Korte

Publiziert am 26. März 2011

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